Es gibt Rezepte, die man nicht aus Kochbüchern lernt, sondern aus dem Leben. Dieser Kopfsalat gehört genau dazu. Bei meiner Oma stand er gefühlt jeden zweiten Tag auf dem Tisch, ganz egal, ob es ein großes Sonntagsessen gab oder nur ein schlichtes Mittagessen unter der Woche. Ich erinnere mich noch gut daran, wie sie den Salat ganz ruhig auseinanderzog, Blatt für Blatt, als hätte sie alle Zeit der Welt. Kein Stress, kein Schnickschnack. Während draußen vielleicht schon jemand ungeduldig wurde, rührte sie in einer kleinen Schüssel ihr Dressing an, probierte, nickte zufrieden und stellte alles in die Mitte des Tisches. Dieser Salat war nie laut, aber immer da. Und genau deshalb habe ich ihn bis heute im Herzen. Wenn ich ihn zubereite, fühlt es sich an, als würde für einen Moment alles langsamer werden. Genau das liebe ich an diesem Rezept.
Zutaten
1 Kopf grüner Kopfsalat oder Buttersalat
100 ml süße Sahne
1 TL Zucker
½ TL Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1–2 EL frisch gepresster Zitronensaft
optional: fein geschnittener Schnittlauch
Zubereitung
Zuerst widme ich mich ganz in Ruhe dem Salat. Der Kopfsalat wird vorsichtig auseinandergenommen, beschädigte oder welke Blätter sortiere ich aus. Danach wasche ich die Blätter gründlich in kaltem Wasser, am liebsten zweimal, damit wirklich kein Sand mehr bleibt. Anschließend lasse ich den Salat gut abtropfen oder schleudere ihn trocken, denn nasse Blätter würden das Dressing später verwässern. Die trockenen Blätter zupfe ich mit den Händen in mundgerechte Stücke und lege sie in eine große Salatschüssel.
Nun bereite ich das Dressing zu. In einer kleinen Schüssel verrühre ich die Sahne mit dem Zucker, dem Salz und etwas frisch gemahlenem Pfeffer. Danach presse ich die Zitrone frisch aus und gebe zunächst einen Esslöffel Saft dazu. Alles wird gründlich verrührt, bis sich Zucker und Salz vollständig aufgelöst haben. Jetzt kommt der wichtigste Schritt: Abschmecken. Je nach Zitrone füge ich noch etwas Saft hinzu, bis das Dressing angenehm frisch, leicht säuerlich und schön cremig schmeckt – niemals zu sauer.
Erst kurz vor dem Servieren gieße ich das Dressing über den Salat. Mit zwei großen Löffeln oder vorsichtig mit den Händen hebe ich alles unter, sodass jedes Blatt leicht umhüllt ist, aber der Salat nicht darin schwimmt. Wer mag, streut zum Schluss noch etwas fein geschnittenen Schnittlauch darüber. Sofort servieren, damit der Salat knackig bleibt.
Tipps & Variationen
Dieser Salat schmeckt besonders gut als Beilage zu Kartoffelgerichten, Braten oder einfach mit einer Scheibe frischem Brot. Wer es etwas milder mag, kann einen Teil der Zitrone durch einen Spritzer milden Apfelessig ersetzen. Für eine etwas leichtere Variante lässt sich ein Teil der Sahne durch Joghurt ersetzen, wobei der klassische Geschmack dann etwas verändert wird. Wichtig ist vor allem eines: den Salat immer frisch zubereiten und das Dressing erst ganz am Ende unterheben – genau so, wie Oma es gemacht hat.
