Zutaten
1 Rolle Blätterteig aus dem Kühlregal oder 1 aufgetaute Platte Blätterteig
2 große Hähnchenbrustfilets
6 Scheiben Kochschinken oder dünn geschnittener Schinken
6 Scheiben Käse nach Wahl, am besten mild und gut schmelzend, zum Beispiel Emmentaler, Gouda oder Schweizer Käse
1 EL Dijon-Senf
1 TL Knoblauchpulver
1/2 TL getrockneter Thymian
Salz nach Geschmack
schwarzer Pfeffer nach Geschmack
1 EL Olivenöl
1 Ei
1 EL Wasser
etwas frische Petersilie zum Bestreuen, optional
Optional für noch mehr Geschmack:
1 kleine fein gehackte Knoblauchzehe
etwas geriebener Käse zusätzlich
ein paar fein gehackte Kräuter
1 Prise Paprikapulver
Zubereitung
Zuerst kümmere ich mich immer um das Hähnchen, denn das soll später schön saftig und würzig im Zopf liegen. Die Hähnchenbrustfilets tupfe ich trocken und schneide sie, wenn sie sehr dick sind, etwas flacher oder klopfe sie vorsichtig ein wenig aus. Ich möchte keine riesigen dicken Stücke im Teig, sondern eher feine, zarte Schichten, die sich gut einfügen und später leicht schneiden lassen. Dann würze ich das Fleisch von beiden Seiten mit Salz, Pfeffer, Knoblauchpulver und dem getrockneten Thymian. Wenn ich es ein wenig kräftiger mag, kommt manchmal noch eine kleine Prise Paprikapulver dazu, aber das ist Geschmackssache.
In einer großen Pfanne erhitze ich das Olivenöl und brate die Hähnchenbrustfilets bei mittlerer bis leicht höherer Hitze an. Sie sollen nicht dunkel und trocken werden, sondern gerade so gegart sein, dass sie später im Ofen nicht mehr zu viel Flüssigkeit abgeben. Meistens reichen dafür pro Seite etwa drei bis vier Minuten, je nach Dicke. Ich brate sie also bewusst nur so weit, dass sie innen gar, aber noch schön saftig sind. Danach nehme ich sie aus der Pfanne und lasse sie kurz ruhen. Dieser kleine Moment ist wichtig, denn wenn das Fleisch sofort weiterverarbeitet wird, tritt beim Schneiden zu viel Saft aus und der Blätterteig kann später leicht weich werden.
Während das Hähnchen leicht abkühlt, heize ich den Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vor. Ein Backblech lege ich mit Backpapier aus. Dann rolle ich den Blätterteig auf einer leicht bemehlten Fläche vorsichtig aus oder breite ihn einfach auf dem Backpapier aus, wenn er schon in passender Form daherkommt. Falls der Teig sehr klein ist, rolle ich ihn ein kleines Stück aus, damit ich genug Fläche zum Flechten habe. Man sollte dabei nicht zu grob arbeiten, denn Blätterteig mag es lieber sanft. Ich drücke also nicht wild herum, sondern ziehe ihn nur etwas in Form, bis ein längliches Rechteck entsteht.
Dann kommt der Teil, der diesen Zopf so hübsch macht. Ich stelle mir das Rechteck gedanklich in drei Längsstreifen geteilt vor. Das mittlere Drittel bleibt für die Füllung, die beiden äußeren Seiten werden später eingeschnitten und über die Füllung gelegt. Mit einem scharfen Messer schneide ich auf beiden Seiten schräg verlaufende Streifen ein, etwa zwei bis drei Zentimeter breit. Oben und unten lasse ich ein kleines Stück ungeschnitten, damit ich die Enden später gut verschließen kann. Man muss dabei nicht millimetergenau arbeiten. Wichtig ist nur, dass links und rechts genug Teigstreifen entstehen, die man später abwechselnd über die Mitte legen kann.
Nun schneide ich das leicht abgekühlte Hähnchen in dünne Streifen oder kleinere Stücke. Dann streiche ich den Dijon-Senf längs auf die Mitte des Teiges. Nicht zu viel, aber genug, um der Füllung diese herrliche herzhafte Würze zu geben. Darauf lege ich zuerst einen Teil des Käses, dann das geschnittene Hähnchen, danach den Schinken und zum Schluss den restlichen Käse. Diese Reihenfolge hat sich bei mir bewährt, weil der Käse so oben und unten schön schmilzt und die Füllung ein wenig zusammenhält. Wer mag, kann hier auch noch ein wenig frische Petersilie oder fein gehackte Kräuter darüberstreuen.
