Es gibt diese Gerichte, bei denen man nach dem ersten Probieren sofort weiß: Das kommt wieder auf den Tisch. Bei mir gehört diese Chinakohl-Hackfleisch-Pfanne ganz klar dazu. Sie ist schnell gemacht, braucht keine ausgefallenen Zutaten und schmeckt trotzdem so würzig und frisch, dass bei uns meistens kaum etwas übrig bleibt. Besonders an Tagen, an denen ich keine Lust habe, eine Stunde in der Küche zu stehen, ist das genau mein Essen.
Was ich daran besonders mag, ist die Mischung aus kräftig angebratenem Hackfleisch und dem noch leicht knackigen Gemüse. Der Chinakohl wird beim Braten schön weich, fällt aber nicht komplett zusammen. Dazu kommen Karotten, Frühlingszwiebeln, Knoblauch und eine einfache würzige Sauce. Auf dem Bild sieht man genau die Konsistenz, die ich am liebsten habe: kein schwerer Eintopf und auch keine dünne Sauce, sondern eine saftige Pfanne, bei der sich die Würze schön um Fleisch und Gemüse legt.
Und das Ganze steht tatsächlich in ungefähr 30 Minuten auf dem Tisch.
Zutaten
Für etwa 4 Portionen:
500 g Rinderhackfleisch oder gemischtes Hackfleisch
1 kleiner Chinakohl, etwa 600–700 g
2 große Karotten
4 Frühlingszwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 kleines Stück Ingwer, etwa 2 cm
2 EL Pflanzenöl
Für die Sauce:
4 EL Sojasauce
1 EL Austernsauce, wenn vorhanden
1 TL geröstetes Sesamöl
1 EL Honig oder 1 TL brauner Zucker
2 EL Wasser
1 TL Speisestärke
etwas schwarzer Pfeffer
nach Geschmack Chiliflocken oder Sambal Oelek
Salz braucht man meistens nur sehr wenig, weil Sojasauce und Austernsauce bereits ordentlich Würze mitbringen.
Wenn ich keine Austernsauce im Haus habe, lasse ich sie übrigens einfach weg und nehme dafür einen zusätzlichen Esslöffel Sojasauce. Das Gericht schmeckt trotzdem wunderbar.
Zubereitung
Als Erstes bereite ich immer alles vor, denn sobald die Pfanne heiß ist, geht es ziemlich schnell.
Den Chinakohl längs halbieren, den festen Strunk unten etwas herausschneiden und anschließend in nicht zu dünne Streifen schneiden. Ich mache sie ungefähr ein bis zwei Zentimeter breit. Zu fein würde ich den Kohl nicht schneiden, sonst wird er beim Braten sehr schnell weich und man verliert genau diese schöne Struktur, die man auf dem Bild sieht.
Die Karotten schälen und in dünne Stifte schneiden oder grob raspeln. Ich nehme meistens einen Julienne-Schneider, weil die feinen Streifen schnell gar werden und schön aussehen. Mit einer normalen Reibe funktioniert es aber genauso.
Die Frühlingszwiebeln waschen und in Ringe schneiden. Dabei trenne ich den hellen unteren Teil vom grünen Teil. Die hellen Stücke werden später mit angebraten, das Grün kommt erst kurz vor dem Servieren darüber.
Knoblauch und Ingwer fein hacken oder reiben.
Dann rühre ich schon einmal die Sauce zusammen. Dafür Sojasauce, Austernsauce, Sesamöl, Honig, Wasser und Speisestärke in eine kleine Schüssel geben und gründlich verrühren. Wer gern etwas schärfer isst, gibt jetzt Chiliflocken oder ein wenig Sambal Oelek dazu.
Die Speisestärke ist kein Muss, aber ich finde, dass die Sauce damit viel besser am Hackfleisch und Gemüse haftet. Ohne Stärke sammelt sich die Flüssigkeit schnell unten in der Pfanne. Mit einer kleinen Menge wird daraus eine glänzende, würzige Sauce, die genau dort bleibt, wo sie hingehört.
Nun eine große Pfanne oder einen Wok richtig heiß werden lassen.
Das Öl hineingeben und anschließend das Hackfleisch dazugeben.
Und hier mache ich etwas, das wirklich einen Unterschied macht: Ich rühre nicht sofort wie wild darin herum. Ich verteile das Hackfleisch zunächst in der heißen Pfanne und lasse es ungefähr eine Minute liegen. Dadurch bekommt es unten schöne braune Stellen.
Erst danach breche ich es mit dem Kochlöffel auseinander.
Das Fleisch etwa fünf bis sieben Minuten kräftig anbraten, bis es krümelig und an mehreren Stellen schön gebräunt ist.
