Manchmal sind es die einfachsten Dinge, die am meisten bewirken. Während viele an teure Dünger, spezielle Erde oder gar komplizierte Pflanzennahrung denken, liegt die Lösung oft direkt in unserer Küche – und zwar in Form von ganz einfachen Reiskörnern. Ja, richtig gelesen: Reis, den du sonst kochst, um ihn zu essen, kann auch deinen Pflanzen richtig gut tun. Ich weiß noch, wie meine Oma immer gesagt hat: „Gib der Erde, was sie braucht, und sie wird’s dir danken.“ Damals hab ich nie so richtig zugehört, aber jetzt, wo ich selbst einen kleinen Garten habe und versuche, meine Balkonpflanzen am Leben zu halten, verstehe ich, was sie gemeint hat. Also dachte ich mir, ich erzähle dir mal, wie ich Reiskörner für meine Pflanzen benutze, ganz ohne viel Schnickschnack, so wie man’s halt macht, wenn man einfach möchte, dass die Pflanzen schön wachsen und gesund bleiben.
Reis ist eigentlich so ein Allrounder. In der Küche, klar, aber auch im Garten. Die Körner enthalten nämlich nicht nur Kohlenhydrate, die als Energiequelle dienen, sondern auch ein paar wichtige Mineralien wie Kalium, Phosphor und ein bisschen Stickstoff. Nicht so hochkonzentriert wie in einem speziellen Dünger, klar, aber für einen kleinen Schub zwischendurch reicht das allemal. Ich hab das irgendwann mal ausprobiert, weil ich was Neues probieren wollte – ich hatte so ein paar Geranien auf dem Balkon, die sahen traurig aus, keine Blüten, die Blätter blass, und ich dachte mir: Schlimmer kann’s nicht werden. Also hab ich’s einfach gemacht.
Zuerst hab ich Reiswasser ausprobiert. Das geht super einfach: Du nimmst eine halbe Tasse ganz normalen Reis, egal ob weißer, brauner, Basmati, was halt da ist. Den spülst du einmal mit Wasser ab, einfach, um den groben Staub und Dreck zu entfernen. Dann gibst du den Reis in eine Schüssel oder einen Krug, füllst mit zwei Tassen Wasser auf und lässt das Ganze so etwa 30 Minuten stehen. Ab und zu mal umrühren, damit sich die Stärke löst. Danach gießt du das Wasser durch ein Sieb ab, der Reis bleibt zurück, und die milchige Flüssigkeit – das ist dein Pflanzenelixier. Ich verdünne das dann nochmal, etwa 1:1 mit normalem Wasser, und gieße damit die Pflanzen. Am Anfang hab ich das nur bei meinen Balkonpflanzen gemacht, aber dann auch bei den Zimmerpflanzen – bei meiner Monstera, beim Ficus, sogar beim Basilikum. Einmal pro Woche, mehr nicht, sonst wird’s zu viel. Und ich muss sagen: Die Blätter wurden nach ein paar Wochen irgendwie glänzender, kräftiger, einfach vitaler.
Man kann das Reiswasser auch in eine Sprühflasche füllen und als Blattspray verwenden. Das hab ich bei meinen Orchideen ausprobiert – leicht besprüht, nicht durchnässt, nur so ein kleiner Nebel auf den Blättern. Die mögen das, glaub ich. Und falls du dich fragst: Das riecht nicht komisch oder so, keine Sorge.
Dann gibt’s noch die Möglichkeit, die Reiskörner direkt in die Erde einzuarbeiten. Dafür hab ich die Körner einfach in einen Mörser gegeben, ein bisschen zerstoßen – muss nicht ganz fein sein, einfach nur so, dass sie ein bisschen kleiner sind. Dann hab ich eine Handvoll davon auf die Erde gestreut, so um den Stamm rum, und mit einer kleinen Harke oder dem Finger leicht eingearbeitet, nicht tief, nur ein bisschen unter die Oberfläche. Dann gut gegossen. Das dauert ein bisschen, bis man einen Effekt sieht, aber ich hatte das Gefühl, die Pflanzen sind insgesamt kräftiger geworden. Die Blätter sahen voller aus, und bei den Geranien kamen sogar wieder Blüten – das war echt schön zu sehen.
Was man aber wissen muss: Reiskörner sind kein Wundermittel. Es ist nicht so, dass du das einmal machst und plötzlich explodiert der Blütenwuchs. Es ist eher ein kleiner Beitrag, ein natürlicher Helfer, der zusammen mit Licht, Wasser und Liebe seine Wirkung entfaltet. Und natürlich darfst du’s nicht übertreiben – wenn du jeden Tag Reiswasser gibst oder den Boden komplett mit Körnern zudeckst, kippt das Klima in der Erde, dann kann’s auch anfangen zu gammeln oder zu schimmeln, und das will ja keiner. Also alles mit Maß.
Ich hab übrigens auch mal ausprobiert, gekochtes Reiswasser zu verwenden, also das Wasser, in dem ich meinen Reis gekocht hab – ohne Salz, versteht sich. Das geht auch, aber ich find’s ein bisschen tricky, weil das oft schon sehr stärkehaltig ist und die Pflanzen dann vielleicht ein bisschen überdüngt werden. Also lieber vorsichtig rantasten, erst mal ein bisschen, sehen, wie die Pflanze reagiert, und dann weitermachen.
