Zubereitung
Ich beginne immer mit dem Gemüse, dann steht später alles bereit und man muss beim Anbraten nicht hektisch schneiden. Die Paprika waschen, entkernen und in eher kleine Stücke schneiden. Sie dürfen ruhig noch sichtbar sein, denn gerade die Paprikastücke machen diese Suppe so schön. Ich schneide sie ungefähr in mundgerechte Würfel.
Die Zwiebel schälen und fein würfeln, den Knoblauch ebenfalls klein hacken.
Nun einen großen Topf auf den Herd stellen und das Öl darin erhitzen. Das Hackfleisch hineingeben und bei guter Hitze kräftig anbraten. Ich lasse es am Anfang tatsächlich ein wenig liegen, bevor ich es auseinandernehme. Dadurch bekommt es leichte Röstaromen und schmeckt später wesentlich besser, als wenn man es sofort nur grau durchrührt.
Dann mit einem Kochlöffel zerkleinern und weiterbraten, bis das Hackfleisch schön krümelig ist.
Jetzt kommen die Zwiebeln dazu. Alles etwa 2–3 Minuten zusammen braten, bis die Zwiebel glasig wird. Anschließend den Knoblauch kurz mit hineingeben. Beim Knoblauch reichen etwa 30 Sekunden bis eine Minute vollkommen aus. Er soll nur duften und nicht dunkel werden.
Danach das Tomatenmark in den Topf geben.
Diesen Schritt überspringe ich nie. Das Tomatenmark sollte nämlich ein bis zwei Minuten mit angebraten werden. Dadurch verliert es diesen leicht rohen Geschmack und bekommt eine schöne, kräftige Süße.
Nun die Paprikastücke dazugeben und ebenfalls einige Minuten mitbraten.
Schon jetzt riecht es eigentlich fast wie klassische gefüllte Paprika.
Jetzt Paprikapulver, Oregano und Majoran darübergeben. Kurz verrühren und anschließend sofort mit den gehackten Tomaten und der Brühe ablöschen.
Das Lorbeerblatt kommt ebenfalls hinein.
Alles einmal kräftig umrühren und zum Kochen bringen.
Den Reis wasche ich vorher kurz unter kaltem Wasser ab und gebe ihn anschließend direkt in die Suppe. Dadurch braucht man keinen zweiten Topf und der Reis nimmt beim Kochen wunderbar den Geschmack der Tomatenbrühe auf.
Die Hitze reduzieren und die Suppe etwa 20–25 Minuten leicht köcheln lassen.
Zwischendurch unbedingt ein paarmal umrühren, denn Reis setzt sich gern unten im Topf ab.
Nach ungefähr 15 Minuten merkt man schon, wie die Suppe langsam sämiger wird. Der Reis gibt etwas Stärke ab und gleichzeitig reduziert sich die Flüssigkeit. Genau deshalb bekommt sie diese schöne Konsistenz, die man auf dem Bild sieht.
Wenn der Reis weich ist, probiere ich die Suppe zum ersten Mal richtig.
Jetzt mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken und eine kleine Prise Zucker hinzufügen. Zucker klingt bei einer herzhaften Suppe vielleicht zunächst etwas seltsam, aber bei Tomatengerichten mache ich das fast immer. Eine ganz kleine Menge reicht aus, um die Säure der Tomaten etwas abzurunden.
Falls die Suppe inzwischen zu dick geworden ist, einfach noch ein wenig Brühe oder heißes Wasser dazugeben.
Ist sie dagegen noch etwas zu flüssig, lasse ich sie einfach fünf Minuten länger ohne Deckel köcheln.
Ganz zum Schluss das Lorbeerblatt herausnehmen und etwas frisch gehackte Petersilie unterrühren.
Dann sollte man ihr, wenn man die Geduld hat, noch ungefähr zehn Minuten Ruhe gönnen.
Das klingt vielleicht unwichtig, macht aber tatsächlich einen Unterschied. Direkt nach dem Kochen sind die einzelnen Aromen noch sehr deutlich voneinander getrennt. Nach ein paar Minuten verbinden sie sich und die Suppe schmeckt runder und kräftiger.
Ich serviere sie meistens mit einem Stück frischem Bauernbrot oder einem einfachen Baguette. Mehr braucht es eigentlich nicht.
