Es gibt diese Tage, an denen man eigentlich etwas Herzhaftes möchte, aber nicht schon wieder Brot, nicht schon wieder Wurst, nicht schon wieder irgendetwas Schweres. Bei mir sind das oft die Nachmittage, wenn alle durcheinander nach Hause kommen, einer hat Hunger, der andere „nur ein bisschen“, und eigentlich will man etwas auf den Tisch stellen, das satt macht, warm ist und trotzdem nicht das Gefühl hinterlässt, man müsse danach erst einmal aufs Sofa sinken. Genau an solchen Tagen sind diese knusprigen Protein-Sticks aus Hüttenkäse entstanden, ganz ohne große Planung, eher aus dem Bedürfnis heraus, aus dem zu kochen, was da ist, und dabei etwas zu machen, das alle gerne essen.
Ich weiß noch genau, wie ich das erste Mal mit Hüttenkäse experimentiert habe. Lange Zeit stand er bei uns eher für Frühstück oder schnelle kalte Gerichte. Irgendwann dachte ich mir, warum eigentlich nicht warm, warum nicht knusprig, warum nicht in einer Form, die man einfach mit den Fingern essen kann. Die Heißluftfritteuse stand sowieso schon auf der Arbeitsplatte, und wie so oft hat sich daraus ein Rezept entwickelt, das inzwischen fest zu unserem Alltag gehört. Kein kompliziertes Fitness-Gerede, kein erhobener Zeigefinger, sondern einfach ein ehrliches, sättigendes Essen, das man mit gutem Gefühl servieren kann.
Für diese Sticks braucht man wirklich keine ausgefallenen Zutaten. Alles, was man braucht, ist meist ohnehin im Kühlschrank oder schnell besorgt. Ganz wichtig ist dabei, dass der Hüttenkäse möglichst dick ist, denn dann lassen sich die Sticks später besser formen und behalten beim Garen ihre schöne Form. Ich verwende für dieses Rezept 1 Tasse Hüttenkäse, dazu ½ Tasse geriebener Mozzarella, ¼ Tasse frisch geriebener Parmesan, ½ Tasse Haferflocken (wer es klassischer mag, kann auch Semmelbrösel nehmen), 1 großes Ei, ½ Teelöffel Knoblauchpulver, ½ Teelöffel Paprikapulver, ¼ Teelöffel schwarzer Pfeffer, Salz nach Geschmack, außerdem 2–3 Esslöffel Mehl zum Formen und etwas Öl oder Kochspray für die Heißluftfritteuse. Mehr braucht es nicht, und genau das mag ich an diesem Rezept so sehr.
Ich beginne immer damit, den Hüttenkäse in eine große Schüssel zu geben und ihn mit einer Gabel leicht zu zerdrücken. Nicht komplett pürieren, er darf ruhig noch Struktur haben, denn das sorgt später für eine saftige Konsistenz innen. Dann kommen der geriebene Mozzarella und der Parmesan dazu. Schon jetzt merkt man, dass die Mischung langsam zusammenhält und eine schöne, cremige Basis entsteht. Anschließend gebe ich die Haferflocken dazu. Sie sorgen nicht nur für Biss, sondern machen die Sticks auch richtig sättigend, ohne schwer zu wirken.
Nun kommt das Ei in die Schüssel, gefolgt von Knoblauchpulver, Paprikapulver, Pfeffer und Salz. Ich rühre alles gründlich um, bis eine leicht klebrige Masse entsteht. Sie soll weich sein, aber nicht flüssig. Wenn sie zu feucht wirkt, hilft ein zusätzlicher Esslöffel Haferflocken. Ist sie zu trocken, kann man einen kleinen Löffel Milch unterrühren. Mit der Zeit bekommt man dafür ein Gefühl, und genau das macht Kochen im Alltag so angenehm – man muss nicht jedes Gramm abwiegen, sondern darf sich auf seine Hände und seinen Blick verlassen.
