Es gibt Gerichte, bei denen ich schon beim Kochen weiß, dass am Ende wahrscheinlich niemand etwas übrig lassen wird. Dieser Rosenkohleintopf mit Hackbällchen gehört bei uns definitiv dazu. Gerade wenn es draußen kalt, grau und ungemütlich ist, gibt es für mich kaum etwas Besseres als einen großen Topf Eintopf, der langsam auf dem Herd vor sich hin köchelt.
Rosenkohl mochte bei uns übrigens nicht immer jeder. Vor allem die Kinder waren früher eher skeptisch, sobald sie die kleinen grünen Köpfchen gesehen haben. Einfach nur gekocht und mit etwas Butter serviert, kam Rosenkohl nicht besonders gut an. Im Eintopf sieht die Sache aber ganz anders aus. Zusammen mit Kartoffeln, Möhren und den kleinen Hackbällchen schmeckt er viel milder und nimmt gleichzeitig wunderbar den Geschmack der Brühe auf.
Besonders gerne mache ich diesen Eintopf mit kleinen Hackbällchen statt einfach nur mit angebratenem Hackfleisch. Das dauert vielleicht zehn Minuten länger, macht für mich aber einen großen Unterschied. Die Bällchen bleiben schön saftig und man hat beim Essen immer wieder ein Stück davon auf dem Löffel.
Ich brate sie vorher kurz an. Man könnte sie theoretisch auch direkt in der Brühe gar ziehen lassen, aber durch das Anbraten bekommen sie außen diese leicht gebräunte Kruste. Und genau diese Röstaromen geben später auch dem Eintopf mehr Geschmack.
Das Rezept ist unkompliziert und braucht keine besonderen Zutaten. Vieles davon hat man wahrscheinlich sowieso zu Hause. Außerdem lässt sich der Eintopf wunderbar vorbereiten und schmeckt mir persönlich am nächsten Tag fast noch besser.
Zutaten für einen großen Topf
Für etwa 5–6 Portionen:
600 g Rosenkohl
500 g Rinderhackfleisch
500 g Kartoffeln
2 mittelgroße Möhren
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Ei
3 EL Semmelbrösel
1 EL mittelscharfer Senf
1–1,2 Liter Gemüsebrühe
2 EL Öl zum Anbraten
100 ml Sahne
1 EL Schmand, optional
1 TL getrockneter Majoran
1 kleine Prise Muskat
Salz
schwarzer Pfeffer
etwas frische Petersilie
Wer es gerne etwas kräftiger mag, kann zusätzlich einen kleinen Schuss Worcestersauce an die Hackfleischmasse geben. Das mache ich manchmal, ist aber überhaupt kein Muss.
Zubereitung
Als Erstes kümmere ich mich um den Rosenkohl. Dafür schneide ich unten jeweils ein kleines Stück vom Strunk ab und entferne die äußeren Blätter, wenn sie nicht mehr schön aussehen.
Die größeren Rosenkohlköpfe halbiere ich, kleinere lasse ich meistens ganz. Ich finde es schöner, wenn später nicht alles gleich groß geschnitten ist. Danach den Rosenkohl gründlich waschen und kurz abtropfen lassen.
Die Kartoffeln schälen und in mundgerechte Würfel schneiden. Sie sollten nicht zu klein sein, sonst zerfallen sie beim Kochen schnell. Etwa zwei Zentimeter große Stücke sind bei mir meistens genau richtig.
Die Möhren ebenfalls schälen und in Scheiben oder kleine Stücke schneiden. Die Zwiebel wird fein gewürfelt und die Knoblauchzehe fein gehackt.
Nun kommen die Hackbällchen an die Reihe.
Dafür gebe ich das Rinderhackfleisch in eine große Schüssel und füge Ei, Semmelbrösel und Senf hinzu. Dazu kommen Salz, ordentlich schwarzer Pfeffer und ungefähr die Hälfte vom Majoran.