Wichtig ist, die Füllung wirklich nur in die Mitte zu setzen und nicht zu breit zu verteilen. Sonst wird das Flechten später mühsam und der Teig kann beim Backen aufplatzen. Ich habe das einmal zu großzügig gemacht, weil ich dachte, noch mehr Füllung sei automatisch noch besser. Geschmacklich war es das auch, aber optisch lief mir der Käse an allen Seiten heraus. Seitdem bin ich etwas vernünftiger und halte mich lieber an eine schöne, mittige Linie. So bleibt der Zopf später geschlossen und sieht beim Anschneiden besonders hübsch aus.
Jetzt klappe ich zuerst oben und unten die kleinen Teigstücke über die Füllung, damit die Enden verschlossen sind. Dann beginne ich links und rechts abwechselnd die eingeschnittenen Streifen über die Mitte zu legen. Immer einen von links, dann einen von rechts, leicht überlappend. So entsteht nach und nach diese schöne geflochtene Optik. Am Anfang sieht es manchmal noch unsicher aus, aber schon nach den ersten Streifen erkennt man, wie der Zopf Form annimmt. Genau das mag ich so daran. Es ist fast ein bisschen meditativ, diese Teigstreifen ruhig und nacheinander über die Füllung zu legen.
Wenn alles schön verschlossen ist, verquirle ich das Ei mit einem Esslöffel Wasser und bestreiche den gesamten Zopf sorgfältig damit. Das sorgt später für diese wunderbar goldene, leicht glänzende Oberfläche. Wer mag, kann jetzt noch etwas groben Pfeffer, ein paar Kräuter oder ein wenig Sesam darüberstreuen. Dann hebe ich den Zopf vorsichtig auf das vorbereitete Blech oder ziehe das Backpapier mit dem Zopf direkt darauf. Er darf ruhig ein bisschen Platz haben, denn der Blätterteig geht beim Backen schön auf.
Im heißen Ofen backt der Hähnchen-Zopf dann etwa 25 bis 30 Minuten. Ich schaue nach ungefähr 20 Minuten das erste Mal hinein, weil jeder Ofen ein bisschen anders arbeitet. Der Teig soll deutlich aufgegangen und kräftig goldbraun sein. Wenn der Käse an den kleinen Zwischenräumen leicht blubbert, ist das immer ein herrlicher Anblick. Sollte der Zopf oben schon dunkel werden, innen aber noch etwas Zeit brauchen, kann man ihn locker mit einem Stück Backpapier abdecken und noch ein paar Minuten weiterbacken.
Nach dem Backen nehme ich ihn heraus und lasse ihn unbedingt fünf bis zehn Minuten ruhen. Das ist wirklich wichtig. So kann sich die Füllung etwas setzen, der Käse läuft beim Anschneiden nicht komplett davon und die Stücke bleiben schöner in Form. Ich weiß, dass es schwerfällt, weil der Duft so unglaublich einladend ist, aber dieses kurze Warten lohnt sich. Danach schneide ich den Zopf mit einem scharfen Messer in dicke, schöne Scheiben. Schon der Anschnitt ist jedes Mal ein kleiner Genuss, weil man die Schichten von Blätterteig, Hähnchen, Schinken und Käse so hübsch sieht.
Am liebsten serviere ich ihn mit einem frischen Salat. Ein grüner Salat mit leichtem Dressing passt wunderbar dazu, aber auch Gurkensalat, Tomatensalat oder ein bunter Blattsalat machen sich sehr gut. Wenn ich es etwas herzhafter möchte, gibt es dazu einen Klecks Honig-Senf-Dip oder eine leichte Kräutersoße. Auch ohne alles schmeckt der Zopf wunderbar, denn die Füllung ist schon aromatisch genug. Aber so ein kleines Schälchen Dip daneben schadet natürlich nie.
Falls etwas übrig bleiben sollte, schmeckt der Zopf auch am nächsten Tag noch sehr gut. Ich bewahre ihn im Kühlschrank auf und wärme einzelne Scheiben kurz im Ofen auf. Dann wird der Teig wieder knuspriger. In der Mikrowelle funktioniert es zwar auch, aber dann verliert der Blätterteig ein wenig von seiner schönen Struktur. Deshalb nehme ich mir dafür lieber ein paar Minuten mehr Zeit. Gerade als Rest fürs Mittagessen am nächsten Tag ist er wunderbar.
Tipps und Variationen
Was ich an diesem Rezept besonders liebe, ist seine Wandelbarkeit. Wenn du die Grundidee einmal verstanden hast, kannst du den Zopf immer wieder ein bisschen anders füllen und an deinen Geschmack anpassen. Die klassische Mischung mit Hähnchen, Schinken und mildem Käse ist für mich zwar die gemütlichste und familienfreundlichste Variante, aber es gibt noch viele andere schöne Möglichkeiten.
