Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Kalter Hund – DDR Kuchen Rezepte als Weihnachtskuchen in der Weihnachtsbäckerei
Vorgeschichte
Es war an einem verregneten Novembernachmittag, als ich, auf der Suche nach einem einfachen und doch besonders schmackhaften Rezept für die bevorstehende Weihnachtszeit, zufällig auf den „Kalten Hund“ stieß. Eigentlich wollte ich nur etwas Neues ausprobieren, das meiner Familie schmeckt und dabei nicht zu aufwendig ist, denn gerade im Alltag hat man ja oft wenig Zeit. Das Rezept kam mir durch eine liebe Freundin zugeflüstert, die schwärmte, dieser Kuchen sei ein Klassiker aus alten Zeiten, ein Stück Kindheit und Omas Küche, das man in der Weihnachtszeit unbedingt probieren muss. Ihre Erzählungen darüber brachten eine Erinnerung in mir zum Klingen – ein dunkel glänzender Schokokuchen, der nicht gebacken wird, sondern im Kühlschrank fest wird. Ich war sofort neugierig!
Also griff ich an diesem Sonntagnachmittag zu den Zutaten, die ich meistens zuhause habe – Butter, Kekse, Zucker, Kakao – und stolperte regelrecht in eine kleine Backwelt, die an frühe Zeiten erinnerte, ganz ohne Schnickschnack und mit dem Charme von „einfach mal was anderes“. Die Küche füllte sich bald mit dem verführerischen Duft von Kakao und Schokolade, der mit einer dezenten, süßlichen Note die Luft erfüllte. Der Kalte Hund ist nicht nur ein Rezept, es ist fast eine kleine Tradition, die ich nun mit meiner Familie weiterführe.
Beim ersten Anschneiden hatten die Kinder große Augen, als sie sahen, wie die Kekse sich in einer Schicht an Schicht Reihe an Reihe schmiegten. Die kleine Herausforderung mit dem richtigen Schneiden des Kuchens wurde zum Familienereignis und gemeinsam wurde gelacht, geknabbert und genossen. Besonders der kleine Knirps war begeistert, dass dieser Kuchen so „cool“ ist – im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Kalte Hund kommt natürlich aus dem Kühlschrank. Dieses einfache Rezept, das mit so wenigen Zutaten auskommt und ohne Backofen auskommt, ist inzwischen zum festen Bestandteil unserer Weihnachtsbäckerei geworden. Jedes Jahr freue ich mich jetzt darauf, diesen alten DDR-Klassiker herauszuholen und ihn neu zu backen, mit Familie und Freunden.
Zutaten
250 Gramm Butter
200 Gramm Zartbitterschokolade
100 Gramm Puderzucker
30 Gramm Kakaopulver (ungesüßt)
1 Päckchen Vanillezucker
7–8 Butterkekse (ca. 200 Gramm)
1–2 Esslöffel Rum oder Rum-Aroma (optional)
etwas Milch (etwa 2–3 Esslöffel, zum Anrühren)
Zubereitung
Zunächst solltest du die Butter rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie weich wird. Weiche Butter ist die Basis für eine tolle, cremige Schokocreme, die wir gleich herstellen. Die Zartbitterschokolade wird grob gehackt oder in kleine Stücke gebrochen und in einem Wasserbad sanft geschmolzen, dabei unbedingt darauf achten, dass die Schokolade nicht zu heiß wird und keine Flüssigkeit in die Schüssel gelangt. Während die Schokolade zart schmilzt, kannst du die Butter mit einem Handmixer oder in der Küchenmaschine so lange rühren, bis sie richtig cremig und weich ist.
Nun gibst du nach und nach den Puderzucker und Vanillezucker zur Butter und schlägst alles gut auf, bis die Masse hell und fluffig wird. Sobald die Schokolade geschmolzen ist und sich leicht abgekühlt hat, vermischt du sie vorsichtig mit der Buttercreme. Dabei sollte die Schokolade nicht zu warm sein, damit die Butter nicht zu schmelzen beginnt und die Textur später nicht zu flüssig wird. Wenn du magst, kannst du jetzt den Rum oder das Rum-Aroma hinzufügen – das gibt dem Kalten Hund eine leicht weihnachtliche, aromatische Note.
Als nächstes mischst du das Kakaopulver in die Schoko-Butter-Mischung ein. Rühre langsam, aber gründlich, damit keine Klümpchen entstehen. Falls die Creme zu fest sein sollte, kannst du mit 2–3 Esslöffeln Milch nachhelfen, um eine streichfähige Konsistenz zu erzielen. Die perfekte Konsistenz fühlt sich cremig, samtig und nicht zu flüssig an – sie soll sich gut verstreichen lassen, aber nicht vom Löffel laufen.
Jetzt kommen die Kekse ins Spiel. Am besten nimmst du eine Kastenform, die du zuerst mit Backpapier auslegst. Das erleichtert später das Herausnehmen des Kuchens ungemein. Die Butterkekse legst du trocken bereit. Dann verteilst du etwa 2 Esslöffel der Schokocreme gleichmäßig auf dem Boden der Form und legst eine Schicht Kekse darauf – die Kekse sollten dabei möglichst nebeneinander liegen, ohne große Lücken.
Nun folgt die nächste Schicht Creme, die du sorgfältig über die Kekse streichst, so dass keine Lücken bleiben. Schokocreme, Kekse, Schokocreme, Kekse – so schichtest du abwechselnd die Schichten, bis du keine Creme oder keine Kekse mehr hast. Die oberste Schicht sollte Creme sein, die du schön glatt streichst.
Der Kalte Hund muss nun im Kühlschrank mindestens sechs Stunden, besser über Nacht gut durchkühlen. Die Kekse saugen die Schokoladencreme auf und werden richtig weich, fast schon wie ein Kuchenboden. Am nächsten Tag nimmt der Kalte Hund eine festere, schnittfeste Form an und lässt sich in Scheiben schneiden. Die Kastenform stürzt du am besten auf eine Platte und ziehst das Backpapier vorsichtig ab.
