Wer möchte, kann zusätzlich etwas Paprikapulver verwenden. Das ist aber kein Muss, denn die Sauce bringt bereits viel Würze mit.
Für dieses Rezept benötigt man außerdem einen ausreichend großen Bräter oder einen ofenfesten Schmortopf mit Deckel.
Welches Fleisch eignet sich am besten?
Hier lohnt es sich, nicht einfach irgendein besonders mageres Stück Rindfleisch zu nehmen. Für lange Schmorgerichte sind Stücke aus Schulter oder Wade hervorragend geeignet.
Solches Fleisch sieht roh vielleicht nicht so edel aus wie ein mageres Steakstück, entwickelt aber beim langen Schmoren genau die Konsistenz, die man für Gulasch haben möchte.
Das Bindegewebe wird während der langen Garzeit weich und das Fleisch bekommt seine typische saftige, zarte Struktur.
Die Stücke sollten außerdem nicht zu klein geschnitten sein. Bei drei Stunden Garzeit können winzige Fleischwürfel schnell zerfallen. Normale Gulaschwürfel sind deshalb genau richtig.
Am Vorabend: Alles vorbereiten
Zuerst das Fleisch kontrollieren und sehr große Stücke gegebenenfalls etwas kleiner schneiden.
Die Zwiebeln schälen und würfeln oder in nicht zu dünne Streifen schneiden. Sie müssen nicht extrem fein sein, denn während der langen Garzeit werden sie ohnehin sehr weich.
Anschließend die Paprikaschoten waschen, halbieren und Kerne sowie weiße Innenhäute entfernen. Danach die Paprika in mundgerechte Stücke schneiden.
Den Speck ebenfalls würfeln, sofern er nicht bereits fertig gewürfelt gekauft wurde.
Damit ist praktisch die gesamte Vorbereitung erledigt.
Jetzt beginnt das Schichten.
So wird das Schichtgulasch aufgebaut
Das Rindfleisch gleichmäßig auf dem Boden des Bräters verteilen.
Darauf kommt der gewürfelte Speck. Er sorgt während des Schmorens für eine kräftige Würze und gibt zusätzlich Geschmack an Fleisch und Sauce ab.
Als nächste Schicht die Zwiebeln darüber verteilen.
Danach folgen die Paprikastücke.
Zum Schluss die Chilisauce gleichmäßig darübergeben. Die Sauce sollte sich möglichst gut über die Zutaten verteilen.
Jetzt nicht wild umrühren.
Genau das unterscheidet dieses Gericht von vielen klassischen Gulaschrezepten. Die Zutaten dürfen zunächst so bleiben, wie sie eingeschichtet wurden.
Den Bräter anschließend gut verschließen und in den Kühlschrank stellen.
Dort bleibt er über Nacht beziehungsweise ungefähr 24 Stunden.
Warum überhaupt 24 Stunden warten?
Das ist vor allem praktisch, weil sich das komplette Gericht am Vortag vorbereiten lässt. Gleichzeitig können sich die Aromen der Zutaten miteinander verbinden.
Man bereitet beispielsweise am Samstagabend alles vor und muss am Sonntag nur noch den Bräter in den Ofen stellen.
Gerade für ein großes Sonntagsessen ist das ideal.
Allerdings sollte der vorbereitete Bräter während dieser Zeit unbedingt im Kühlschrank stehen. Rohes Fleisch gehört selbstverständlich nicht über viele Stunden bei Raumtemperatur auf die Arbeitsplatte.
Am nächsten Tag kommt der Bräter in den Ofen
Den Backofen auf 210 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Deckel auf dem Bräter lassen und das Schichtgulasch in den heißen Ofen stellen.
Nun ungefähr 3 Stunden schmoren lassen.
Während dieser Zeit muss man nicht ständig danebenstehen. Gerade darin liegt der Reiz dieses Rezeptes.
Nach einiger Zeit beginnt die Küche ohnehin herrlich nach Gulasch, Paprika und Zwiebeln zu riechen.