Wer möchte, kann oben noch einen kleinen Klecks Schmand oder saure Sahne daraufgeben. Das macht die kräftige Tomatensuppe etwas milder und cremiger. Besonders Kinder mögen sie bei uns so gern.
Manchmal gebe ich beim Servieren auch ein wenig geriebenen Käse darüber. Das ist natürlich nicht unbedingt klassisch, passt aber erstaunlich gut zu Paprika, Hackfleisch und Tomate.
Was ich an diesem Rezept wirklich praktisch finde: Man kann es problemlos verändern.
Wenn ich beispielsweise noch eine einzelne Paprika im Kühlschrank habe, die langsam wegmuss, kommt sie einfach zusätzlich hinein. Auch eine Karotte lässt sich klein würfeln und mit den Zwiebeln anbraten. Geschmacklich fällt das kaum auf und man hat gleich etwas mehr Gemüse in der Suppe.
Beim Hackfleisch nehme ich meistens Rinderhack, weil es der Brühe einen kräftigen Geschmack gibt. Gemischtes Hack funktioniert aber genauso gut und macht die Suppe etwas saftiger.
Auch beim Reis muss man nicht kompliziert werden. Normaler Langkornreis passt wunderbar. Basmatireis funktioniert ebenfalls, schmeckt allerdings etwas anders. Milchreis würde ich hier nicht nehmen, weil er schnell sehr weich wird und die Suppe zu stark bindet.
Ein kleiner Punkt ist bei dieser Suppe allerdings wichtig: Wenn ihr sie für den nächsten Tag vorbereitet, wird sie im Kühlschrank deutlich dicker.
Der Reis saugt über Nacht weiter Flüssigkeit auf.
Das ist völlig normal.
Am nächsten Tag sieht das Ganze manchmal fast wie ein Eintopf aus. Einfach beim Erwärmen 100–200 ml Brühe oder Wasser dazugeben und noch einmal abschmecken. Danach ist die Konsistenz wieder perfekt.
Genau deshalb eignet sich das Rezept auch hervorragend zum Vorkochen.
Ich mache meistens direkt einen großen Topf.
Denn wenn man schon Zwiebeln, Paprika und alles andere schneidet, macht es kaum mehr Arbeit, ein bisschen mehr zuzubereiten. Die Suppe hält sich gut verschlossen ungefähr zwei bis drei Tage im Kühlschrank.
Einfrieren kann man sie ebenfalls.
Dabei habe ich allerdings einen kleinen Tipp: Wenn ihr schon vorher wisst, dass ein großer Teil eingefroren werden soll, kocht den Reis separat und gebt ihn erst beim Essen in die Suppe. Reis wird nach dem Einfrieren manchmal etwas weicher. Mich persönlich stört das nicht besonders, aber wer die Körner lieber etwas fester mag, fährt mit dieser Methode besser.
Der Geschmack erinnert wirklich stark an gefüllte Paprikaschoten.
Das liegt vor allem an der Kombination aus Paprika, Hackfleisch, Reis und Tomatensoße. Normalerweise befindet sich der Reis gemeinsam mit dem Fleisch in der Paprika. Hier schwimmt einfach alles gemeinsam im Topf, aber geschmacklich bekommt man praktisch dieselben Aromen.
Und ich finde sogar, dass die Suppe teilweise noch aromatischer schmeckt.
Bei normalen gefüllten Paprika bleibt ein Teil des Geschmacks im Fleisch und ein Teil in der Soße. Bei dieser Variante kocht alles gemeinsam. Das Hackfleisch gibt Geschmack an die Brühe ab, der Reis saugt diese Brühe wiederum auf und die Paprika wird darin weich und süßlich.
Dadurch bekommt wirklich jeder Löffel Geschmack.
Bei den Paprikaschoten nehme ich gern unterschiedliche Farben. Das sieht nicht nur schöner aus, sondern schmeckt auch etwas interessanter. Rote Paprika ist süßer, grüne hat diese leicht herbe Paprikanote und gelbe liegt ungefähr dazwischen.
Wenn ihr allerdings nur rote Paprika zu Hause habt, nehmt einfach rote.
Ich würde für ein Familienrezept niemals extra drei verschiedene Paprikasorten kaufen, wenn noch genug andere da sind.
