Es gibt Kuchen, die man einmal backt und dann nie wieder vergisst. Für mich ist dieser Butterkuchen genau so ein Rezept. Ich habe ihn vor vielen Jahren zum ersten Mal gebacken, an einem ganz normalen Wochenende, ohne besonderen Anlass. Draußen war es grau, die Kinder hatten schlechte Laune, und ich wollte einfach etwas backen, das nach Zuhause schmeckt. Kein hipper Trendkuchen, kein Diätgebäck, sondern etwas Ehrliches, Warmes, das man mit einer Tasse Kaffee genießen kann.
Damals bin ich über ein amerikanisches Rezept gestolpert, habe es aber Stück für Stück an unsere deutsche Küche angepasst. Weniger Schnickschnack, klarere Aromen, dafür diese unglaubliche Saftigkeit, die man von guten Rührkuchen kennt. Was diesen Kuchen so besonders macht, ist nicht nur der Teig, sondern die warme Buttersauce, die nach dem Backen in den Kuchen einzieht. Das klingt vielleicht üppig, aber genau das macht ihn so unvergleichlich. Er ist kein trockener Gugelhupf, sondern ein Kuchen, der auch nach Tagen noch weich bleibt.
Heute backe ich ihn oft, wenn Besuch kommt oder wenn ich weiß, dass wir am nächsten Tag noch ein Stück Kuchen brauchen. Er gehört zu den Rezepten, bei denen alle nachfragen, was denn „das Besondere“ sei. Und jedes Mal muss ich schmunzeln, denn eigentlich ist es nur Butter, Zucker, Geduld und ein bisschen Liebe.
Zutaten
250 g Butter, weich
400 g Zucker
4 Eier (Größe M), zimmerwarm
2 Teelöffel Vanilleextrakt
360 g Weizenmehl (Type 405 oder 480)
1 Teelöffel Backpulver
½ Teelöffel Natron
½ Teelöffel Salz
240 ml Buttermilch
Für die Buttersauce:
200 g Zucker
120 g Butter
60 ml Wasser
1½ Teelöffel Vanilleextrakt
1½ Teelöffel Bittermandelaroma (optional, aber sehr typisch)
Zubereitung
Ich beginne immer damit, den Backofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vorzuheizen. Die Gugelhupf- oder Kranzform fette ich gründlich ein und bestäube sie leicht mit Mehl. Das ist wichtig, denn dieser Kuchen ist sehr saftig und soll sich später problemlos aus der Form lösen.
In einer großen Schüssel schlage ich die weiche Butter mit dem Zucker mehrere Minuten lang cremig. Dieser Schritt darf ruhig Zeit bekommen, denn je luftiger die Butter-Zucker-Masse, desto feiner wird später die Krume. Dann kommen die Eier einzeln dazu. Jedes Ei rühre ich gründlich unter, bevor das nächste folgt. Zum Schluss gebe ich den Vanilleextrakt dazu.
In einer zweiten Schüssel vermische ich Mehl, Backpulver, Natron und Salz. Diese trockenen Zutaten hebe ich nun abwechselnd mit der Buttermilch unter die Buttermasse. Ich beginne mit Mehl, dann Buttermilch, und so weiter, bis alles verarbeitet ist. Wichtig ist, nicht zu lange zu rühren – der Teig soll glatt sein, aber nicht zäh.