Alles mit den Händen vermengen. Dabei versuche ich, die Masse nicht minutenlang durchzukneten. Sobald alles gleichmäßig verteilt ist, reicht es vollkommen. Werden Hackfleischmassen zu lange und kräftig geknetet, können die Bällchen später ziemlich fest werden.
Aus der Masse kleine Bällchen formen. Meine sind ungefähr so groß wie eine Walnuss. Lieber mache ich sie etwas kleiner, weil man sie dann später zusammen mit Gemüse auf den Löffel bekommt.
In einem großen Topf das Öl erhitzen.
Die Hackbällchen portionsweise hineingeben und von mehreren Seiten kräftig anbraten. Der Topf sollte dabei nicht komplett voll sein. Liegen zu viele Bällchen gleichzeitig darin, tritt schnell Flüssigkeit aus und sie kochen eher, als dass sie braten.
Sie müssen innen noch nicht vollständig durch sein.
Sobald sie außen schön gebräunt sind, nehme ich sie heraus und lege sie auf einen Teller.
Den Bratensatz lasse ich unbedingt im Topf. Darin steckt nämlich ordentlich Geschmack.
Jetzt kommen die Zwiebelwürfel hinein. Bei mittlerer Hitze etwa zwei bis drei Minuten glasig braten. Anschließend Knoblauch und Möhren dazugeben und noch ungefähr zwei Minuten mitbraten.
Dann gebe ich die Kartoffeln und den Rosenkohl dazu.
Alles kurz miteinander vermischen und ebenfalls ein bis zwei Minuten anrösten.
Nun mit etwa einem Liter Gemüsebrühe aufgießen. Die Menge hängt ein bisschen davon ab, wie groß der Topf ist und wie flüssig man seinen Eintopf gerne mag. Ich gebe deshalb zunächst nicht die gesamte Brühe hinein.
Der Eintopf soll bei mir schön sämig und reichhaltig werden und nicht wie eine dünne Suppe aussehen.
Mit Majoran, etwas Muskat und schwarzem Pfeffer würzen.
Beim Salz bin ich zunächst vorsichtig, weil Gemüsebrühe bereits ziemlich salzig sein kann. Nachwürzen kann man am Ende schließlich immer noch.
Alles einmal aufkochen lassen und danach die Temperatur reduzieren.
Den Deckel auflegen und das Gemüse ungefähr 10 Minuten leicht köcheln lassen.
Jetzt gebe ich die angebratenen Hackbällchen zurück in den Topf.
Vorsichtig unterheben, damit sie nicht auseinanderbrechen. Anschließend weitere 10–15 Minuten bei niedriger bis mittlerer Hitze köcheln lassen.
Wie lange es genau dauert, hängt vor allem von der Größe der Kartoffelstücke und des Rosenkohls ab.
Ich probiere deshalb nach ungefähr zehn Minuten einfach ein Stück Kartoffel. Sie soll weich sein, aber nicht komplett zerfallen. Auch beim Rosenkohl mag ich es lieber, wenn er noch ein kleines bisschen Biss hat.
Sind Gemüse und Hackbällchen gar, kommt die Sahne hinein.
Ich nehme ungefähr 100 ml. Mehr braucht es meiner Meinung nach gar nicht. Der Eintopf soll schließlich nicht zu einer Sahnesuppe werden.
Alles noch einmal einige Minuten ganz sanft köcheln lassen.
Wer es besonders cremig möchte, kann jetzt noch einen Esslöffel Schmand einrühren. Dafür nehme ich meistens eine kleine Kelle von der heißen Brühe ab, verrühre sie zunächst in einer Tasse mit dem Schmand und gebe die Mischung anschließend zurück in den Topf. So verteilt sich alles schön gleichmäßig.
Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und eventuell noch einer kleinen Prise Muskat abschmecken.
Frische Petersilie hacken und kurz vor dem Servieren darüberstreuen.
Dann darf der Eintopf bei mir noch ungefähr fünf Minuten stehen. Das klingt vielleicht unnötig, aber ich finde tatsächlich, dass sich der Geschmack dadurch noch etwas besser verbindet.