Das Gericht soll schließlich einfach bleiben.
Beim Paprikapulver lohnt es sich dagegen, ein gutes zu verwenden. Gerade weil Paprika die Hauptrolle spielt, merkt man den Unterschied. Edelsüßes Paprikapulver gehört für mich auf jeden Fall hinein. Ein bisschen geräuchertes Paprikapulver macht die Suppe zusätzlich kräftig, aber damit sollte man sparsam sein. Es kann den ganzen Geschmack schnell dominieren.
Wer Kümmel mag, kann übrigens eine winzige Prise hineingeben. Gerade bei Gerichten, die an osteuropäische oder ungarische Küche erinnern, passt das hervorragend.
Bei uns ist das allerdings Geschmackssache.
Was ich nicht machen würde, ist die Suppe mit zu vielen Gewürzen zu überladen.
Paprika, Tomate, Fleisch und Brühe sollen noch klar erkennbar bleiben.
Manchmal sind die einfachsten Gerichte genau deshalb so gut, weil nicht 15 verschiedene Gewürze miteinander konkurrieren.
Noch ein kleiner Tipp zum Hackfleisch: Wirklich kräftig anbraten.
Wenn viel Hackfleisch gleichzeitig in einem kleinen Topf liegt, tritt Wasser aus und das Fleisch beginnt eher zu kochen als zu braten. Dann fehlen später die Röstaromen.
Nehmt deshalb lieber einen breiten Topf.
Falls ihr eine sehr große Menge zubereitet, kann man das Hackfleisch sogar in zwei Portionen anbraten.
Das dauert fünf Minuten länger, geschmacklich lohnt es sich aber.
Auch das Gemüse sollte nicht komplett zerkochen.
Ich mag die Paprika weich, aber sie darf ruhig noch ein wenig Struktur haben. Deshalb gebe ich sie erst nach dem Hackfleisch und den Zwiebeln dazu. Würde man sie von Anfang an 40 Minuten kochen, wäre am Ende kaum noch etwas davon übrig.
Die Suppe sollte rustikal aussehen.
Man soll sehen, was drin ist.
Gerade das macht sie so appetitlich.
Wenn ich sie für Gäste serviere, stelle ich meistens noch ein kleines Schälchen Petersilie, Schmand und etwas Brot auf den Tisch. Dann kann jeder selbst entscheiden, wie er seine Portion essen möchte.
Und bisher war dieser Topf eigentlich immer leer.
Selbst Leute, die normalerweise sagen, sie seien keine großen Suppenfans, nehmen davon oft noch eine zweite Portion. Wahrscheinlich weil es eben keine typische leichte Suppe ist.
Es ist eher ein komplettes Essen in einer Schüssel.
Man hat Fleisch, Gemüse und Reis zusammen.
Deshalb braucht man auch keine Beilage, wenn man keine möchte.
Eine große Schüssel davon macht wirklich satt.
Für eine etwas leichtere Variante lässt sich das Hackfleisch übrigens durch Putenhack ersetzen. Geschmacklich wird die Suppe dann etwas milder. Vegetarisch funktioniert sie ebenfalls: Dann das Fleisch weglassen und beispielsweise rote Linsen oder eine pflanzliche Hackalternative nehmen.
Das Original mit Hackfleisch bleibt bei uns allerdings der Favorit.
Gerade an kühleren Tagen ist das so ein Gericht, das man gern auf dem Herd stehen hat.
Der Topf köchelt vor sich hin, die Küche riecht nach Paprika und Tomaten und später setzt man sich einfach mit einer heißen Schüssel an den Tisch.
Für mich muss gutes Essen nicht kompliziert sein.
Und genau deshalb mag ich dieses Rezept.
Ein paar ganz normale Zutaten, ein großer Topf und ungefähr eine halbe Stunde später steht ein Essen auf dem Tisch, das wirklich nach etwas schmeckt.
Wenn ihr klassische gefüllte Paprika mögt, probiert die Suppe unbedingt einmal aus. Beim ersten Mal war ich selbst ein bisschen skeptisch, ob sie tatsächlich nach dem bekannten Gericht schmecken würde.
Tut sie.
Nur muss man dafür keine einzige Paprikaschote füllen.
Und allein das ist manchmal schon Grund genug, lieber einen großen Topf Suppe zu kochen.