Wenn Hackfleisch nur grau wird, schmeckt es später zwar auch, aber diese Röstaromen fehlen. Gerade bei einem einfachen Gericht mit wenigen Zutaten merkt man das deutlich.
Falls das Fleisch sehr viel Flüssigkeit abgibt, ruhig etwas länger bei hoher Hitze braten, bis die Flüssigkeit verdampft ist.
Jetzt Knoblauch, Ingwer und die hellen Teile der Frühlingszwiebeln dazugeben.
Alles ungefähr eine Minute mitbraten.
Spätestens jetzt riecht die ganze Küche schon herrlich.
Dann kommen zuerst die Karotten hinein. Sie brauchen etwas länger als der Chinakohl, deshalb lasse ich sie ungefähr zwei Minuten mit dem Hackfleisch braten.
Anschließend den Chinakohl dazugeben.
Am Anfang sieht es meistens aus, als wäre die Pfanne viel zu voll. Keine Sorge – Chinakohl fällt beim Erhitzen ziemlich schnell zusammen.
Ich gebe ihn manchmal sogar in zwei Portionen dazu. Erst die Hälfte kurz unterheben, eine Minute warten und dann den Rest hinzufügen.
Nun alles bei relativ hoher Hitze drei bis fünf Minuten braten und immer wieder wenden.
Der Kohl soll etwas weicher werden, darf aber ruhig noch Biss haben.
Genau das ist für mich der Unterschied zwischen einer richtig guten Kohlpfanne und einer, bei der am Ende alles nur noch weich und wässrig ist.
Deshalb würde ich auch keinen Deckel auf die Pfanne setzen.
Unter dem Deckel entsteht Dampf, und der Chinakohl beginnt eher zu kochen als zu braten. Ohne Deckel kann überschüssige Flüssigkeit verdampfen und das Gemüse bleibt aromatischer.
Sobald der Kohl die gewünschte Konsistenz hat, die vorbereitete Sauce noch einmal kurz umrühren und über die Pfanne gießen.
Jetzt geht es wirklich schnell.
Alles gründlich vermischen und etwa ein bis zwei Minuten weiterbraten.
Durch die Speisestärke beginnt die Sauce fast sofort leicht anzudicken und legt sich um das Hackfleisch, die Karotten und den Kohl.
Genau dann sieht das Gericht so richtig appetitlich aus.
Zum Schluss einen großen Teil der grünen Frühlingszwiebeln unterheben und noch einmal probieren.
Braucht es etwas mehr Sojasauce?
Noch ein wenig Pfeffer?
Oder vielleicht doch eine kleine Prise Chili?
Das entscheide ich immer erst ganz am Ende.
Dann direkt servieren und die restlichen Frühlingszwiebeln darüberstreuen.
Ich esse diese Pfanne tatsächlich sehr gern einfach so aus einer Schüssel. Durch das Hackfleisch macht sie ordentlich satt und der Chinakohl bringt genug Volumen mit.
Wenn die Familie allerdings richtig Hunger hat, gibt es Reis dazu.
Basmatireis oder Jasminreis passen wunderbar, weil sie die würzige Sauce aufsaugen. Auch gebratene Nudeln oder einfache Eiernudeln funktionieren hervorragend.
Manchmal koche ich sogar etwas mehr Reis und stelle beides getrennt auf den Tisch. Dann kann sich jeder selbst nehmen, wie viel er möchte.
Was ich an diesem Gericht außerdem liebe: Man kann unglaublich unkompliziert Reste verwerten.
Eine halbe Paprika liegt noch im Kühlschrank? Rein damit.
Ein paar Champignons müssen weg? Ebenfalls hinein.
Zucchini funktioniert genauso.
Auch eine Handvoll Sojasprossen macht sich gut.
Das Grundrezept muss also überhaupt nicht jedes Mal exakt gleich aussehen.
Nur beim Kohl bleibe ich meistens beim Chinakohl, weil er für diese Art von Pfanne einfach ideal ist. Er hat einen milderen Geschmack als klassischer Weißkohl und wird wesentlich schneller gar.
Man kann das Rezept zwar auch mit Weißkohl machen, dann würde ich ihn allerdings sehr fein schneiden und einige Minuten länger braten.
Spitzkohl funktioniert ebenfalls hervorragend.
Aber Chinakohl ist für mich die bequemste Variante.
Er ist schnell vorbereitet, mild und trotzdem schön knackig.
Beim Hackfleisch könnt ihr ebenfalls variieren.
Rinderhack schmeckt etwas kräftiger und passt meiner Meinung nach besonders gut zur Sojasauce. Gemischtes Hack wird etwas saftiger.
