Zutaten
2 Hähnchenbrustfilets, in Streifen geschnitten
1 EL Olivenöl
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 TL Paprikapulver (süß)
1 TL Oregano, getrocknet
Salz und Pfeffer nach Geschmack
4 Tortilla-Wraps
150 g geriebener Käse (z. B. Gouda oder Cheddar)
1 rote Paprika, in Streifen geschnitten
100 g Salat (z. B. Rucola oder Kopfsalat)
2 EL Joghurt oder Mayonnaise
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Es gibt Rezepte, die findet man durch Zufall, und plötzlich begleiten sie einen durchs ganze Leben. Genau so war es bei mir mit diesen Käse-Knoblauch-Hähnchen-Wraps. Ich erinnere mich noch genau, wie ich sie zum ersten Mal gemacht habe: Es war ein hektischer Wochentag, die Kinder kamen früher aus der Schule, mein Mann hatte sich angekündigt, schon um zwölf nach Hause zu kommen, und ich stand in der Küche und überlegte verzweifelt, was ich aus dem machen könnte, was noch im Kühlschrank lag. Ein paar Hähnchenbrustfilets, eine rote Paprika, etwas Salat und Käse – das war alles. Damals hätte ich nicht gedacht, dass genau daraus ein Rezept entstehen würde, das so oft wiederholt wird und inzwischen fast schon einen festen Platz in unserem Familienkochbuch hat.
Die Idee kam eigentlich ganz spontan. Ich hatte an den Sommer gedacht, an die Märkte in Spanien, wo man überall frische Tortillas kaufen kann, die man dann mit allem füllt, was gerade da ist. Warum also nicht bei uns in der Küche ein bisschen Urlaubsfeeling zaubern? Also schnitt ich die Hähnchenbrust in Streifen, würzte sie mit Paprika, Knoblauch, Oregano, Salz und Pfeffer und briet sie in Olivenöl an. Allein dieser Duft – goldbraun gebratenes Hähnchen, durchzogen vom Aroma des Knoblauchs – ließ die Kinder schon neugierig in die Küche kommen.
Ich legte die Wraps auf die Arbeitsfläche, bestrich sie mit einem Klecks Joghurt, gab Salatblätter und Paprikastreifen darauf, verteilte die gebratenen Hähnchenstücke und streute großzügig Käse darüber. Dann rollte ich die Wraps ein, legte sie noch kurz in die heiße Pfanne, damit der Käse schmilzt und die Außenseite leicht knusprig wird. Als ich sie auf den Tisch stellte, war sofort Ruhe – dieses seltene, wunderbare Schweigen, wenn alle so vertieft ins Essen sind, dass niemand mehr redet. Und dann hörte ich nur noch: „Mama, das ist sooo lecker!“ – ein größeres Kompliment kann man kaum bekommen.
Seit diesem Tag gehören die Käse-Knoblauch-Hähnchen-Wraps zu unseren Lieblingsgerichten. Sie sind nicht nur schnell gemacht, sondern lassen sich auch wunderbar variieren. Mal nehme ich Cheddar, mal Gouda, manchmal auch eine Mischung aus Mozzarella und Emmentaler, je nachdem, was gerade da ist. Auch beim Salat kann man variieren: Im Sommer Rucola, im Winter eher Kopfsalat oder Eisberg. Manchmal gebe ich auch ein paar Tomatenscheiben oder Gurken hinein, wenn sie gerade Saison haben.
Einmal habe ich die Wraps sogar für ein Picknick vorbereitet. Wir sind an einem sonnigen Sonntag an den See gefahren, und ich hatte die Wraps morgens schon gerollt, in Backpapier gewickelt und in eine Kühltasche gepackt. Dort am Wasser, während die Kinder spielten und wir Erwachsenen im Gras saßen, schmeckten sie noch besser – vielleicht, weil Essen draußen immer besser schmeckt, vielleicht aber auch, weil alle so glücklich waren.
Meine Mutter hat sich irgendwann auch an dieses Rezept gewagt. Sie ist eigentlich eher die klassische Köchin, die lieber Braten und Kartoffeln macht, aber als sie einmal bei uns war und ich die Wraps auf den Tisch stellte, war sie sofort begeistert. Sie sagte: „Das ist ja wie moderne Küche, aber trotzdem so einfach.“ Später rief sie mich an und erzählte, dass sie die Wraps inzwischen für ihre Freundinnen macht, wenn sie zum Kaffeeklatsch kommen. Statt Kuchen serviert sie mittags Wraps, und alle sind begeistert, weil es leicht ist, aber trotzdem satt macht.
Wenn ich ehrlich bin, steckt in diesem Rezept auch ein Stück Lebensgefühl. Es ist unkompliziert, schnell gemacht, aber gleichzeitig so wandelbar, dass man es immer wieder anders interpretieren kann. Manchmal habe ich Lust auf eine mediterrane Variante und gebe noch Oliven und getrocknete Tomaten hinein. Ein anderes Mal mache ich eine herzhafte Version mit etwas Speck oder Schinken zusätzlich. Und wenn es ganz leicht sein soll, lasse ich die Mayonnaise weg und nehme nur Joghurt, das schmeckt frisch und sommerlich.
