09.12.2025

Klassische Lasagne al Forno – Das Familienrezept, das alle begeistert

Zutaten (für 6–8 Portionen):

Für die Bolognese-Sauce:

  • 600 g gemischtes Hackfleisch (Rind + Schwein)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 große Zwiebel, fein gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 2 Möhren, gewürfelt
  • 2 Stangen Sellerie, gewürfelt
  • 2 EL Tomatenmark
  • 800 g stückige Tomaten (Dose oder frisch)
  • 200 ml Rotwein (optional, gibt Tiefe)
  • 300 ml Gemüse- oder Fleischbrühe
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL Oregano
  • 1 TL Basilikum
  • 1 TL Zucker (oder Honig)
  • Salz & Pfeffer

Für die Béchamel-Sauce:

  • 60 g Butter
  • 60 g Mehl
  • 800 ml Milch
  • 1 Prise Muskat
  • Salz & Pfeffer

Außerdem:

  • 12–15 Lasagneplatten
  • 200 g geriebener Mozzarella
  • 100 g frisch geriebener Parmesan
  • etwas Butter für die Form

Es gibt Gerichte, die man nicht nur isst, sondern erlebt. Für mich ist die klassische Lasagne genau so ein Gericht. Wenn ich an meine Kindheit denke, sehe ich sofort den großen, dampfenden Auflauf auf dem Tisch meiner Mutter. Lasagne gab es nicht jede Woche, sie war etwas Besonderes. Meistens am Sonntag oder wenn Besuch kam. Allein der Duft, wenn die Sauce stundenlang köchelte, war wie ein Versprechen auf einen gemütlichen Abend.

Damals war Lasagne für uns fast schon ein Festessen. Meine Mutter bereitete sie immer mit viel Geduld zu. Während meine Freundinnen von Tiefkühllasagne erzählten, stand ich in unserer Küche und schaute zu, wie meine Mutter Möhren und Sellerie fein würfelte, Hackfleisch anbratete, Tomaten und Rotwein dazugab und dann die Sauce langsam, wirklich ganz langsam köcheln ließ. Sie sagte immer: „Eine gute Lasagne braucht Zeit. Wer hetzt, bekommt keine Liebe in die Schichten.“ Ich verstand das damals nicht, aber heute weiß ich: Sie hatte recht.

Als ich älter wurde und auszog, wollte ich natürlich dieses Gefühl von Zuhause nachkochen. Meine erste Lasagne war ein Desaster: Die Nudeln waren noch hart, die Sauce schmeckte wässrig und die Béchamel hatte Klumpen. Meine Freunde, die ich eingeladen hatte, taten so, als wäre alles gut, aber ich sah in ihren Gesichtern die Wahrheit. Doch ich gab nicht auf.

Jahre später, auf einer Reise nach Italien, lernte ich in Bologna, wie man Lasagne richtig macht. Ich aß in einer kleinen Trattoria eine Portion, die mein ganzes Verständnis von diesem Gericht veränderte. Weniger Käse als bei uns, keine übertriebenen Mengen an Mozzarella, sondern eine Sauce, die tief und aromatisch war. Der Wirt erzählte mir: „Unsere Großmütter lassen die Bolognese drei Stunden köcheln. Erst dann ist sie wirklich fertig.“ Das habe ich mir gemerkt.

Zurück in Deutschland begann ich zu experimentieren. Ich ließ die Sauce länger auf dem Herd, probierte verschiedene Kombinationen von Fleisch, fügte etwas Rotwein hinzu, ließ Sellerie nicht weg, auch wenn er mir früher unnötig erschien. Plötzlich bekam die Sauce genau diesen Geschmack, den ich aus Italien kannte.

Heute ist Lasagne mein Gericht, wenn ich Familie oder Gäste beeindrucken will. Es ist nicht das schnellste Rezept, aber es ist eines, das immer für leuchtende Augen sorgt. Meine Kinder rufen schon von der Tür: „Mama, gibt es heute Lasagne?“ und mein Mann deckt freiwillig den Tisch, wenn er den Duft wahrnimmt.

Die Zubereitung beginnt mit dem Schneiden des Gemüses. Ich weiß, viele lassen Möhren und Sellerie weg, aber glaubt mir: Genau diese beiden Zutaten machen die Sauce so rund. Ich hacke die Zwiebeln, Möhren und Sellerie fein, fast wie Würfelchen. Dann erhitze ich das Olivenöl in meiner großen Pfanne. Schon das Knistern, wenn ich die Zwiebeln hineingebe, ist Musik in meinen Ohren. Nach ein paar Minuten gebe ich Knoblauch dazu.

Dann kommt das Hackfleisch. Ich brate es kräftig an, bis es richtig schön braun ist. Hier darf man nicht ungeduldig sein. Es muss Röstaromen entwickeln, sonst bleibt die Sauce flach. Ich rühre, zerdrücke Klumpen, bis das Fleisch gleichmäßig krümelig ist. Dann das Tomatenmark – kurz mitrösten, damit es süßer wird – und anschließend der magische Moment: Mit Rotwein ablöschen. Der Duft, der jetzt entsteht, ist unvergleichlich.

Die Tomaten und Brühe kommen dazu, dazu die Lorbeerblätter und die Gewürze. Dann stelle ich die Hitze herunter und lasse die Sauce köcheln. Mindestens zwei Stunden. In dieser Zeit rühre ich immer wieder um, probiere, füge Salz und Pfeffer nach. Manchmal auch noch ein wenig Zucker, wenn die Tomaten zu sauer sind. Nach dieser Zeit ist die Sauce dick, dunkelrot und voller Geschmack.

Parallel bereite ich die Béchamelsauce vor. Ich schmelze Butter, rühre das Mehl ein, lasse es kurz schäumen, dann gieße ich nach und nach Milch dazu. Am Anfang sieht es immer aus, als würde es nichts werden, aber wenn man ruhig bleibt und weiter rührt, entsteht eine wunderbar cremige Sauce. Mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken – fertig.

Dann das Schichten: Etwas Bolognese in die Form, dann Lasagneplatten, dann Béchamel, wieder Sauce, wieder Platten. Schicht um Schicht, bis die Form voll ist. Den Abschluss bildet Béchamel, dann reichlich Käse. Ich mische gerne Mozzarella und Parmesan – der eine für die Fäden, der andere für das Aroma.

Und dann kommt der spannendste Moment: die Form in den Ofen schieben und warten. Nach 40 Minuten bei 180 Grad ist sie goldbraun, blubbert und duftet so, dass die ganze Familie in die Küche kommt. Dieser Moment, wenn ich das erste Stück heraushebe und der Käse Fäden zieht, ist jedes Mal ein kleines Fest.