Wenn ich an den Kräutergarten meiner Großmutter denke, fällt mir sofort eine Pflanze ein, die niemals fehlen durfte. Zwischen Petersilie, Schnittlauch und Thymian wuchs jedes Jahr auch Oregano. Damals dachte ich, er sei einfach nur ein Gewürz für Pizza oder Tomatensoße. Doch meine Großmutter sah das ganz anders.
Immer wenn jemand in der Familie über ein schweres Essen klagte oder sich eine heiße Tasse Kräutertee wünschte, griff sie fast automatisch zu einigen Zweigen Oregano. „Diese Pflanze begleitet die Menschen schon seit Jahrhunderten“, sagte sie oft. „Nicht alles, was früher erzählt wurde, stimmt vielleicht, aber eines ist sicher: Gute Kräuter gehören in jede Küche.“
Damals schenkte ich ihren Worten kaum Beachtung. Erst viele Jahre später begann ich mich selbst mit Kräutern und ihrer Geschichte zu beschäftigen. Dabei stellte ich fest, dass Oregano tatsächlich zu den bekanntesten Heil- und Gewürzpflanzen Europas gehört. Schon die alten Griechen und Römer schätzten seinen intensiven Duft und verwendeten ihn sowohl in der Küche als auch in der traditionellen Pflanzenheilkunde.
Natürlich ersetzt Oregano keine Medikamente und ist kein Wundermittel. Trotzdem enthält das Kraut zahlreiche natürliche Pflanzenstoffe, die seit Langem wissenschaftlich untersucht werden. Genau deshalb erlebt Oregano heute wieder eine kleine Renaissance – nicht nur in der mediterranen Küche, sondern auch bei Menschen, die sich für natürliche Lebensmittel interessieren.
Warum Oregano seit Jahrhunderten geschätzt wird
Oregano (Origanum vulgare) gehört zur Familie der Lippenblütler und wächst in vielen Regionen Europas wild.
Sein intensives Aroma stammt von den ätherischen Ölen, die sich vor allem in den Blättern befinden.
Schon in der Antike wurde Oregano zum Würzen von Speisen verwendet und spielte auch in der traditionellen Kräuterkunde eine wichtige Rolle.
