13.10.2026

Tomaten konservieren ohne Essig und Wasser – ein Vorratswunder für den ganzen Winter

Es gibt Dinge, die lernt man nicht aus Büchern, sondern aus dem Leben, und manchmal auch ein bisschen aus der Not heraus. Ich erinnere mich noch gut an einen Sommer vor einigen Jahren, als wir einen riesigen Korb voller sonnengereifter Tomaten vom Markt nach Hause schleppten. Die Kinder halfen mir, die roten, prallen Früchte in die Küche zu tragen, und die ganze Wohnung duftete plötzlich nach Sommer. Es war dieses süßlich-frische Aroma, das nur Tomaten haben, die in der Sonne gereift sind und nicht im kalten Regal eines Supermarktes. Doch so sehr ich mich freute, ich wusste auch: So viele Tomaten können wir niemals in ein paar Tagen essen. Und genau in diesem Moment erinnerte ich mich an meine Oma. Sie hatte damals immer im Spätsommer ihre Küche in eine kleine Konservenfabrik verwandelt. Auf dem Tisch standen Gläser, auf dem Herd dampfte es, und überall lagen Kräuter, Knoblauchzehen und natürlich Tomaten.

Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2

Damals dachte ich als Kind: „Warum so viel Arbeit, wenn man im Laden doch einfach eine Dose Tomaten kaufen kann?“ Heute, viele Jahre später, weiß ich die Antwort. Weil keine Dose dieser Welt jemals so schmeckt wie selbstgemachte Vorräte. Und weil das Gefühl, mitten im Winter ein Glas zu öffnen und den Duft des Sommers wieder in der Nase zu haben, unbezahlbar ist.

Dieses Rezept, das ich hier aufschreibe, habe ich im Laufe der Jahre immer wieder ausprobiert, verändert, manchmal auch verpatzt. Aber genau das macht es so echt. Denn es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, ein Stück Sommer einzufangen. Und das Beste daran: Man braucht keinen Essig, kein Wasserbad, keine komplizierten Gerätschaften. Nur gute Tomaten, etwas Öl, Kräuter, Knoblauch, Salz und ein wenig Geduld.

Zutaten für ca. 3 Gläser (600 ml)

5 kg kleine, fleischige Tomaten
30 ml Olivenöl pro Glas
1 Knoblauchzehe pro Glas
etwas frischer Thymian oder Rosmarin
Salz nach Gefühl

Zubereitung – Schritt für Schritt, mit allen kleinen Umwegen

Zuerst nehme ich mir die Tomaten vor. Ich wähle immer die, die schön fest, aber gleichzeitig aromatisch sind. Zu weiche Tomaten zerfallen im Ofen zu schnell, und die ganz harten verlieren später den Geschmack. Ich halbiere sie, entferne den Strunk und schneide sie in Spalten. Früher habe ich sie manchmal zu grob gelassen, und dann passten sie nicht gut ins Glas. Also habe ich gelernt, dass etwas kleinere Stücke besser sind, damit man sie später schön schichten kann.

Dann breite ich die Tomatenspalten auf Backblechen aus, die ich vorher mit Backpapier belege. Es sieht fast aus wie ein roter Teppich voller kleiner Sonnen. Ich streue großzügig Salz darüber, gebe Thymian und Rosmarin dazu und schiebe das Ganze bei 200 °C in den Ofen. Eine Stunde lang dürfen sie dort bleiben, und in dieser Zeit verwandelt sich die Küche in ein kleines Paradies. Der Duft, der sich verbreitet, ist so intensiv, dass meine Kinder jedes Mal fragen: „Mama, wann gibt’s Pizza?“

Während die Tomaten im Ofen sind, bereite ich den Knoblauch vor. Ich weiche die Zehen kurz in Wasser ein, damit sich die Schale leichter löst. Dann hacke ich sie grob, nicht zu fein, damit später im Glas noch kleine Stückchen zu sehen sind. Das gibt beim Essen diesen besonderen Biss.