3. Blut im Stuhl oder sehr dunkler Stuhl
Sichtbares Blut sollte nicht einfach ignoriert werden.
Auch schwarzer, teerartiger Stuhl kann auf eine Blutung im Verdauungssystem hinweisen und gehört ärztlich abgeklärt.
Dabei gilt wiederum: Blut im Stuhl bedeutet nicht automatisch Krebs. Es gibt zahlreiche andere mögliche Ursachen. Dennoch gehört dieses Symptom zu den Veränderungen, bei denen eine medizinische Abklärung sinnvoll ist.
4. Blut im Urin
Auch Blut im Urin sollte untersucht werden.
Bei Nierenkrebs fehlen beispielsweise häufig typische frühe Warnzeichen. Erst größere oder weiter fortgeschrittene Tumoren können Beschwerden wie Blut im Urin oder Schmerzen in der Nieren- beziehungsweise Rückengegend verursachen.
Auch hier kommen allerdings zahlreiche andere Erkrankungen als Ursache infrage.
5. Anhaltende Schluckbeschwerden
Wenn Essen immer wieder schwer heruntergeht, ein Druckgefühl beim Schlucken entsteht oder man sich ungewöhnlich häufig verschluckt, sollte das nicht über längere Zeit ignoriert werden.
Anhaltende Schluckbeschwerden gehören unter anderem zu den möglichen Warnzeichen von Erkrankungen der Speiseröhre. Sie können viele harmlose Ursachen haben, sollten bei längerem Bestehen jedoch untersucht werden.
6. Ein neu aufgetretener Knoten
Ein tastbarer Knoten bedeutet ebenfalls nicht automatisch Krebs.
Trotzdem sollten neu auftretende oder wachsende Verhärtungen untersucht werden.
Bei Brustkrebs kann beispielsweise eine neu aufgetretene Verhärtung oder Verdickung der Brust auffallen. Gleichzeitig weist der Krebsinformationsdienst ausdrücklich darauf hin, dass viele auffällige Veränderungen gutartig sind.
Auch Veränderungen oder Knoten an anderen Körperstellen sollte man beobachten und gegebenenfalls ärztlich abklären lassen.
7. Veränderungen der Brust
Neben einem tastbaren Knoten können Veränderungen von Form oder Größe einer Brust, Einziehungen, auffällige Veränderungen der Brustwarze, Rötungen oder andere neue Hautveränderungen Anlass für eine Untersuchung sein.
Wichtig ist dabei die Veränderung gegenüber dem persönlichen Normalzustand.
8. Eine auffällige Hautstelle verändert sich
Bei Hautkrebs gibt es eine Besonderheit: Veränderungen können teilweise bereits in einem frühen Stadium sichtbar sein.
Eine Hautstelle kann beispielsweise ihre Farbe oder Struktur verändern. Später können auffällige Stellen auch nässen oder bluten.
Das heißt allerdings keineswegs, dass jedes ungewöhnliche Muttermal Krebs ist. Gutartige Hautveränderungen sind wesentlich häufiger. Auffällige oder länger bestehende Veränderungen sollten dennoch dermatologisch beurteilt werden.
9. Anhaltende Heiserkeit oder Husten
Ein Husten während einer Erkältung ist selbstverständlich nichts Ungewöhnliches.
Anders sieht es aus, wenn Husten oder Heiserkeit ohne erkennbare Ursache lange bestehen bleiben.
Chronischer Husten ohne typische Zeichen eines Infekts und länger bestehende Heiserkeit können beispielsweise auch bei Erkrankungen im Halsbereich auftreten.
Auch hier entscheidet nicht ein einzelnes Symptom über eine Diagnose.
10. Ungewöhnliche Blutungen
Ungeklärte Blutungen sollten grundsätzlich ernst genommen werden.
Entscheidend ist, woher die Blutung stammt und unter welchen Umständen sie auftritt. Die möglichen Ursachen reichen von vergleichsweise harmlosen Erkrankungen bis zu Problemen, die rasch behandelt werden müssen.
Deshalb ist eine Diagnose anhand einer Internetliste nicht möglich.
