Ein weiterer Vorteil ist, dass man den Gugelhupf perfekt vorbereiten kann. Ich habe ihn schon am Abend vorher geschichtet und die Form über Nacht im Kühlschrank aufbewahrt. Am nächsten Morgen musste ich ihn nur noch in den Ofen schieben – und schon stand nach einer Stunde ein frisches, warmes Gericht auf dem Tisch, ohne dass ich in der Früh viel Arbeit hatte. Gerade wenn man Gäste hat, ist das unbezahlbar.
Was mich besonders rührt, ist, dass der Gugelhupf auch Erinnerungen weckt. Meine Mutter erzählte mir, dass ihre eigene Mutter früher etwas Ähnliches gemacht hat – damals gab es keine Rösti aus der Tiefkühltruhe, sondern frisch geriebene Kartoffeln, die angebraten wurden. Auch der Käse war meist einfach der, der gerade da war. Und genau das zeigt: Dieses Gericht ist nicht nur modern, sondern auch ein Stück Tradition.
Ich finde es wunderschön, wie man mit einem Rezept Generationen verbinden kann. Heute mache ich es für meine Enkelkinder, die immer begeistert rufen: „Oma, machst du wieder den Frühstückskuchen?“ Und jedes Mal denke ich daran, wie ich das erste Mal bei meiner Schwiegertochter am Tisch saß und nicht glauben konnte, dass ein herzhafter Gugelhupf so köstlich sein kann.
Gesundheitlich betrachtet ist der Gugelhupf ebenfalls spannend. Durch die Eier und den Käse enthält er viel Eiweiß, was lange satt macht. Die Rösti und das Brot liefern Kohlenhydrate, die Energie für den Tag geben. Je nach Zutaten kann man ihn auch leichter gestalten – etwa mit Vollkornbrot, weniger Käse oder mehr Gemüse. Ich habe ihn auch schon in einer Low-Carb-Version gebacken, indem ich das Brot durch gewürfelte Zucchini und etwas Mandelmehl ersetzt habe. Das Ergebnis war natürlich anders, aber nicht weniger lecker.
Besonders charmant ist auch die Tatsache, dass man ihn zu allen Tageszeiten essen kann. Zwar heißt er Frühstücks-Gugelhupf, aber ich habe ihn genauso gut schon zum Mittagessen oder als warmes Abendessen serviert. Mit einem frischen Salat dazu ist er eine vollwertige Mahlzeit, die alle begeistert.
Eines meiner liebsten Erlebnisse mit diesem Gugelhupf war ein Familienbrunch zu Ostern. Wir hatten die ganze Familie eingeladen, die Tafel war reich gedeckt mit bunten Eiern, frischem Gemüse, Kuchen – und in der Mitte stand dieser Gugelhupf. Schon bevor wir ihn angeschnitten hatten, war er Gesprächsthema. Jeder wollte wissen, wie er gemacht wird, und nachdem er auf den Tellern gelandet war, war es für alle klar: so etwas hatten sie noch nie gegessen. Es war ein richtiges Highlight, das uns alle noch lange in Erinnerung blieb.
Ich glaube, genau solche Rezepte sind es, die man nie vergisst. Sie sind nicht nur Essen, sondern auch ein Erlebnis, eine Erinnerung, ein Stück Familiengeschichte.
Seit diesem Tag habe ich ein kleines Ritual: Wenn ich den Gugelhupf backe, schreibe ich das Datum auf und notiere mir, wer dabei war und wie er geschmeckt hat. Meine kleine Rezeptkladde füllt sich so nach und nach mit Erinnerungen, und ich freue mich schon jetzt darauf, sie eines Tages an meine Kinder weiterzugeben. Vielleicht wird der Frühstücks-Gugelhupf dann auch in ihren Familien weiterleben, so wie ich ihn von meiner Schwiegertochter übernommen habe.
Am Ende ist es das, was Kochen und Backen für mich bedeutet: nicht nur satt werden, sondern teilen, verbinden, Erinnerungen schaffen. Und genau das macht diesen Gugelhupf so besonders.