Mit Hähnchen- oder Putenhack wird das Gericht leichter.
Ich habe es sogar schon mit ganz fein geschnittenem Hähnchenfleisch gemacht, und auch das war richtig lecker.
Was ich allerdings nicht empfehlen würde, ist Hackfleisch mit einem extrem hohen Fettanteil. Ein bisschen Fett ist natürlich Geschmack, aber wenn nach dem Braten eine richtige Fettschicht in der Pfanne steht, wird die Sauce schnell schwer.
In diesem Fall gieße ich einen Teil des überschüssigen Fetts ab, bevor das Gemüse dazukommt.
Das Sesamöl gebe ich übrigens wirklich nur in kleinen Mengen hinein.
Geröstetes Sesamöl hat einen sehr intensiven Geschmack. Ein Teelöffel reicht völlig aus. Wer davon mehrere Esslöffel verwendet, schmeckt am Ende fast nichts anderes mehr.
Und noch etwas, was ich beim ersten Mal falsch gemacht habe: Ich habe die Sojasauce direkt während des Anbratens zum Fleisch gegeben.
Das funktioniert zwar, aber das Hackfleisch wird dadurch sehr schnell feucht und brät nicht mehr richtig.
Deshalb zuerst Fleisch und Gemüse kräftig anbraten und die Sauce wirklich erst am Schluss hinzufügen.
Der Unterschied ist deutlich.
Für mich ist diese Pfanne auch deshalb ein tolles Familienessen, weil man die Schärfe komplett selbst bestimmen kann.
Ich mache die Grundversion meistens mild.
Am Tisch stelle ich dann Chiliflocken oder Sambal Oelek dazu. So können Erwachsene nachwürzen, während Kinder problemlos mitessen können.
Wenn Kinder mitessen und Sojasauce sehr kräftig schmeckt, kann man außerdem einen Teil davon durch Wasser ersetzen.
Beispielsweise drei Esslöffel Sojasauce und zwei Esslöffel Wasser.
Das reicht immer noch für reichlich Geschmack.
Manchmal gebe ich zusätzlich einen kleinen Spritzer Limettensaft über meine Portion.
Diese leichte Säure passt erstaunlich gut zur würzigen Sauce und zum Hackfleisch. Gerade wenn das Gericht etwas kräftiger gewürzt ist, macht die Limette alles frischer.
Ein paar Sesamkörner darüber sind ebenfalls lecker, aber überhaupt nicht notwendig.
Ich finde, auf dem Bild sieht das Gericht gerade deshalb so gut aus, weil es nicht mit zehn verschiedenen Toppings überladen wurde. Man erkennt noch das Hackfleisch, die Karotten, den Kohl und die Frühlingszwiebeln.
Genau so serviere ich es am liebsten.
Falls ihr die Pfanne vorbereiten möchtet, könnt ihr das Gemüse schon einige Stunden vorher schneiden und getrennt im Kühlschrank aufbewahren.
Die Sauce lässt sich ebenfalls problemlos vorbereiten.
Dann braucht man abends eigentlich nur noch die Pfanne heiß zu machen und alles nacheinander hineinzugeben.
Nach ungefähr 15 Minuten steht das Essen dann schon auf dem Tisch.
Das eignet sich auch wunderbar für Tage, an denen man erst spät nach Hause kommt.
Ich kenne das selbst: Man öffnet den Kühlschrank, ist müde und möchte eigentlich nur irgendetwas essen. Genau in solchen Momenten entstehen dann oft langweilige Brote oder man bestellt etwas.
Wenn das Gemüse allerdings schon vorbereitet ist, ist diese Pfanne schneller fertig, als eine Bestellung geliefert würde.
Und man hat danach trotzdem das Gefühl, richtig gegessen zu haben.
Auch am nächsten Tag schmeckt das Gericht noch sehr gut.
Ich bewahre Reste in einer gut verschlossenen Dose im Kühlschrank auf und erhitze sie am nächsten Tag kurz in der Pfanne.
Dabei gebe ich höchstens einen Esslöffel Wasser dazu.
In der Mikrowelle funktioniert es natürlich ebenfalls, allerdings finde ich den Kohl aus der Pfanne etwas besser.
Man sollte Reste nur nicht zehn Minuten lang erhitzen, sonst verliert das Gemüse komplett seinen Biss.
Für Meal Prep würde ich die Pfanne höchstens zwei bis drei Tage im Kühlschrank aufbewahren.
Reis lagere ich dabei separat.
So saugt er nicht die komplette Sauce auf und man kann beides später besser erwärmen.
