Nach Wunsch zum Servieren:
Schokoladensauce
Karamellsauce
Erdbeersauce
gehackte Nüsse
Keksbrösel
Schokoladenstückchen
Bei der Milch würde ich für die erste Zubereitung tatsächlich Vollmilch nehmen. Mit fettarmer Milch funktioniert das Rezept ebenfalls, aber das Ergebnis wird etwas weniger cremig. Wer ein Dessert wie aus dem Restaurant erwartet, sollte also nicht unbedingt versuchen, an jeder Stelle Fett und Zucker einzusparen.
Zuerst kommen 500 g Milch, 60 g Zucker, 30 g Butter und 30 g Maisstärke in den Mixtopf. Wenn eine Vanilleschote verwendet wird, wird sie längs aufgeschnitten und das Mark herausgekratzt. Das Vanillemark kommt ebenfalls zur Milch. Alternativ funktioniert Vanilleextrakt sehr gut.
Die Mischung wird nun etwa **10 Minuten bei 100 °C auf Stufe 3** erhitzt. Dabei entsteht nach und nach eine glatte, leicht angedickte Creme.
Sie sollte nicht so fest werden wie ein klassischer Vanillepudding. Genau das wäre für dieses Rezept sogar eher ungünstig. Gesucht wird eine cremige, noch gut fließende Konsistenz. Beim Abkühlen wird die Masse ohnehin noch etwas fester.
Wenn die zehn Minuten vorbei sind, kann man kurz überprüfen, ob die Creme gleichmäßig aussieht und keine Stärkeklümpchen vorhanden sind. Normalerweise erledigt der Thermomix das sehr zuverlässig.
Jetzt wird die warme Masse in einen möglichst flachen, gefriergeeigneten Behälter gefüllt. Ein flacher Behälter hat einen großen Vorteil: Die Creme friert schneller und gleichmäßiger durch und lässt sich später leichter in Stücke schneiden.
Bevor sie ins Gefrierfach kommt, sollte sie zunächst abkühlen. Eine sehr heiße Masse direkt in den Gefrierschrank zu stellen ist keine gute Idee. Sobald sie ungefähr Raumtemperatur erreicht hat, wird der Behälter verschlossen und für mindestens vier Stunden eingefroren.
Noch besser ist es, die Basis am Vorabend vorzubereiten. Dann hat man am nächsten Tag keinen Zeitdruck und weiß sicher, dass sie vollständig gefroren ist.
Jetzt kommt der Teil, der diesem Eis seine besondere Konsistenz gibt. Die übrigen 40 g Zucker werden in den sauberen und vollkommen trockenen Mixtopf gegeben und etwa **10 Sekunden auf Stufe 10** fein gemahlen.
Anschließend wird der Schmetterling eingesetzt. Die vier Eiweiße kommen dazu und werden ungefähr **8 Minuten auf Stufe 3** aufgeschlagen.
Hier ist Sauberkeit besonders wichtig. Befinden sich noch Fettreste im Mixtopf, lässt sich Eiweiß wesentlich schlechter aufschlagen. Deshalb sollte der Behälter nach der Zubereitung der Milchcreme wirklich gründlich gespült und anschließend vollständig getrocknet werden.
Für Speisen mit rohem oder nicht vollständig erhitztem Ei empfiehlt es sich, pasteurisiertes Eiweiß zu verwenden, insbesondere wenn Kinder, Schwangere, ältere oder immungeschwächte Personen mitessen.
Die gefrorene Milchcreme wird anschließend aus dem Gefrierschrank genommen. Ist sie vollständig durchgefroren, sollte man sie zunächst einige Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen. Dadurch lässt sie sich leichter schneiden.
Die Creme wird in kleinere Stücke geteilt und zusammen mit dem aufgeschlagenen Eiweiß in den Thermomix gegeben. Nun wird alles ungefähr **45 Sekunden auf Stufe 3** miteinander vermischt.
Danach sollte eine sehr helle, cremige und luftige Eismasse entstanden sein.
Falls noch größere gefrorene Stückchen vorhanden sind, kann man noch einige Sekunden weitermixen. Dabei sollte man allerdings nicht minutenlang mixen. Durch die Bewegung entsteht Wärme und aus dem cremigen Eis kann schnell eine sehr weiche Masse werden.
Direkt nach dem Mixen ist die Konsistenz normalerweise am ehesten mit Softeis vergleichbar. Genau dann schmeckt es meiner Meinung nach auch am besten.
Man kann es mit einem Löffel in Dessertgläser füllen. Wer die typische gedrehte Softeisform möchte, gibt die Masse in einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle und spritzt sie spiralförmig in einen Becher.
Dann fehlt eigentlich nur noch die Sauce.
Mit warmer oder zimmerwarmer Schokoladensauce bekommt man die klassische Schokoladenvariante. Karamellsauce passt besonders gut zu dem milden Vanillegeschmack. Für eine fruchtigere Version nimmt man Erdbeersauce.
