Kartoffelsalat mit Frikadellen ist eines dieser Gerichte, bei denen viele sofort an Zuhause denken. Es ist bodenständig, vertraut, sättigend und trotzdem immer wieder lecker. Manche kennen es von Familienfeiern, andere vom Picknick, vom Abendbrot, vom Ausflug, vom Buffet oder aus Omas Küche. Ein Teller Kartoffelsalat, daneben eine saftige Frikadelle, vielleicht noch etwas Petersilie darüber – mehr braucht es manchmal gar nicht, um glücklich am Tisch zu sitzen. Es ist im Grunde deutsches Fast Food, aber in der besten Form: selbst gemacht, frisch, würzig und viel ehrlicher als etwas aus der Packung.
Das Schöne an diesem Rezept ist, dass es klassisch schmeckt, aber leichter zubereitet wird. Statt einer schweren Mayonnaise-Sauce wird der Kartoffelsalat mit etwas Salatcreme und Joghurt gemacht. Dadurch bleibt er cremig, aber nicht zu mächtig. Die Gewürzgurken bringen Säure und Würze hinein, der Apfel sorgt für eine feine Süße und Frische, und die Zwiebel gibt dem Salat diesen typischen herzhaften Geschmack. Die Kartoffeln nehmen alles schön auf, wenn sie noch leicht warm sind, und nach kurzer Zeit entsteht genau dieser Geschmack, den man bei gutem Kartoffelsalat sucht: mild, cremig, frisch und angenehm würzig.
Auch die Frikadellen sind in dieser Variante etwas leichter. Statt klassischem gemischtem Hackfleisch wird Tatar verwendet. Das ist magerer, aber trotzdem sehr aromatisch, wenn man es richtig würzt. Mit Ei, etwas Paniermehl, Petersilie und Kapern bekommen die Frikadellen eine schöne Bindung und einen besonderen Geschmack. Die Kapern sind optional, aber sie passen überraschend gut, weil sie eine kleine salzige, würzige Note geben. Wer sie nicht mag, kann sie weglassen oder durch etwas fein gehackte Gewürzgurke ersetzen. Wichtig ist, die Frikadellen nicht zu trocken zu braten. Bei mittlerer Hitze werden sie außen schön braun und bleiben innen saftig.
Ich finde dieses Gericht besonders praktisch, weil es sowohl warm als auch kalt funktioniert. Die Frikadellen schmecken frisch aus der Pfanne wunderbar, aber auch kalt am nächsten Tag sind sie lecker. Der Kartoffelsalat kann gut vorbereitet werden und zieht sogar noch etwas durch. Deshalb eignet sich das Rezept nicht nur für ein schnelles Familienessen, sondern auch für Gäste, für ein Sommerbuffet, für die Brotdose oder für einen gemütlichen Abend, an dem man nicht ständig in der Küche stehen möchte.
Zutaten
1200 g festkochende Kartoffeln
1 Prise Salz oder Jodsalz für das Kochwasser
1 mittelgroße Zwiebel
2 Gewürzgurken
1 mittelgroßer süßlicher Apfel, zum Beispiel Jonagold
1 Bund Petersilie
1 Esslöffel Kapern
400 g Tatar
1 Esslöffel Paniermehl oder Semmelbrösel
1 Ei, Größe M
Salz nach Geschmack
Pfeffer nach Geschmack
2 Teelöffel Pflanzenöl
2 Esslöffel leichte Mayonnaise oder Salatcreme bis etwa 23 % Fett
150 g Magermilchjoghurt natur
Nach Wunsch etwas Gurkenwasser aus dem Glas
Nach Wunsch 1 Teelöffel Senf
Nach Wunsch etwas Paprikapulver für die Frikadellen
Nach Wunsch frische Gurkenscheiben oder Blattsalat zum Servieren
