Es gibt Gerichte, die haben einfach etwas Besonderes, und manchmal merkt man das erst viel später im Leben. So ging es mir mit der Erbsensuppe. Ich muss zugeben: als Kind hab ich sie nicht immer gemocht. Da standen wir am Tisch, es war Winter, draußen kalt und grau, drinnen beschlagen die Fenster, und auf dem Herd blubberte der große Topf von Oma. Die Luft war voller Duft – von gekochtem Fleisch, von Erbsen, von Lorbeer und Speck. Aber ehrlich gesagt, als Kind hab ich lieber Würstchen und Brot gegessen, statt diese dicke Suppe. Oma hat dann gelacht und gesagt: „Wart nur ab, eines Tages wirst du sie lieben.“ Und sie hatte recht.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Vor ein paar Jahren, es war so ein typischer verregneter Novembertag, fiel mir das alte Rezeptbuch meiner Mutter in die Hände. Zwischen den vergilbten Seiten, auf denen es nach Zwiebeln und Sellerie roch, fand ich die handgeschriebene Notiz: „Erbsensuppe DDR-Art – von Mutti“. Und in dem Moment hatte ich plötzlich so eine Sehnsucht nach genau dieser Suppe. Also stand ich in meiner kleinen Küche, holte einen großen Topf raus und versuchte, mich an all die kleinen Handgriffe zu erinnern, die Oma damals gemacht hatte. Und was soll ich sagen? Als der erste Löffel heißer Erbsensuppe auf meiner Zunge lag, war es, als wäre ich wieder zehn Jahre alt, sitze in Omas Küche und höre draußen den kalten Wind pfeifen.
Seitdem koche ich diese Suppe immer wieder – nicht nur für mich, sondern auch für Freunde, die dann staunen: „So was Deftiges, das macht echt satt!“ Und ja, genau das ist es: Erbsensuppe ist ein Stück Heimat, ein DDR-Klassiker, der Generationen satt und zufrieden gemacht hat.
Zutaten (für 4–6 Portionen)
- 1 Stück Eisbein (am besten geräuchert, gibt kräftigen Geschmack)
- 500 g getrocknete Erbsen (halbierte, grün oder gelb – je nach dem, was man bekommt)
- 1 Bund Suppengrün (Möhren, Sellerie, Lauch, Petersilienwurzel)
- 2 Zwiebeln
- 2 Kartoffeln (mehlig kochend, die geben Bindung)
- 100 g Speck (durchwachsen, gern geräuchert)
- 1 Lorbeerblatt
- 3 Pimentkörner
- Salz, Pfeffer nach Geschmack
- Majoran (gehört für mich einfach rein, typisch DDR)
- Würste nach Belieben: Wiener, Bockwurst, Brühpolnische oder Knacker
Zubereitung Schritt für Schritt
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Eisbein vorbereiten
Das Eisbein kommt in einen großen Topf mit reichlich Wasser. Dazu das Lorbeerblatt, die Pimentkörner, eine Zwiebel (halbiert) und die Abschnitte vom Suppengrün. Alles zusammen langsam aufkochen lassen und dann etwa 1,5 Stunden sanft köcheln. Das gibt die kräftige Brühe. -
Erbsen einweichen und kochen
Die Erbsen am besten am Vortag in kaltem Wasser einweichen. Wenn man es vergisst, kann man sie auch direkt nehmen, dann aber länger kochen lassen. Nach der Fleischkochzeit kommen die Erbsen in die heiße Brühe und dürfen dort 45–60 Minuten köcheln. -
Gemüse und Kartoffeln dazugeben
Suppengrün putzen und klein würfeln. Kartoffeln schälen und ebenfalls in Würfel schneiden. Nach etwa einer Stunde Kochzeit der Erbsen beides dazugeben und noch 20–30 Minuten mitkochen lassen. -
Speck und Zwiebeln anbraten
In einer Pfanne den Speck auslassen, bis er leicht knusprig ist. Die zweite Zwiebel klein hacken und im Speckfett goldgelb anbraten. Diese Mischung in den Suppentopf geben – das ist so ein kleiner Trick, der der Suppe Tiefe gibt. -
Abschmecken und stampfen
Mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen. Ein Teil der Suppe kann mit einem Kartoffelstampfer leicht zerdrückt werden, damit sie sämiger wird. Pürieren sollte man nicht – in der DDR mochte man die Suppe rustikal, mit Biss. -
Über Nacht ruhen lassen
Das ist vielleicht das größte Geheimnis: Eine gute Erbsensuppe muss einmal „schlafen“. Am nächsten Tag ist sie dicker, kräftiger und einfach besser im Geschmack. -
Servieren
Vor dem Servieren Fleisch vom Eisbein klein schneiden und wieder in die Suppe geben. Würste nach Belieben in Scheiben schneiden und ebenfalls kurz in der Suppe erhitzen. Dann in tiefen Tellern servieren, dazu frisches Brot – fertig.
