Es gibt Rezepte, die nicht aus einem besonderen Anlass entstehen, sondern aus dem ganz normalen Wunsch heraus, sich gut zu ernähren, ohne ständig das Gefühl zu haben, verzichten zu müssen. Genau so sind diese Hüttenkäsetaler in meine Küche gekommen. Ich war nie der Typ für strenge Diäten oder komplizierte Ernährungsregeln. Aber irgendwann merkt man einfach, dass einem leichte Gerichte besser bekommen, dass man sich wohler fühlt, wenn das Essen nicht schwer im Magen liegt. Und trotzdem wollte ich etwas Warmes, Herzhaftes, etwas, das nach „richtigem Essen“ schmeckt.
Hüttenkäse hatte ich lange unterschätzt. Für mich war er früher eher etwas Kaltes, ein Becher im Kühlschrank, den man mit Tomaten oder Gurken isst, wenn man „brav“ sein will. Begeisterung sah anders aus. Erst als ich angefangen habe, ihn warm zuzubereiten, hat sich mein Blick komplett verändert. In Kombination mit Eiern, ein paar bindenden Zutaten und etwas Geduld in der Pfanne entstehen Taler, die außen leicht gebräunt sind und innen weich und saftig bleiben. Kein Mehl, keine unnötigen Kohlenhydrate, aber trotzdem ein Gericht, das satt macht und zufrieden zurücklässt.
Diese Hüttenkäsetaler sind für mich heute ein typisches Alltagsrezept. Ich mache sie zum Mittagessen, wenn es schnell gehen muss, abends mit einem großen Salat oder auch kalt am nächsten Tag. Sie sind unkompliziert, verzeihen kleine Abwandlungen und passen sich dem an, was gerade im Kühlschrank ist. Genau deshalb nenne ich sie diätisch – nicht, weil sie streng sind, sondern weil sie sich gut anfühlen.
Zutaten
250 g Hüttenkäse (körniger Frischkäse)
2 Eier
2 EL gemahlene Mandeln oder Mandelmehl
1 EL Flohsamenschalen
1 kleine Zwiebel, sehr fein gehackt
Salz nach Geschmack
Pfeffer nach Geschmack
Optional, je nach Lust und Vorrat:
frische Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch
eine kleine Knoblauchzehe, fein gerieben
etwas geriebener Käse für mehr Würze
Paprikapulver oder Kräuter der Provence
Öl zum Braten (sparsam, z. B. Oliven- oder Rapsöl)
Zubereitung
Ich beginne immer mit dem Hüttenkäse. Das ist ein wichtiger Schritt, den man nicht überspringen sollte. Ich gebe ihn in ein feines Sieb und lasse ihn gut abtropfen. Je weniger Flüssigkeit er enthält, desto stabiler werden später die Taler. Wenn ich es eilig habe, drücke ich ihn zusätzlich leicht mit einem Löffel oder einem sauberen Küchentuch aus. Es lohnt sich, hier kurz gründlich zu sein.
Während der Hüttenkäse abtropft, hacke ich die Zwiebel so fein wie möglich. Große Stücke würden später beim Braten stören und die Taler instabil machen. Wenn ich frische Kräuter verwende, wasche ich sie, tupfe sie trocken und schneide sie ebenfalls fein.
Nun gebe ich den Hüttenkäse in eine große Schüssel. Die Eier schlage ich direkt dazu, gefolgt von den gemahlenen Mandeln und den Flohsamenschalen. Diese sorgen dafür, dass die Masse zusammenhält, ohne dass Mehl nötig ist. Jetzt kommen Zwiebel, Salz, Pfeffer und – wenn ich möchte – Kräuter oder Gewürze dazu.
