13.10.2026

Tomaten konservieren ohne Essig und Wasser – ein Vorratswunder für den ganzen Winter

Nach einer Stunde hole ich die Tomaten aus dem Ofen. Sie sind jetzt geschrumpft, leicht karamellisiert und voller Geschmack. Manchmal passiert es, dass ich sie zu lange drin lasse und die Ränder etwas schwarz werden – das ist nicht schlimm, solange man die verbrannten Stücke entfernt.

Jetzt kommen die Gläser ins Spiel. Ich wasche sie gründlich mit heißem Wasser aus und lasse sie trocknen. Einmal habe ich den Fehler gemacht und die Gläser nicht richtig abgetrocknet – das Ergebnis war, dass sich später Wassertröpfchen bildeten, und die Haltbarkeit war dahin. Seitdem bin ich penibel.

In jedes Glas gebe ich ein bisschen Knoblauch, Thymian oder Rosmarin, dann eine Schicht Tomaten. Dann wieder Knoblauch, Kräuter, Tomaten. So, bis das Glas voll ist. Zum Schluss gieße ich 30 ml Olivenöl pro Glas darüber, sodass die Tomaten gut bedeckt sind. Dieses Öl ist später fast genauso wertvoll wie die Tomaten selbst – es schmeckt wunderbar aromatisch und eignet sich zum Verfeinern von Pasta oder Salaten.

Die Gläser verschließe ich fest, stelle sie für 10 Stunden auf den Kopf und lasse sie so stehen. Es sieht vielleicht etwas merkwürdig aus, wenn in der Küche plötzlich ein paar kopfstehende Gläser auf dem Tisch stehen, aber genau das sorgt dafür, dass sie sich vakuumieren. Nach der Zeit drehe ich sie wieder um und lagere sie an einem kühlen, trockenen Ort.

Tipps, Fehler und kleine Geheimnisse

  • Nicht geizen mit Salz. Einmal habe ich versucht, besonders sparsam zu sein, weil ich dachte, es wäre gesünder. Das Ergebnis: Die Tomaten hielten nicht lange. Salz ist hier ein natürlicher Konservierer.
  • Thymian oder Rosmarin? Beide funktionieren wunderbar. Rosmarin macht den Geschmack etwas kräftiger, Thymian ist milder. Ich mische manchmal beides.
  • Aufbewahrung: Im Keller oder in einem dunklen Schrank halten die Gläser locker den ganzen Winter. Manche sagen sogar bis zu einem Jahr.
  • Resteverwertung: Wenn Tomaten übrig bleiben, kann man sie einfach in eine Schale legen, mit grobem Salz bestreuen und in der Sonne trocknen. Dann in Beutel füllen und im Kühlschrank aufbewahren – perfekt als Snack oder für Pasta.
  • Olivenöl: Nehmt wirklich ein gutes Öl. Billiges Öl verdirbt den Geschmack, und wenn man schon so viel Arbeit investiert, sollte man hier nicht sparen.

Es geht nicht nur darum, Tomaten haltbar zu machen. Es geht darum, ein Stück Sommer einzufangen. Wenn ich mitten im Winter ein Glas öffne und die Tomaten in die Pfanne gebe, dann riecht es sofort nach Sonne, nach Wärme, nach langen Tagen im Garten. Meine Familie liebt diese Tomaten zu Pasta, auf Pizza oder einfach als Beilage zu Fleisch oder Fisch. Und jedes Mal sagen sie: „Das ist so viel besser als aus der Dose.“

Für mich ist es auch ein Stück Verbindung zu meiner Oma. Sie hätte nie gedacht, dass ich einmal ihre Methoden übernehmen würde. Aber heute stehe ich da, mit meinen Kindern, und wir machen es gemeinsam. Sie legen die Tomaten aufs Blech, streuen Salz, lachen, wenn etwas daneben fällt. Und ich weiß: Diese Momente sind genauso haltbar wie die Tomaten selbst.