Man kann natürlich auch mehrere Dinge miteinander kombinieren. Schokolade und gehackte Haselnüsse funktionieren beispielsweise hervorragend. Karamell und zerbröselte Kekse ergeben eine etwas üppigere Dessertversion. Erdbeersauce mit ein paar frischen Erdbeerstückchen schmeckt dagegen deutlich frischer.
Wer das Eis nicht sofort essen möchte, kann es nochmals kurz einfrieren. Allerdings verändert sich dabei die Konsistenz. Nach mehreren Stunden im Gefrierschrank wird selbstgemachtes Eis normalerweise härter als frisch zubereitetes Softeis.
Das liegt daran, dass eine professionelle Softeismaschine anders arbeitet. Sie kühlt und bewegt die Masse gleichzeitig und bringt dabei kontrolliert Luft hinein. Im heimischen Gefrierschrank findet dieser Prozess nicht statt.
Wenn das Eis also nach einer Nacht im Gefrierfach sehr fest geworden ist, bedeutet das nicht, dass das Rezept misslungen ist. Einfach ungefähr 10 bis 15 Minuten vor dem Servieren herausnehmen und anschließend noch einmal kurz cremig mixen. Dadurch bekommt man einen großen Teil der ursprünglichen Konsistenz zurück.
Ein häufiger Fehler bei diesem Rezept ist übrigens zu wenig Geduld beim ersten Einfrieren. Ist die Milchcreme innen noch weich und wird anschließend mit dem Eischnee gemischt, erhält man eher eine kalte Creme als Softeis. Vier Stunden sind deshalb wirklich das Minimum. Bei einem tiefen Behälter kann es deutlich länger dauern.
Der zweite typische Fehler ist zu viel Maisstärke. Man könnte denken, dass mehr Stärke automatisch mehr Cremigkeit bedeutet. Tatsächlich schmeckt die Basis dann schnell wie gefrorener Pudding. Die angegebenen 30 g reichen vollkommen aus.
Auch bei der Butter sollte man nicht wesentlich mehr verwenden. Sie unterstützt die cremige Textur, soll geschmacklich aber nicht im Vordergrund stehen.
Vanille ist dagegen eine Zutat, bei der sich Qualität bemerkbar macht. Eine echte Vanilleschote gibt dem Eis ein sehr angenehmes Aroma. Vanillepaste oder guter Vanilleextrakt sind ebenfalls problemlos geeignet.
Vanillinzucker kann im Notfall verwendet werden, allerdings muss man dann berücksichtigen, dass dadurch zusätzlicher Zucker in das Rezept kommt. Entsprechend sollte man die normale Zuckermenge etwas reduzieren.
Wer es weniger süß mag, kann ebenfalls etwas weniger Zucker verwenden. Komplett weglassen würde ich ihn allerdings nicht. Zucker sorgt bei Eis nicht nur für Süße, sondern beeinflusst auch die Gefrierstruktur. Eine stark zuckerreduzierte Masse kann wesentlich härter und eisiger werden.
Auch pflanzliche Milch lässt sich ausprobieren. Allerdings verändert sich das Ergebnis je nach Sorte deutlich. Eine cremige Hafermilch funktioniert beispielsweise anders als eine sehr dünne Mandelmilch. Wer eine pflanzliche Version zubereitet, muss eventuell etwas mit der Menge der Stärke experimentieren.
Mit Kokosmilch bekommt man eine besonders cremige Konsistenz, dafür schmeckt das Eis anschließend natürlich deutlich nach Kokos. Das kann sehr lecker sein, erinnert aber weniger an das klassische Vanille-Softeis.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen kleinen Teil der Milch durch Sahne zu ersetzen. Beispielsweise können 400 g Milch und 100 g Sahne verwendet werden. Dadurch wird das Eis reichhaltiger und bekommt einen volleren Geschmack.
Man sollte allerdings nicht vergessen, dass das ursprüngliche Ziel ein leichtes, luftiges Softeis und keine schwere Sahneeiscreme ist. Zu viel Sahne verändert den Charakter des Desserts.
Sehr interessant wird das Rezept durch die Toppings. Aus einer einzigen Vanillebasis kann man praktisch mehrere Desserts machen.
Für eine schnelle Schokoladensauce reicht beispielsweise geschmolzene Schokolade mit etwas Sahne. Die Sauce sollte vor dem Servieren allerdings etwas abkühlen. Wird sehr heiße Schokolade über das Softeis gegossen, beginnt es sofort zu schmelzen.
Eine einfache Erdbeersauce lässt sich aus Erdbeeren und etwas Zucker herstellen. Die Früchte werden püriert und je nach Geschmack kurz aufgekocht oder direkt frisch verwendet. Wer keine Kerne in der Sauce möchte, kann sie anschließend durch ein feines Sieb geben.
