Dazu gehören:
Taubheit oder Schwäche im Gesicht, Arm oder Bein, besonders auf einer Körperseite
ein herabhängender Mundwinkel
Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen
plötzlich auftretende Sehstörungen
Gleichgewichts- oder Koordinationsprobleme und Schwierigkeiten beim Gehen
plötzlich auftretender starker Schwindel
ein ungewöhnlich starker Kopfschmerz ohne erkennbare Ursache.
Das entscheidende Wort lautet dabei häufig plötzlich.
Nicht jede Müdigkeit, jeder Kopfschmerz oder jeder kurze Schwindel bedeutet einen bevorstehenden Schlaganfall. Entscheidend ist das Muster der Beschwerden – insbesondere plötzlich auftretende neurologische Ausfälle.
Ein einfacher Test, den man sich merken sollte: B.E. F.A.S.T.
Die American Stroke Association verwendet die Abkürzung B.E. F.A.S.T., um wichtige Symptome schnell zu erkennen.
B – Balance: Plötzlicher Verlust des Gleichgewichts oder der Koordination.
E – Eyes: Plötzlich verschwommenes oder doppeltes Sehen beziehungsweise Sehverlust.
F – Face: Eine Gesichtshälfte hängt herunter oder fühlt sich taub an. Bitten Sie die Person zu lächeln. Ist das Lächeln plötzlich asymmetrisch?
A – Arms: Ein Arm ist schwach oder taub. Bitten Sie die Person, beide Arme anzuheben. Sinkt einer nach unten?
S – Speech: Die Sprache ist plötzlich undeutlich, ungewöhnlich oder die Person kann einen einfachen Satz nicht richtig wiederholen.
T – Time: Keine Zeit verlieren. Sofort den örtlichen Rettungsdienst verständigen.
Gerade der letzte Punkt ist entscheidend.
„Aber nach zehn Minuten war alles wieder normal“
Auch dann sollte man die Situation nicht ignorieren.
Wenn plötzlich ein Arm taub wird, die Sprache undeutlich ist oder eine Gesichtshälfte hängt und diese Beschwerden zehn Minuten später verschwinden, kann dahinter eine TIA stecken.
Von außen lässt sich zu Beginn nicht zuverlässig unterscheiden, ob es sich um eine TIA oder einen Schlaganfall handelt. Deshalb sollen entsprechende Symptome als Notfall behandelt werden.
Der vielleicht gefährlichste Gedanke lautet deshalb:
„Jetzt ist es weg, also ist alles wieder gut.“
Das Verschwinden der Beschwerden ist kein Grund, sie zu vergessen.
Plötzliche Sehstörungen können ebenfalls dazugehören
Viele Menschen verbinden einen Schlaganfall hauptsächlich mit einer Lähmung. Doch auch die Augen können wichtige Hinweise liefern.
Plötzlicher Sehverlust, verschwommenes Sehen oder Doppelbilder können zu den Warnzeichen gehören.
Wer morgens schlechter sieht, benötigt deswegen natürlich nicht automatisch einen Rettungswagen. Entscheidend ist wieder das plötzliche Auftreten einer deutlichen Veränderung, insbesondere wenn gleichzeitig andere neurologische Symptome auftreten.
Auch die Sprache kann sich verändern
Ein Mensch spricht plötzlich verwaschen.
Er findet scheinbar einfache Wörter nicht mehr.
Er versteht eine gewöhnliche Frage nicht.
Oder seine Antworten ergeben plötzlich keinen Sinn.
Das sind Veränderungen, bei denen Angehörige häufig zuerst denken, die betroffene Person sei müde oder verwirrt.
Bei einem plötzlichen Beginn sollte jedoch auch an einen Schlaganfall gedacht werden.
Ein einfacher Test besteht darin, die Person einen normalen kurzen Satz wiederholen zu lassen. Klingt die Sprache plötzlich ungewöhnlich oder gelingt das nicht, ist das ein Warnsignal.
Das Gesicht kann einen Schlaganfall verraten
Bitten Sie die betroffene Person zu lächeln.
