Die Aussage „Einen Monat vor einem Schlaganfall sendet der Körper Warnsignale“ klingt dramatisch – ganz so einfach ist es medizinisch jedoch nicht. Es gibt keine zuverlässige Liste von Symptomen, die einen Schlaganfall exakt einen Monat vorher ankündigt. Ein Schlaganfall tritt häufig plötzlich auf. Es gibt allerdings Warnereignisse, die keinesfalls ignoriert werden dürfen. Besonders wichtig ist die sogenannte transitorische ischämische Attacke (TIA). Ihre Beschwerden können nach wenigen Minuten wieder verschwinden – trotzdem handelt es sich um einen medizinischen Notfall.
Genau darin liegt die Gefahr: Jemand bemerkt beispielsweise plötzlich, dass ein Arm merkwürdig schwach wird. Vielleicht ist die Sprache für einige Minuten undeutlich oder das Sehen verändert sich. Kurz darauf scheint wieder alles normal zu sein.
Viele denken dann: „War wohl nur Kreislauf.“
Das kann ein folgenschwerer Irrtum sein.
Was passiert bei einem Schlaganfall?
Unser Gehirn benötigt ununterbrochen Sauerstoff und Nährstoffe aus dem Blut. Wird die Blutversorgung eines Gehirnbereichs blockiert, können Gehirnzellen innerhalb kurzer Zeit geschädigt werden.
Bei einem ischämischen Schlaganfall wird ein Blutgefäß blockiert, beispielsweise durch ein Blutgerinnsel. Bei einem hämorrhagischen Schlaganfall tritt dagegen Blut aus einem gerissenen oder undichten Gefäß in beziehungsweise um das Gehirn aus.
Deshalb zählt bei einem Schlaganfall jede Minute.
Man sollte nicht abwarten, ob es „von alleine besser wird“, und auch nicht erst am nächsten Morgen einen Arzttermin vereinbaren.
Das vielleicht wichtigste Warnsignal: eine TIA
Eine TIA wird umgangssprachlich häufig als „Mini-Schlaganfall“ bezeichnet. Treffender ist die Bezeichnung Warnschlaganfall.
Dabei wird die Blutversorgung eines Teils des Gehirns vorübergehend gestört. Die Symptome ähneln denen eines Schlaganfalls, verschwinden jedoch wieder. Genau das macht eine TIA so tückisch.
Man fühlt sich kurze Zeit später möglicherweise wieder vollkommen normal und glaubt, die Gefahr sei vorbei.
Das Gegenteil kann der Fall sein.
Die American Stroke Association weist darauf hin, dass TIAs einem Teil der Schlaganfälle vorausgehen und weitere Ereignisse häufig innerhalb der darauffolgenden Tage oder Wochen auftreten. Deshalb benötigen auch vollständig verschwundene Symptome eine dringende medizinische Abklärung.
Man kann also durchaus ein Warnereignis vor einem späteren Schlaganfall erleben. Daraus sollte jedoch nicht die Behauptung entstehen, der Körper sende grundsätzlich „einen Monat vorher“ bestimmte Signale.
Dafür gibt es keine solche verlässliche Zeitregel.
Diese plötzlichen Veränderungen sind besonders wichtig
Typische Warnzeichen eines Schlaganfalls sind plötzlich auftretende neurologische Veränderungen.