Was ich ebenfalls manchmal mache: Am nächsten Tag gebe ich die Reste zusammen mit gekochten Nudeln in die Pfanne.
Noch ein kleiner Schuss Sojasauce dazu und plötzlich hat man ein fast neues Gericht.
Das funktioniert erstaunlich gut.
Wer Kohlenhydrate reduzieren möchte, braucht dagegen überhaupt keine Beilage.
Mit viel Chinakohl und etwas mehr Hackfleisch wird daraus ein richtig sättigendes Essen.
Gerade deshalb ist dieses Rezept bei uns so beliebt: Man kann es unkompliziert anpassen, ohne jedes Mal ein komplett anderes Gericht kochen zu müssen.
Wenn ich weiß, dass mehrere sehr hungrige Personen mitessen, nehme ich einfach 600 g Hackfleisch und einen großen Chinakohl.
Die Sauce erhöhe ich dann ungefähr um die Hälfte.
Mehr muss man eigentlich nicht verändern.
Falls ihr euch fragt, ob man normalen Weißkohl statt Chinakohl nehmen kann: Ja, absolut.
Nur braucht er mehr Zeit.
Weißkohl würde ich ungefähr acht bis zehn Minuten braten, bevor die Sauce dazukommt. Eventuell einen kleinen Schluck Wasser hinzufügen, damit er etwas schneller weich wird.
Beim Chinakohl reichen dagegen wenige Minuten.
Genau deshalb ist das Original so schnell.
Ein weiterer Punkt ist die Reihenfolge beim Gemüse.
Karotten immer zuerst, Kohl danach.
Wenn man alles gleichzeitig in die Pfanne wirft, sind die Karotten am Ende oft noch sehr hart, während der Kohl schon komplett weich ist.
Die zwei bis drei Minuten Vorsprung reichen meistens schon aus.
Beim Knoblauch und Ingwer wiederum aufpassen, dass sie nicht verbrennen.
Eine Minute bei mittlerer bis hoher Hitze genügt.
Danach sofort das Gemüse dazu.
Verbrannter Knoblauch schmeckt bitter und kann tatsächlich eine ganze Pfanne ruinieren.
Mit der Sauce braucht ihr übrigens keine Angst vor kleinen Veränderungen zu haben.
Wer es etwas süßer mag, nimmt mehr Honig.
Wer kräftige Würze liebt, gibt einen weiteren Esslöffel Sojasauce hinein.
Wer gern scharf isst, nimmt Chili.
Und wer etwas mehr Sauce zu seinem Reis möchte, verdoppelt einfach Wasser und Speisestärke nicht komplett, sondern gibt etwa 100 ml zusätzliche Brühe dazu.
Dann bekommt man eine saucigere Variante.
Auf dem Foto ist allerdings eher die trockene, glänzende Pfannenvariante zu sehen.
Deshalb würde ich für genau dieses Ergebnis nicht zu viel Flüssigkeit verwenden.
Das Gemüse soll nicht in Sauce schwimmen.
Es soll nur schön überzogen sein.
Wenn am Ende doch zu viel Flüssigkeit in der Pfanne steht, einfach die Hitze noch einmal hochdrehen und alles ein bis zwei Minuten kräftig braten.
Meistens erledigt sich das Problem von selbst.
Besonders Chinakohl enthält viel Wasser und gibt beim Erhitzen einiges davon ab. Deshalb auch hier wieder: großer Topf oder große Pfanne, ordentlich Hitze und kein Deckel.
Dann klappt es.
Ich habe dieses Gericht inzwischen schon in mehreren Varianten gemacht und komme trotzdem immer wieder zur einfachen Version zurück.
Hackfleisch.
Chinakohl.
Karotten.
Frühlingszwiebeln.
Eine gute Sauce.
Mehr braucht es eigentlich nicht.
Manchmal sind genau diese einfachen Rezepte diejenigen, die später dauerhaft im Alltag bleiben.
Nicht das komplizierte Sonntagsgericht mit 25 Zutaten, sondern die Pfanne, die man mittwochs um halb sieben kocht, während jemand fragt: „Wann gibt’s Essen?“
Und zehn Minuten später sitzen alle am Tisch.
Genau solche Rezepte liebe ich.
Wenn ihr also noch einen Chinakohl im Kühlschrank habt und nicht wisst, was ihr damit machen sollt, probiert diese Hackfleischpfanne aus.
Sie ist würzig, saftig, ein bisschen knackig und in einer halben Stunde fertig.
Und nehmt ruhig eine große Pfanne.
Bei uns möchte nämlich spätestens nach der ersten Portion meistens noch jemand Nachschlag.
