Es gibt Gerichte, bei denen man gar nicht viel machen muss, damit am Ende wirklich jeder am Tisch zufrieden ist. Diese Ofenkartoffeln gehören für mich ganz klar dazu. Sie sind einfach, herzhaft und genau das Richtige, wenn man keine Lust auf komplizierte Küche hat, aber trotzdem etwas richtig Leckeres auf den Tisch bringen möchte.
Ich mache solche Kartoffeln besonders gerne am Wochenende. Dann kommen sie einfach in den Ofen, während ich mich um den Rest kümmere. Man braucht weder viele Zutaten noch besondere Gewürze. Gute Kartoffeln, Butter, Knoblauch, Salz, Pfeffer und ein paar Kräuter reichen völlig aus.
Das Schöne ist, dass die Kartoffeln außen richtig schön goldbraun werden, während sie innen weich und fast cremig bleiben. Gerade wenn man sie halbiert und mit der Schnittfläche nach unten auf das Blech legt, bekommt man diese herrliche gebräunte Seite, die bei uns immer zuerst weggegessen wird.
Knoblauch und Butter passen natürlich sowieso perfekt zu Kartoffeln. Ich gebe aber nicht den ganzen Knoblauch direkt zu Beginn dazu, weil er bei hoher Temperatur schnell zu dunkel werden kann. Einen Teil mische ich mit der Butter, den Rest gebe ich später dazu. So bleibt der Geschmack schön aromatisch, ohne bitter zu werden.
Am besten eignen sich für dieses Rezept kleine bis mittelgroße Kartoffeln. Ich nehme gerne festkochende oder vorwiegend festkochende Sorten, weil sie beim Backen ihre Form behalten. Schälen muss man sie nicht unbedingt. Wenn die Schale schön dünn und sauber ist, lasse ich sie sogar lieber dran.
Zutaten
Für etwa 4 Portionen:
1 kg kleine bis mittelgroße Kartoffeln
80 g Butter
4 Knoblauchzehen
1 EL Olivenöl
1 TL Salz
1/2 TL schwarzer Pfeffer
1 TL Paprikapulver edelsüß
1 TL getrockneter Thymian
1 kleiner Zweig Rosmarin
2 EL frisch gehackte Petersilie
optional 40 g frisch geriebener Parmesan
Zubereitung
Den Backofen zuerst auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Bei Umluft reichen etwa 180 °C.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
Die Kartoffeln gründlich unter fließendem Wasser waschen. Wenn die Schale sehr erdig ist, gehe ich einmal mit einer kleinen Gemüsebürste darüber.
Anschließend die Kartoffeln trockenreiben.
Dieser Schritt ist tatsächlich wichtig. Sind sie außen noch sehr nass, werden sie beim Backen eher weich und bekommen nicht so schnell eine schöne Kruste.
Kleine Kartoffeln halbiere ich. Größere Exemplare schneide ich in drei oder vier ungefähr gleich große Stücke.
Wichtig ist nur, dass die Stücke ungefähr dieselbe Größe haben, damit am Ende nicht die Hälfte fertig ist, während die anderen noch hart sind.
Die Butter langsam in einem kleinen Topf schmelzen.
Sie soll nur flüssig werden und nicht braun werden.
Zwei Knoblauchzehen sehr fein hacken oder durch eine Knoblauchpresse drücken und direkt zur warmen Butter geben.
Olivenöl, Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Thymian ebenfalls dazugeben.
Den Rosmarin fein hacken und unterrühren.
Alles kurz vermischen.
Die Kartoffeln in eine große Schüssel geben und die Knoblauchbutter darüber verteilen.
Mit einem großen Löffel oder direkt mit den Händen gründlich vermengen, sodass möglichst jede Kartoffel etwas von der Gewürzbutter abbekommt.
Danach die Kartoffeln auf dem vorbereiteten Backblech verteilen.
Ich lege die halbierten Kartoffeln möglichst mit der Schnittfläche nach unten auf das Blech.
Genau dadurch bekommen sie später diese dunkle, knusprige Oberfläche.
Außerdem sollte zwischen den Kartoffeln ein bisschen Platz bleiben.
Wenn das ganze Blech komplett überfüllt ist und die Kartoffeln übereinanderliegen, sammelt sich viel Dampf. Dann garen sie zwar, werden aber nicht so schön knusprig.
Das Blech auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Ofens geben.
Die Kartoffeln zunächst etwa 25 Minuten backen.
In der Zwischenzeit die übrigen zwei Knoblauchzehen sehr fein hacken.
Nach 25 Minuten das Blech kurz herausnehmen.
Die Kartoffeln vorsichtig wenden.
Jetzt den restlichen Knoblauch darüberstreuen und alles noch einmal ganz leicht durchmischen.
Danach weitere 20 bis 25 Minuten backen.
Die genaue Zeit hängt natürlich von der Größe der Kartoffeln ab.
Bei kleinen Kartoffeln reichen insgesamt manchmal schon 40 Minuten. Größere Stücke brauchen eher 50 Minuten.
Ich prüfe am Ende einfach mit einem kleinen Messer.
Wenn es ohne Widerstand in die Kartoffel gleitet und die Oberfläche gleichzeitig schön goldbraun aussieht, sind sie fertig.
Wer Parmesan verwenden möchte, streut ihn ungefähr fünf Minuten vor Ende der Backzeit über die Kartoffeln.