Bei Karamell darf es ruhig etwas salzig werden. Eine kleine Prise Salz nimmt der Sauce nichts von ihrer Süße, sondern macht den Geschmack häufig sogar interessanter. Besonders zusammen mit Vanilleeis funktioniert diese Kombination sehr gut.
Für Kinder kann man kleine Schokolinsen, bunte Streusel oder zerbröselte Kekse bereitstellen und jeden seinen eigenen Becher dekorieren lassen. Gerade bei Geburtstagen ist das eine einfache Idee, weil die Basis vorbereitet werden kann und beim Servieren jeder selbst entscheidet, was auf sein Eis kommt.
Erwachsene mögen vielleicht eine etwas weniger süße Variante mit gerösteten Nüssen, dunkler Schokolade oder Espresso. Ein kleiner Espresso über Vanilleeis ergibt beispielsweise ein Dessert, das an Affogato erinnert.
Auch Früchte passen erstaunlich gut dazu. Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren oder Bananenscheiben können direkt in den Becher gegeben werden. Dadurch wird aus dem einfachen Softeis schnell ein größeres Dessert.
Wer experimentieren möchte, kann sogar bereits die Grundmasse aromatisieren. Etwas Kakao ergibt eine Schokoladenversion. Löslicher Kaffee sorgt für Kaffeeeis. Ein kleiner Teil pürierter Erdbeeren kann für eine fruchtige Variante verwendet werden.
Dabei sollte man jedoch bedenken, dass zusätzliche Flüssigkeit die Konsistenz beeinflusst. Besonders Fruchtpüree enthält viel Wasser. Gibt man davon zu viel hinein, entstehen beim Gefrieren mehr Eiskristalle.
Deshalb würde ich beim ersten Versuch tatsächlich beim einfachen Vanillerezept bleiben. Sobald man weiß, welche Konsistenz die Grundversion haben soll, kann man wesentlich leichter experimentieren.
Das Rezept eignet sich außerdem hervorragend zur Vorbereitung. Die Milchbasis kann bereits am Vortag hergestellt und eingefroren werden. Wenn Gäste kommen, muss man später nur noch das Eiweiß aufschlagen, die gefrorene Creme zerkleinern und alles miteinander vermischen.
Die Toppings lassen sich ebenfalls vorher bereitstellen. Schokoladen- und Karamellsauce halten sich im Kühlschrank und müssen vor dem Servieren lediglich auf die gewünschte Temperatur gebracht werden.
Was ich an diesem Rezept besonders mag, ist die Einfachheit. Auf den ersten Blick sieht selbstgemachtes Softeis nach etwas aus, für das man unbedingt eine spezielle Maschine benötigt. Tatsächlich übernimmt der Thermomix einen großen Teil der Arbeit.
Natürlich muss man realistisch bleiben: Das Ergebnis ist eine hausgemachte Interpretation und kein technisch identisches Burger-King-Produkt. Aber genau darin liegt auch der Reiz. Man weiß, welche Zutaten verwendet wurden, kann die Süße selbst bestimmen und die Portionen genau so zusammenstellen, wie man sie gerne hätte.
Außerdem kann man bei den Toppings großzügiger sein, als es normalerweise im Restaurant der Fall wäre. Wer besonders viel Karamell möchte, nimmt eben besonders viel Karamell. Wer Schokolade und Erdbeere zusammen mag, kombiniert beides.
Am besten wird das Eis unmittelbar nach dem letzten Mixen serviert. Dann ist es besonders weich und luftig. Nach längerer Zeit im Gefrierschrank wird es fester, lässt sich aber durch kurzes Antauen und erneutes Mixen wieder deutlich cremiger machen.
Und genau deshalb lohnt es sich, die Grundmasse portionsweise einzufrieren. Wer nicht alles auf einmal benötigt, kann kleinere Behälter verwenden. Dann nimmt man später nur die gewünschte Menge heraus und verarbeitet sie frisch.
Am Ende braucht man für dieses Dessert keine komplizierten Zutaten und auch keine jahrelange Erfahrung mit selbstgemachtem Eis. Entscheidend sind eigentlich nur drei Dinge: Die Milchbasis muss richtig gebunden sein, sie muss vollständig gefrieren und anschließend muss genügend Luft in die Masse gelangen.
Wenn diese drei Punkte stimmen, entsteht ein wunderbar cremiges Vanilleeis, das direkt aus dem Thermomix fast wie klassisches Softeis serviert werden kann.
Mit Schokolade, Karamell oder Erdbeere darüber wird daraus genau die Art von Dessert, bei der kaum jemand glaubt, wie überschaubar die Zutatenliste eigentlich ist. Und vermutlich ist das auch der beste Grund, das Rezept einmal auszuprobieren: Man kann aus wenigen einfachen Zutaten zu Hause ein Eis machen, das sich geschmacklich überhaupt nicht nach einem „Notbehelf ohne Eismaschine“ anfühlt.
