Zutaten
4 Scheiben Brot (klassisch Toastbrot, oder rustikal, z. B. Bauernbrot)
4 Scheiben Kochschinken oder luftgetrockneter Schinken
4 Scheiben Ananas (frisch oder aus der Dose, gut abgetropft)
4 Scheiben Käse (Gouda, Edamer, Emmentaler oder Mozzarella)
1 EL Butter oder Margarine
1 Prise Curry
1 Prise Chili oder Paprikapulver
Frische Kräuter zum Garnieren (z. B. Petersilie oder Basilikum)
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Es gibt Gerichte, die uns sofort in die Vergangenheit zurückversetzen, wenn wir nur ihren Namen hören. Hawaii Toast ist genau so ein Klassiker. Wer in Deutschland oder Europa in den 70er- und 80er-Jahren aufgewachsen ist, erinnert sich bestimmt: Auf jeder Party, bei jedem Abendessen mit Gästen durfte der Toast Hawaii nicht fehlen. Er war etwas Besonderes, fast schon exotisch, weil die süße Ananas eine unerwartete Komponente war, die damals viele überraschte. Gleichzeitig war er schnell zubereitet, sättigend und hatte mit der Kombination aus Brot, Schinken, Ananas und geschmolzenem Käse eine gewisse Raffinesse, die man sonst nur selten fand.
Doch die Jahre vergehen, und die Essgewohnheiten verändern sich. Was früher als modern galt, wirkt heute fast nostalgisch. Aber das bedeutet nicht, dass man diesen Klassiker nicht neu erfinden kann. Im Gegenteil: Genau darin liegt der Reiz. Ich erinnere mich, wie ich eines Abends mit Freunden zusammensaß, und wir sprachen über alte Rezepte, die man kaum noch macht. Jemand erwähnte Toast Hawaii, und sofort fingen wir alle an zu lachen. Jeder hatte eine Erinnerung daran – sei es an Familienabende, Silvesterfeiern oder Jugendpartys. Doch dann kam die Frage: „Warum eigentlich nicht mal wieder?“ Und so begann mein Experiment: Hawaii Toast mal anders.
Die Grundidee bleibt bestehen: Toast, Schinken, Ananas, Käse. Aber statt einfach alles aufeinanderzulegen und in den Ofen zu schieben, wollte ich den Geschmack intensivieren, die Textur verbessern und ein wenig Raffinesse hineinbringen. Also habe ich mit kleinen Veränderungen begonnen. Anstatt Dosenananas habe ich frische Ananas in Scheiben geschnitten und diese in einer Grillpfanne karamellisiert. Der Duft allein war schon ein Erlebnis: süß, fruchtig, leicht rauchig. Der Schinken bekam eine kurze Marinade aus Olivenöl, Curry und einer Prise Chili, wodurch er eine spannende Würze erhielt.
Beim Brot entschied ich mich nicht für den üblichen Toast, sondern für ein kräftigeres Bauernbrot, das ich leicht buttern und im Ofen anrösten ließ, bevor die übrigen Zutaten darauf kamen. So hatte die Basis nicht nur mehr Geschmack, sondern auch eine stabilere Struktur. Denn Hand aufs Herz: Ein klassischer Toast Hawaii war oft etwas matschig.
Dann kam der Käse. Gouda ist der Klassiker, aber ich probierte auch Mozzarella für eine dezentere Note, Emmentaler für mehr Würze und sogar eine Mischung aus Cheddar und Mozzarella, um diese perfekte Kombination aus Schmelz und Aroma zu erreichen. Jedes Mal war das Ergebnis ein wenig anders, aber immer überraschend gut.
Als ich die erste Variante meinen Kindern vorsetzte, war ich unsicher, ob sie diese „alte Erfindung“ mögen würden. Doch das Gegenteil trat ein: Sie liebten es! Vor allem die süßlich-grillige Ananas in Kombination mit dem cremigen Käse fand großen Anklang. Mein Mann, der sonst lieber Deftiges mag, war begeistert von der leichten Schärfe durch Chili und Curry. Und so wurde aus einer nostalgischen Erinnerung ein modernes Lieblingsgericht.