Dann schmilzt er und bildet noch einmal eine würzige, leicht knusprige Schicht.
Direkt nach dem Backen kommen die Kartoffeln in eine große Schüssel oder auf eine Servierplatte.
Jetzt die frische Petersilie darübergeben.
Ich schmecke meistens noch einmal eine Kartoffel ab. Gerade bei Kartoffeln merkt man erst am Ende richtig, ob genügend Salz vorhanden ist.
Falls nötig, einfach noch eine kleine Prise darübergeben.
Dann möglichst sofort servieren.
Frisch aus dem Ofen sind sie einfach am besten.
So werden sie wirklich schön knusprig
Das Wichtigste ist für mich die Kombination aus trockenen Kartoffeln, genügend Hitze und ausreichend Platz auf dem Blech.
Wenn ich eine besonders knusprige Variante möchte, koche ich die Kartoffeln vorher sogar etwa fünf Minuten in Salzwasser vor.
Danach gieße ich sie ab und lasse sie im Topf kurz ausdampfen.
Anschließend schüttele ich den Topf ein paarmal kräftig. Dadurch wird die Oberfläche der Kartoffeln leicht rau.
Genau diese kleinen Unebenheiten werden im Ofen später besonders knusprig.
Das ist zwar ein zusätzlicher Arbeitsschritt, lohnt sich aber, wenn man richtige Knusperkartoffeln möchte.
Für die schnelle Alltagsversion gebe ich sie dagegen roh in den Ofen. Das funktioniert ebenfalls sehr gut.
Mit Butter allein kann es übrigens passieren, dass einige Stellen relativ schnell dunkel werden. Deshalb mische ich gerne einen kleinen Esslöffel Olivenöl dazu. Das gibt der Butter etwas Unterstützung und die Kartoffeln lassen sich schöner verteilen.
Beim Knoblauch bin ich ebenfalls vorsichtig.
Wenn fein gehackter Knoblauch fast 50 Minuten bei hoher Temperatur auf dem Blech liegt, kann er verbrennen.
Deshalb kommt bei mir nur ein Teil von Anfang an hinein. Der zweite Teil folgt später.
So schmecken die Kartoffeln deutlich frischer nach Knoblauch.
Was gut dazu passt
Diese Ofenkartoffeln funktionieren eigentlich zu fast allem.
Bei uns gibt es sie häufig zu gebratenem Hähnchen, Frikadellen oder einem Stück Fleisch.
Auch zu Fisch passen sie sehr gut.
Im Sommer serviere ich sie manchmal einfach mit einem großen Salat und einem Kräuterquark. Dann braucht es gar kein Fleisch dazu.
Sehr lecker ist auch ein schneller Dip aus Schmand.
Dafür einfach 200 g Schmand mit einem Esslöffel Joghurt, Salz, Pfeffer, etwas Zitronensaft und gehacktem Schnittlauch verrühren.
Gerade zu den heißen Knoblauchkartoffeln schmeckt dieser kalte Dip wunderbar.
Wer es etwas kräftiger mag, kann auch Feta zerbröseln und kurz vor dem Servieren darübergeben.
Oder man gibt direkt nach dem Backen etwas geriebenen Parmesan und frische Kräuter darüber.
Auch mit Paprika oder Zwiebeln lässt sich das Gericht leicht erweitern.
Dafür eine rote Paprika in größere Stücke schneiden und zusammen mit den Kartoffeln aufs Blech geben.
Zwiebeln würde ich eher in dicke Spalten schneiden, damit sie nicht zu schnell verbrennen.
Eine weitere Variante, die ich gerne mache, ist mit Rosmarin und grobem Meersalz.
Dann lasse ich Paprika und Parmesan weg und gebe dafür etwas mehr frischen Rosmarin dazu.
Das schmeckt besonders gut zu Fleisch vom Grill.
Wenn Kinder mitessen, verwende ich meistens weniger Knoblauch und lasse scharfe Gewürze komplett weg.
Das Grundrezept ist sowieso mild und unkompliziert.
Man kann die Kartoffeln übrigens auch gut vorbereiten.
Ich wasche und schneide sie manchmal schon einige Stunden vorher. Dann lege ich sie in kaltes Wasser, damit sie nicht braun werden.
Vor dem Würzen müssen sie anschließend aber wirklich gründlich trockengetupft werden.
Reste kann man am nächsten Tag noch einmal im Backofen oder in der Heißluftfritteuse aufwärmen.
In der Mikrowelle werden sie zwar warm, verlieren aber leider ihre knusprige Oberfläche.
Im Ofen reichen meist etwa 10 Minuten bei 190 °C.
Für mich sind diese Ofenkartoffeln mit Knoblauch und Butter genau so ein Rezept, das eigentlich viel zu einfach ist, um so gut zu schmecken.
Man braucht keine Sauce aus zehn Zutaten und keine komplizierte Vorbereitung.
Die Kartoffeln kommen mit Butter, Knoblauch und Kräutern aufs Blech, der Ofen übernimmt den größten Teil der Arbeit, und am Ende steht eine Schüssel auf dem Tisch, aus der sich meistens jeder noch ein zweites Mal nimmt.
Außen goldbraun, innen weich und dazu dieser Duft nach Butter, Knoblauch und Kräutern – viel mehr braucht eine gute Kartoffelbeilage für mich nicht.
Guten Appetit!