11. Anhaltende Schmerzen ohne klare Ursache
Schmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt und sind in der überwiegenden Zahl der Situationen kein eindeutiges Krebszeichen.
Wenn Schmerzen jedoch neu sind, keine erkennbare Ursache haben, immer wiederkehren oder zunehmend stärker werden, sollte die Ursache untersucht werden.
Besonders problematisch sind Internetlisten, die praktisch jeden Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerz als „Krebswarnung“ darstellen. Ein einzelnes unspezifisches Symptom erlaubt eine solche Schlussfolgerung nicht.
12. Ungewöhnliche Müdigkeit und Leistungsabfall
Jeder kennt Tage, an denen man erschöpft ist.
Andauernde ausgeprägte Schwäche oder ein deutlicher Leistungsabfall ohne nachvollziehbaren Grund können dagegen Anlass sein, mit einem Arzt darüber zu sprechen.
Solche Beschwerden sind allerdings extrem unspezifisch und können zahlreiche Ursachen haben.
13. Veränderungen im Mund
Wunden oder Veränderungen im Mund, die nicht abheilen, sollten nicht monatelang ignoriert werden.
Das gilt besonders dann, wenn dieselbe Stelle immer wieder Probleme verursacht oder sich sichtbar verändert.
Eine ärztliche oder zahnärztliche Untersuchung kann meistens schnell klären, ob weitere Diagnostik erforderlich ist.
14. Neue Schwellungen am Hals
Ein Knoten am Hals entsteht sehr häufig durch vergrößerte Lymphknoten, beispielsweise während eines Infekts.
Bleibt eine Schwellung jedoch bestehen oder wächst sie, sollte sie untersucht werden.
Auch ein Knoten beziehungsweise eine Schwellung an der Vorderseite des Halses gehört zu den möglichen Symptomen verschiedener Schilddrüsenerkrankungen, darunter in seltenen Fällen Schilddrüsenkrebs.
15. Beschwerden, die einfach nicht verschwinden
Vielleicht ist das der wichtigste Punkt überhaupt.
Man muss sich nicht sämtliche möglichen Krebssymptome merken.
Viel sinnvoller ist es, Veränderungen des eigenen Körpers wahrzunehmen. Neue Beschwerden, die ungewöhnlich sind, wiederkehren, sich verschlimmern oder über längere Zeit bestehen bleiben, sollten medizinisch abgeklärt werden.
Bei mehreren Krebsarten weist der Krebsinformationsdienst ausdrücklich darauf hin, dass frühe Symptome unspezifisch sein oder sogar vollständig fehlen können.
Gibt es wirklich „15 Wochen vorher“ eine Krebswarnung?
Nein, eine allgemeine medizinisch belegte 15-Wochen-Frist gibt es nicht.
Krebs umfasst viele unterschiedliche Erkrankungen, die sich völlig unterschiedlich entwickeln können. Manche Tumoren werden zufällig entdeckt, obwohl die Betroffenen keinerlei Beschwerden haben. Andere verursachen Symptome erst in einem fortgeschrittenen Stadium.
Deshalb wäre die Aussage „15 Wochen vorher sendet der Körper diese Warnzeichen“ irreführend.
Auch das Bild mit einem pinken Band und einem virusähnlichen Partikel sollte man nur symbolisch verstehen: Krebs wird nicht allgemein durch ein „Krebsvirus“ verursacht.
Was wirklich einen Unterschied macht
Auf den eigenen Körper zu achten ist sinnvoll – noch wichtiger sind jedoch die empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen.
Der Grund ist einfach: Wenn eine Krebsart zunächst keine Symptome verursacht, kann man nicht darauf warten, dass der Körper ein eindeutiges Warnsignal sendet.
So weist der Krebsinformationsdienst beispielsweise darauf hin, dass früher Brustkrebs normalerweise keine Beschwerden verursacht und viele Erkrankungen im Rahmen der Früherkennung entdeckt werden.
Das ist die wesentlich wichtigere Botschaft als jede dramatische Liste vermeintlich „geheimer“ Symptome:
Nicht jedes ungewöhnliche Symptom bedeutet Krebs. Aber eine neue, unerklärliche oder länger anhaltende Veränderung sollte man auch nicht einfach ignorieren.