Bei einem Schlaganfall kann eine Gesichtshälfte schwächer sein, wodurch der Mundwinkel auf einer Seite herunterhängt.
Zusammen mit einer einseitigen Armschwäche und Sprachproblemen gehört dieses Zeichen zu den bekanntesten Möglichkeiten, einen Schlaganfall schnell zu erkennen.
Man braucht dafür keine medizinische Ausbildung.
Man muss nur wissen, worauf man achten sollte.
Warum man sich die Uhrzeit merken sollte
Wenn Symptome auftreten, sollte man sich möglichst genau merken, wann sie begonnen haben beziehungsweise wann die Person zuletzt sicher symptomfrei war.
Diese Information kann für das medizinische Team wichtig sein.
Bestimmte Behandlungen eines ischämischen Schlaganfalls sind stark zeitabhängig. Die American Stroke Association beschreibt beispielsweise intravenöse thrombolytische Behandlungen, für die bei geeigneten Patienten ein begrenztes Zeitfenster relevant ist; für ausgewählte Patienten kann auch eine mechanische Entfernung eines Gerinnsels infrage kommen.
Deshalb gibt es beim Schlaganfall einen Satz, den man ernst nehmen sollte:
Zeit ist Gehirn.
Was man im Ernstfall nicht tun sollte
Nicht erst beobachten, ob es in einer Stunde besser wird.
Nicht darauf warten, dass die Person „einmal ausschläft“.
Und nicht selbst entscheiden, dass es wahrscheinlich nur Stress, niedriger Blutdruck oder Müdigkeit sei.
Die CDC empfiehlt bei entsprechenden Schlaganfallzeichen, sofort den Rettungsdienst zu verständigen. Medizinisches Personal kann bereits auf dem Weg ins Krankenhaus mit der Versorgung beginnen.
Auch wenn die Beschwerden unterwegs verschwinden, sollte die medizinische Abklärung nicht einfach abgebrochen werden.
Und was ist mit Kopfschmerzen?
Hier muss man besonders vorsichtig mit pauschalen Aussagen sein.
Kopfschmerzen sind sehr häufig und haben unzählige mögliche Ursachen. Gewöhnliche Kopfschmerzen bedeuten nicht automatisch, dass ein Schlaganfall bevorsteht.
Zu den anerkannten Schlaganfallzeichen gehört jedoch ein plötzlich auftretender sehr starker Kopfschmerz ohne bekannte Ursache.
Insbesondere wenn gleichzeitig neurologische Auffälligkeiten wie Sprachprobleme, Sehstörungen, Schwäche oder Bewusstseinsveränderungen auftreten, muss die Situation dringend medizinisch beurteilt werden.
Die eigentliche Gefahr liegt oft in den Risikofaktoren
Statt nach geheimnisvollen Symptomen „30 Tage vorher“ zu suchen, ist es sinnvoller, die bekannten Risikofaktoren ernst zu nehmen.
Bluthochdruck gehört dazu. Ebenso können unter anderem Diabetes, Rauchen, bestimmte Herzerkrankungen und insbesondere Vorhofflimmern das Schlaganfallrisiko erhöhen. Auch ein bereits erlittener Schlaganfall oder eine TIA sind wichtige Risikofaktoren.
Viele dieser Faktoren verursachen über lange Zeit überhaupt keine spektakulären Beschwerden.
Genau deshalb sind Vorsorge und die Behandlung bekannter Risikofaktoren so wichtig.
Die wichtigste Botschaft
Ein Schlaganfall verschickt normalerweise keinen zuverlässigen „30-Tage-Countdown“.
Das Bild mit der Behauptung, der Körper sende einen Monat vorher bestimmte Warnsignale, vereinfacht die medizinische Realität zu stark.
Was es aber tatsächlich geben kann, sind vorübergehende Schlaganfall-Symptome durch eine TIA. Sie können Minuten später wieder verschwunden sein und trotzdem ein ernstes Warnsignal darstellen.
Deshalb sollte man sich weniger die angebliche Zahl von 30 Tagen merken als sechs Buchstaben:
