Es gibt Kuchen, die backt man einmal, findet sie ganz nett und legt das Rezept danach wieder zur Seite. Und dann gibt es Torten wie diese hier, die Gewitter-Torte mit Schmand, die sofort einen Platz in der eigenen Rezeptsammlung bekommt, weil sie nicht nur schmeckt, sondern eine Geschichte erzählt. Ich weiß noch, wie ich das erste Mal auf diese Torte gestoßen bin. Es war tatsächlich an einem heißen Junitag, die Luft stand schwer, draußen sah der Himmel schon aus, als würde sich ein Gewitter zusammenbrauen, und meine Tante brachte plötzlich dieses kleine Kunstwerk auf den Tisch. Ein dunkler Schokoboden, darauf glänzende rote Kirschen wie Blitze am Himmel, oben drüber eine helle Schmand-Quark-Creme wie die ruhige Luft danach, und on top ein Baiser mit Mandelblättchen, der knusperte wie Donner in der Ferne. Ich fand die Namensgebung damals so passend, dass ich sie nie wieder vergessen habe. Und seitdem gehört diese Torte für mich zu den schönsten Kombinationen von Schokolade, Frucht, Creme und Baiser, die man sich vorstellen kann.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Das Rezept klingt vielleicht auf den ersten Blick nach vielen Schritten, aber eigentlich fügt sich alles wie ein kleines Puzzle zusammen. Ein Boden, ein Belag, eine Creme, ein Baiser – und am Ende ergibt sich ein Bild, das nicht nur köstlich ist, sondern auch Gäste zum Staunen bringt. Ich habe diese Torte inzwischen unzählige Male gebacken, mal für Geburtstage, mal für Sommerfeste, und jedes Mal war sie der Star auf dem Buffet.
Zutaten für den Biskuitboden (Schokobiskuit):
2 Eier
100 g Zucker
100 g weiche Butter
70 g Kakao
80 g Mehl
1 gehäufter TL Backpulver
Für den Baiserbelag:
50 g weiche Butter
50 g Zucker
1 Päckchen Vanillinzucker
2 Eigelb
75 g Mehl
1 TL Backpulver
2 Eiweiß
75 g Zucker
50 g Mandelblättchen
Außerdem:
1 Glas Sauerkirschen
2 Päckchen roter Tortenguss
400 ml Kirschsaft (von den Sauerkirschen)
Für die Creme:
200 ml Milch
2 Päckchen Cremepulver Quarkfein Vanille
500 g Magerquark
200 g Schmand
2 Päckchen Sahnesteif
Zubereitung Schritt für Schritt (aber nicht ohne kleine Umwege, wie es bei mir oft passiert):
Für den Schokobiskuit habe ich gelernt: die Eier mit Zucker und Butter richtig schön lange schaumig schlagen. Am Anfang dachte ich immer, ach, das reicht schon nach zwei Minuten, aber inzwischen weiß ich, je mehr Luft man hier hineinbekommt, desto lockerer wird der Boden. Danach Kakao, Mehl und Backpulver sieben – und ja, es lohnt sich wirklich, das Sieben, auch wenn ich manchmal zu faul war. Ohne Sieben hatte ich schon kleine Klümpchen im Teig, und das ist ärgerlich. Alles vorsichtig unterheben, damit die Luft nicht wieder entweicht. Die Masse in eine gefettete und bemehlte Springform füllen, und ab in den Ofen bei 200 °C Ober-/Unterhitze für etwa 10 bis 15 Minuten. Nicht zu lange, sonst wird der Boden trocken. Wenn er fertig ist, aus der Form lösen, auskühlen lassen und mit einem Tortenring umschließen.
Während der Boden abkühlt, geht es an den Baiserbelag. Hier habe ich schon ein paar Missgeschicke erlebt, weil Baiser einfach empfindlich ist. Aber der Reihe nach: Butter mit 50 g Zucker und Vanillinzucker schaumig schlagen, dann die Eigelbe hinzufügen, Mehl und Backpulver einrühren. Aus den Eiweißen einen festen Schnee schlagen, dabei nach und nach die 75 g Zucker einrieseln lassen. Diesen Eischnee vorsichtig unter die Butter-Ei-Masse heben, und alles auf den ausgekühlten Boden streichen. Mandelblättchen darüber, und dann wieder kurz in den Ofen, bis der Belag goldbraun und knusprig ist. Das Knacken, wenn man später hineinschneidet, ist einfach herrlich.
Die Kirschen sind für mich das Herzstück. Ich gieße sie ab, fange den Saft auf, und stelle ihn für den Tortenguss zur Seite. Die Kirschen verteile ich gleichmäßig auf dem Boden. Dann koche ich aus dem Saft mit Tortenguss ein glänzendes rotes Gelée, das wie kleine Blitze aussieht, wenn es über die Kirschen gegossen wird. Es zieht schnell an, und man sollte sich nicht zu viel Zeit lassen, sonst klebt der Guss am Topfrand und nicht auf der Torte – ja, auch das ist mir schon passiert.