Wenn du einen kräftigeren Geschmack magst, kannst du statt mildem Käse auch Gruyère oder würzigen Bergkäse verwenden. Das macht die Füllung etwas intensiver und gibt dem Ganzen fast einen kleinen Sonntagscharakter. Wer es sanfter möchte, bleibt bei Gouda oder Emmentaler. Auch Mozzarella funktioniert, wobei man dann darauf achten sollte, ihn gut abtropfen zu lassen, damit der Teig nicht zu feucht wird.
Beim Schinken kann man ebenfalls variieren. Kochschinken ist die klassische, milde Wahl, aber auch etwas herzhafterer Schinken gibt dem Zopf mehr Tiefe. Man sollte nur darauf achten, dass er nicht zu grob oder zu dick geschnitten ist. Dünne Scheiben lassen sich besser schichten und schneiden später angenehmer. Für eine mildere Variante kann der Schinken sogar ganz weggelassen und nur mit Hähnchen und Käse gearbeitet werden.
Wenn Kinder mitessen oder du es gern besonders unkompliziert hast, kannst du die Senfschicht sehr dünn halten oder durch Frischkäse ersetzen. Frischkäse macht die Füllung besonders cremig und mild. Ich habe auch schon einmal eine Variante mit Kräuterfrischkäse gemacht, und das war unglaublich lecker. Das Gericht wirkt dadurch etwas weicher und fast noch saftiger. Gerade wenn man es als Familienessen plant, ist das eine schöne Alternative.
Wer Gemüse einbauen möchte, kann fein gewürfelte und gut abgetropfte Paprika, etwas vorgebratene Champignons oder ganz wenig Spinat ergänzen. Wichtig ist nur, dass das Gemüse nicht zu feucht ist. Zu viel Flüssigkeit ist der größte Feind des Blätterteigs. Deshalb dünste ich Pilze oder Spinat immer vorher an und lasse sie gut auskühlen, bevor ich sie in die Füllung gebe. Dann klappt es auch mit einer Gemüsevariante wunderbar.
Für Gäste oder ein Buffet lässt sich dieses Rezept auch gut in zwei kleinere Zöpfe aufteilen. Das sieht hübsch aus und lässt sich leichter servieren. Wer eine größere Runde erwartet, kann einfach zwei Blätterteige verwenden und die Menge verdoppeln. Das ist ideal, wenn man ohne viel Aufwand etwas auf den Tisch bringen möchte, das nach mehr aussieht. Gerade bei solchen Gelegenheiten liebe ich dieses Rezept besonders, weil es zuverlässig ankommt.
Ein weiterer Tipp aus meiner Küche: Bereite das Hähnchen ruhig etwas früher vor. Wenn das Fleisch komplett ausgekühlt ist, lässt sich der Zopf noch angenehmer zusammensetzen. Heiße Füllung macht den Blätterteig weich und schwieriger zu handhaben. Ich mache das manchmal sogar so, dass ich das Hähnchen schon am Vormittag brate und am Abend nur noch alles zusammenbaue. Dann geht es besonders entspannt.
Falls du den Zopf vorbereiten möchtest, kannst du ihn fertig flechten, mit Folie abdecken und bis zum Backen im Kühlschrank lassen. Das ist perfekt, wenn Besuch kommt oder wenn abends alles schnell gehen soll. Vor dem Backen bestreichst du ihn dann einfach mit Ei und schiebst ihn in den Ofen. Eventuell braucht er aus dem Kühlschrank heraus ein paar Minuten länger. Diese Vorbereitung spart unglaublich viel Hektik.
Auch als Resteessen ist dieses Rezept erstaunlich dankbar. Übrig gebliebenes gegartes Hähnchen vom Vortag kann wunderbar verwendet werden. Dann geht es sogar noch schneller. In so einem Fall achte ich nur darauf, dass das Fleisch nicht zu trocken ist, und gebe vielleicht einen Hauch mehr Senf oder etwas Frischkäse dazu, damit die Füllung schön saftig bleibt.
Wenn du den Zopf optisch noch etwas besonderer machen möchtest, kannst du vor dem Backen ein paar kleine Einschnitte mit der Schere ansetzen oder mit Kräutern und grobem Pfeffer bestreuen. Aber ehrlich gesagt braucht dieses Rezept nicht viel Schmuck. Es lebt von seiner schönen Form und der goldenen Oberfläche. Gerade das finde ich so charmant. Es ist eindrucksvoll, ohne geschniegelt zu sein.
Für mich ist dieser Hähnchen-Zopf eines dieser Rezepte geworden, auf die ich mich immer verlassen kann. Er passt zu Familienessen, zu Gästen, zu einem gemütlichen Sonntag und sogar zu einem normalen Wochentag, wenn man einfach Lust auf etwas Warmes und Herzliches hat. Er sieht aus, als hätte man sich sehr viel Mühe gegeben, schmeckt wunderbar und ist dabei doch so unkompliziert, dass man ihn gerne immer wieder macht. Und genau solche Rezepte sind am Ende die, die bleiben.
