Den Backofen hab ich dann auf 140 Grad vorgeheizt, Ober- und Unterhitze. Dann kam das Gemüse dran: Sellerie, Möhren, Lauch, eine große Zwiebel und zwei Knoblauchzehen. Alles schön waschen, schälen und grob würfeln. Das ganze Zeug hab ich in meinen flachen Bräter geschichtet, einen kleinen Schuss Wasser dazu und die Haxe obendrauf gesetzt. Sah schon roh ziemlich beeindruckend aus.
Ab in den Ofen, zweite Schiene von unten, und dann hieß es: warten. Drei Stunden schmoren. Ich hab in der Zwischenzeit ein bisschen aufgeräumt, mit meiner Schwester telefoniert und irgendwann fing es an, herrlich zu duften. So richtig nach Sonntag. Nach Braten. Nach Zuhause.
Nach den drei Stunden hab ich die Temperatur erhöht. Immer schön langsam: erst 160 Grad für 15 Minuten, dann 180 Grad, dann 200, und schließlich 220 Grad. Immer wieder hab ich durchs Ofenfenster geschaut, wie die Schwarte blubbert. Ich konnte es kaum erwarten. Zum Schluss hab ich sogar kurz den Grill eingeschaltet, aber da muss man echt aufpassen, dass nix verbrennt. Ich stand wie eine Eins vorm Ofen.
Als ich die Haxe rausgeholt hab, war ich ein bisschen stolz. Goldbraun, knusprig, das Fleisch fiel fast vom Knochen. Ich hab sie auf ein rustikales Holzbrett gelegt, ein paar Gewürzgurken dazu, mittelscharfen Senf in ein Schälchen und natürlich zwei frische Salzbrezen. Es sah aus wie beim Wirt. Vielleicht sogar besser.
Zum Servieren hab ich mit einem scharfen Messer am Knochen entlang geschnitten, den Knochen rausgedreht und das Fleisch in zwei Portionen geteilt. Mein Mann war sprachlos. “Wo hast du DAS denn her?” Ich nur: “Eigenbau.”
Wir haben gegessen, bis nichts mehr ging. Das Fleisch war saftig, die Kruste zum Reinlegen. Dazu das Säuerliche von den Gurken und die Breze zum Tunken – besser geht’s nicht. Und ja, man kann das Schmorgemüse auch noch zur Soße verarbeiten, mit etwas Bratensaft und vielleicht einem Schuss Bier. Aber ganz ehrlich: Es war auch so schon perfekt.
Seitdem gibt’s bei uns ein-, zweimal im Jahr Haxe. Immer nach dem gleichen Rezept. Ich änder da nix dran. Es funktioniert einfach. Und immer, wenn ich das mache, denk ich an den einen verregneten Sonntag zurück, als ich das erste Mal die Schwarte eingeschnitten hab und gehofft hab, dass das irgendwie was wird.Wird es. Ganz sicher. Und wenn du dich auch mal traust – ich sag dir: Du wirst es nicht bereuen.
P.S.: Wenn du noch nie mit Schweinshaxe gearbeitet hast – keine Angst. Es braucht Zeit, ja. Aber der Aufwand ist minimal, und das Ergebnis… das ist wirklich was zum Angeben.