Der Speck gibt seine Würze ab, die Zwiebeln werden weich, die Paprika schmort in der Sauce und das Rindfleisch bekommt ausreichend Zeit, um zart zu werden.
Je nach Größe der Fleischstücke und verwendetem Bräter kann die benötigte Zeit etwas variieren. Entscheidend ist deshalb am Ende nicht ausschließlich die Uhr.
Probiert ein Stück Fleisch.
Lässt es sich problemlos mit der Gabel teilen und ist angenehm weich, ist das Gulasch fertig.
Ist das Fleisch noch deutlich fest, gebt ihm etwas mehr Zeit.
Bei Schmorgerichten ist Geduld fast immer besser als ein zu frühes Herausnehmen.
Jetzt kommt der Schmand
Wenn das Fleisch richtig weich ist, wird der Schmand untergerührt.
Etwa 200 g reichen für einen großen Bräter normalerweise gut aus.
Durch den Schmand verändert sich die Sauce noch einmal deutlich. Sie wird cremiger, milder und bekommt einen schönen Kontrast zur kräftigen Tomaten- und Paprikanote.
Am besten zunächst etwas von der heißen Sauce mit dem Schmand verrühren und diese Mischung anschließend unter das Gulasch geben. So verteilt sich der Schmand besonders schön.
Jetzt darf auch zum ersten Mal alles ordentlich miteinander vermischt werden.
Anschließend abschmecken.
Je nachdem, wie würzig Speck und Chilisauce bereits waren, braucht das Gericht möglicherweise kaum zusätzliches Salz.
Deshalb nicht schon am Anfang große Mengen Salz hineingeben. Nachwürzen kann man immer.
Etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer passt dagegen hervorragend dazu.
So sollte die Sauce am Ende aussehen
Das perfekte Schichtgulasch hat reichlich Sauce, sollte aber nicht wie eine dünne Suppe wirken.
Die Sauce darf kräftig, sämig und leicht cremig sein und sollte gut am Fleisch haften.
Falls sie nach dem Schmoren noch etwas zu flüssig erscheint, kann man den Bräter für kurze Zeit ohne Deckel zurück in den Ofen stellen.
Ist sie dagegen sehr dick geworden, kann ein kleiner Schluck heißes Wasser oder Brühe helfen.
Aber immer vorsichtig dosieren. Lieber zweimal wenig Flüssigkeit hinzufügen als einmal zu viel.
Was passt zum Schichtgulasch?
Bei den Beilagen kann man es ganz klassisch halten.
Nudeln passen hervorragend, weil sie die kräftige Sauce gut aufnehmen. Besonders breite Bandnudeln sind dazu richtig lecker.
Auch Kartoffeln funktionieren wunderbar.
Salzkartoffeln sind eine einfache Variante, Kartoffelpüree macht das gesamte Essen noch etwas gemütlicher und cremiger.
Wer es traditioneller mag, serviert Knödel dazu. Gerade wenn viel Sauce vorhanden ist, sind Semmel- oder Kartoffelknödel eine hervorragende Wahl.
Und manchmal braucht es gar keine aufwendige Beilage.
Ein paar dicke Scheiben frisches Bauernbrot reichen völlig aus. Damit kann man am Ende sogar noch die letzte Sauce vom Teller aufnehmen.
Ein Gericht, das am nächsten Tag fast noch besser schmeckt
Gulasch gehört zu den Gerichten, bei denen Reste keineswegs enttäuschend sind.
Ganz im Gegenteil.
Wenn etwas übrig bleibt und über Nacht im Kühlschrank steht, verbinden sich die Aromen noch stärker. Am nächsten Tag langsam erhitzt, schmeckt das Schichtgulasch oft sogar noch intensiver.
Deshalb kann man ruhig eine etwas größere Portion zubereiten.
Beim Aufwärmen sollte das Gulasch langsam und gründlich erhitzt werden. Falls die Sauce im Kühlschrank stark eingedickt ist, einfach ein wenig Wasser oder Brühe dazugeben.
