Es gibt Desserts, die aufwendig aussehen, stundenlange Vorbereitung verlangen und am Ende trotzdem niemanden wirklich überraschen. Und dann gibt es Rezepte wie dieses. Ein paar einfache Zutaten, kaum Arbeitszeit und trotzdem ein Ergebnis, das jedes Mal für begeisterte Gesichter sorgt. Genau deshalb gehört das „Wilde Sau“-Dessert seit einiger Zeit zu meinen absoluten Lieblingsrezepten, wenn es schnell gehen soll und ich trotzdem etwas Besonderes auf den Tisch bringen möchte.
Zum ersten Mal habe ich dieses Dessert bei einer Freundin probiert. Wir waren an einem Sonntagnachmittag zum Kaffee eingeladen und ich erwartete ehrlich gesagt einen ganz normalen Kuchen. Stattdessen stellte sie kleine Dessertgläser auf den Tisch. Schon die Optik war wunderschön. Unten eine helle, wunderbar cremige Quarkschicht und darüber eine glänzende Schokoladenganache, die langsam über die Creme floss. Jeder griff neugierig zu einem Löffel – und plötzlich war es am Tisch ganz still. Das ist für mich immer das größte Kompliment für ein Dessert.
Natürlich musste ich sofort nach dem Rezept fragen. Als sie mir erzählte, dass die Zubereitung kaum zehn Minuten dauert, wollte ich es zunächst kaum glauben. Doch schon wenige Tage später stand ich selbst in der Küche und bereitete das Dessert zu. Seitdem gehört es zu den Rezepten, die ich immer wieder mache – für Geburtstage, Familienfeiern, Grillabende oder einfach dann, wenn wir Lust auf etwas Süßes haben.
Das Besondere an diesem Dessert ist seine herrlich lockere Creme. Der Quark macht sie angenehm frisch, während die geschlagene Sahne für eine unglaublich luftige Konsistenz sorgt. Darüber kommt eine samtige Schokoladenschicht, die dem Ganzen den letzten Schliff gibt. Zusammen ergibt sich ein Dessert, das gleichzeitig leicht und wunderbar cremig schmeckt.
Besonders praktisch finde ich, dass sich das Dessert hervorragend vorbereiten lässt. Oft bereite ich es bereits am Vorabend zu und stelle die Gläser über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag muss ich sie nur noch dekorieren und servieren.
Zutaten
Für die Creme:
750 g Magerquark
120 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
400 ml Schlagsahne
Nach Belieben:
etwas Milch
Mandarinen aus der Dose (gut abgetropft)
Für die Schokoladenschicht:
150 g Vollmilchschokolade
200–250 ml Schlagsahne
Zum Dekorieren:
Schokoladenraspel
Kakaopulver
frische Beeren
Minzblätter
Zubereitung
Zunächst bereite ich die Quarkcreme vor. Dafür kommen Magerquark, Zucker und Vanillezucker in eine große Schüssel. Alles wird einige Minuten miteinander verrührt, bis eine wunderbar glatte Creme entstanden ist.
In einer zweiten Schüssel schlage ich die Sahne steif. Wichtig ist, dass sie gut gekühlt ist, denn so gelingt sie besonders locker. Anschließend hebe ich die Sahne vorsichtig unter die Quarkmasse. Dabei arbeite ich langsam mit einem Teigschaber, damit möglichst viel Luft in der Creme erhalten bleibt.
Sollte die Creme etwas zu fest erscheinen, gebe ich nach und nach wenige Esslöffel Milch hinzu. Dadurch wird sie besonders cremig und lässt sich später wunderbar in die Dessertgläser füllen.
Wer mag, kann jetzt gut abgetropfte Mandarinen vorsichtig unterheben. Sie verleihen dem Dessert eine angenehm fruchtige Note und sorgen für einen schönen Farbkontrast.
Nun verteile ich die Creme gleichmäßig auf mehrere Dessertgläser. Mit der Rückseite eines Löffels streiche ich die Oberfläche glatt.
Jetzt kommt die Schokoladenschicht an die Reihe. Dafür gebe ich die Vollmilchschokolade zusammen mit der restlichen Sahne in eine hitzebeständige Schüssel und lasse beides über einem heißen Wasserbad langsam schmelzen. Dabei wird regelmäßig gerührt, bis eine vollkommen glatte, glänzende Ganache entstanden ist.
Diese Schokoladencreme lasse ich einige Minuten leicht abkühlen. Anschließend verteile ich sie vorsichtig auf der Quarkcreme. Schon jetzt sieht das Dessert herrlich aus.
Die Gläser wandern nun für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank. Während dieser Zeit wird die Ganache etwas fester und die Creme erhält ihre perfekte Konsistenz.
Kurz vor dem Servieren dekoriere ich das Dessert nach Lust und Laune. Besonders schön sehen Schokoladenraspel, etwas Kakao oder einige frische Beeren aus. Auch gehackte Haselnüsse oder geröstete Mandeln passen hervorragend dazu.
Ich serviere das Dessert am liebsten gut gekühlt. Gerade an warmen Sommertagen schmeckt die Kombination aus frischer Quarkcreme und zarter Schokolade besonders angenehm.
Dieses Rezept lässt sich wunderbar verändern. Wer dunkle Schokolade bevorzugt, ersetzt die Vollmilchschokolade einfach durch Zartbitterschokolade. Für Kinder verwende ich manchmal zusätzlich kleine Schokolinsen oder bunte Streusel. In der Weihnachtszeit passen etwas Zimt oder geriebene Orangenschale hervorragend dazu.
Auch Früchte lassen sich wunderbar integrieren. Himbeeren, Erdbeeren, Kirschen oder Heidelbeeren harmonieren ausgezeichnet mit der cremigen Quarkmasse. Dadurch entstehen immer wieder neue Varianten, ohne dass sich die einfache Zubereitung verändert.
Sollte tatsächlich etwas übrig bleiben, kann das Dessert problemlos bis zum nächsten Tag im Kühlschrank aufbewahrt werden. Meist schmeckt es sogar noch aromatischer, weil sich alle Zutaten wunderbar miteinander verbunden haben.
Für mich gehört dieses Dessert inzwischen zu den Rezepten, die einfach immer gelingen. Es benötigt nur wenige Zutaten, ist schnell vorbereitet und sieht trotzdem aus, als hätte man deutlich mehr Zeit investiert. Genau deshalb wird es bei uns regelmäßig gewünscht – und jedes Mal sind die Dessertgläser schneller leer, als ich neue Löffel auf den Tisch legen kann. Manchmal sind eben gerade die einfachsten Rezepte diejenigen, die allen am längsten in Erinnerung bleiben.
