Die Wahl der richtigen Kartoffeln ist entscheidend. Festkochende Sorten sind ideal, da sie ihre Form behalten und sich nicht in der Sauce auflösen. Die Kartoffeln werden geschält und in sehr dünne Scheiben (ca. 2–3 mm) geschnitten. Am besten gelingt das mit einem Hobel, denn gleichmäßige Scheiben sind wichtig, damit das Gratin gleichmäßig gart.
3. Sahne-Milch-Mischung
In einem Topf erhitze ich die Sahne zusammen mit der Milch. Eine zerdrückte Knoblauchzehe kommt dazu, außerdem Salz, Pfeffer und eine Prise frisch geriebene Muskatnuss. Diese Mischung darf kurz aufkochen und wird dann vom Herd genommen. Allein der Duft dieser warmen Mischung ist schon ein Versprechen auf das, was später im Ofen entsteht: cremig, würzig und vollmundig.
4. Schichten
Jetzt kommt die eigentliche Kunst: das Schichten. Zuerst lege ich eine Schicht Kartoffelscheiben in die vorbereitete Form. Dann gieße ich etwas von der Sahne-Milch-Mischung darüber und streue geriebenen Käse darauf. Schicht für Schicht arbeite ich mich durch, bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Jede Lage ist wie eine kleine Liebeserklärung an die Geduld, denn hier zeigt sich: Je sorgfältiger man schichtet, desto schöner wird später das Ergebnis.
5. Abschluss mit Käse
Die oberste Schicht ist besonders wichtig. Sie wird mit einer großzügigen Menge Käse abgeschlossen – bei mir meist Gruyère, weil er kräftig schmeckt und eine goldbraune Kruste bildet, die beim Aufschneiden leicht knuspert. Manchmal mische ich auch etwas Parmesan darunter, um eine noch aromatischere Note zu bekommen.
6. Backen
Der Ofen wird auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorgeheizt. Das Gratin kommt für 60–70 Minuten hinein. Schon nach 20 Minuten beginnt es, herrlich zu duften. Nach etwa 40 Minuten bildet sich eine Kruste, die immer dunkler und köstlicher wird. Falls sie zu dunkel zu werden droht, kann man das Gratin einfach mit Alufolie abdecken. Wichtig ist, dass die Kartoffeln wirklich weich sind, bevor man das Gratin herausholt.
7. Ruhezeit
Ein weiterer Geheimtipp meiner Mutter war die Ruhezeit. Sie nahm das Gratin aus dem Ofen und ließ es mindestens 10 Minuten stehen. So konnte sich die Sauce setzen, und beim Anschneiden floss nicht sofort alles auseinander. Für uns Kinder war das die härteste Zeit: das Gratin war da, der Duft war betörend, und doch mussten wir noch warten. Aber genau diese Wartezeit machte den ersten Bissen noch kostbarer.