Wenn Kinder mitessen
Die Schärfe hängt bei diesem Rezept stark von der verwendeten Chilisauce ab.
Wer für die ganze Familie kocht und weiß, dass Kinder oder empfindliche Esser dabei sind, sollte eine milde Variante wählen.
Schärfer machen kann man das eigene Essen später immer noch.
Etwas Chili, Cayennepfeffer oder eine scharfe Sauce kann schließlich jeder direkt auf seinem Teller hinzufügen.
Andersherum ist es deutlich schwieriger: Ist der komplette Bräter einmal viel zu scharf, bekommt man die Schärfe nur schwer wieder heraus.
Paprika nicht zu klein schneiden
Ein kleiner Trick macht optisch einen großen Unterschied.
Schneidet die Paprikaschoten nicht in winzige Würfel.
Nach drei Stunden im Ofen werden kleine Stückchen sehr weich und können nahezu vollständig in der Sauce verschwinden. Größere Stücke bleiben dagegen teilweise sichtbar und geben dem fertigen Gulasch eine schöne rustikale Optik.
Gerade rote und gelbe Paprika sehen in der dunkelroten Sauce wunderbar aus.
Auch beim Speck kommt es auf die Menge an
Speck ist bei diesem Gericht nicht einfach nur eine zusätzliche Fleischeinlage. Er liefert Fett, Salz und ein kräftiges Aroma.
Deshalb sind ungefähr 200 bis 220 g auf 1 kg Rindfleisch eine gute Orientierung.
Wer einen sehr salzigen oder stark geräucherten Speck verwendet, sollte mit zusätzlichem Salz besonders vorsichtig sein.
Wer es etwas milder möchte, kann einen weniger stark geräucherten Speck nehmen.
Ganz weglassen würde ich ihn bei dieser Variante jedoch nicht, denn er gehört zum typischen Charakter des Schichtgulaschs.
Das perfekte Essen, wenn Gäste kommen
Dieses Rezept ist gerade deshalb so angenehm, weil der größte Teil der Arbeit bereits erledigt werden kann, bevor die Gäste überhaupt vor der Tür stehen.
Am Vorabend Fleisch und Gemüse schneiden, alles in den Bräter schichten und ab damit in den Kühlschrank.
Am nächsten Tag kommt das Gulasch rechtzeitig in den Ofen.
Während es schmort, kann man den Tisch decken, die Beilage vorbereiten oder sich um andere Dinge kümmern.
Keine fünf Pfannen auf dem Herd, kein hektisches Anbraten unmittelbar vor dem Essen und kein komplizierter Ablauf.
Und wenn der Bräter schließlich auf den Tisch kommt, sieht das Gericht trotzdem nach einem Essen aus, für das man den ganzen Tag in der Küche gestanden hat.
Die wichtigsten Punkte noch einmal
Nehmt gutes Schmorfleisch und keine extrem mageren, winzigen Fleischstücke. Schneidet die Paprika etwas gröber, damit sie nach der langen Garzeit nicht vollständig verschwindet. Lasst den vorbereiteten Bräter während der Ruhezeit unbedingt im Kühlschrank stehen und gebt dem Fleisch im Ofen ausreichend Zeit.
Den Schmand erst gegen Ende unterrühren und mit Salz erst abschließend vorsichtig abschmecken.
Vor allem aber: Nicht ungeduldig werden.
Wenn das Fleisch nach der vorgesehenen Garzeit noch etwas fest ist, bedeutet das nicht, dass das Rezept misslungen ist. Manche Fleischstücke brauchen schlicht länger. Weitere 20 oder 30 Minuten können einen enormen Unterschied machen.
Genau diese lange, langsame Zubereitung macht ein gutes Schmorgericht schließlich aus.
Wenn man anschließend mit der Gabel in ein Stück Fleisch sticht und es beinahe von selbst auseinanderfällt, weiß man, warum dieses Gericht seinen Namen verdient.
