Am Tag seines Geburtstags versammelten wir uns heimlich auf dem Treppenabsatz vor unserer Wohnung. Ich schloss mit meinem Schlüssel auf – und ließ die Gäste als Erste eintreten.
Wir platzten mitten in den “besonderen Moment” hinein – mit lauten Glückwünschen, brennenden Kerzen, Sektkorken und Luftschlangen…
Ich selbst sagte kein Wort. Ich drehte mich einfach um und ging.
Später erzählten mir die Freunde, dass seine Geliebte halbnackt in den Kleiderschrank geflüchtet war. Und seine Mutter – eine sonst so ruhige Frau – soll ihn im Affekt mit dem Geburtstagskuchen beworfen haben, während er nackt und vollkommen panisch im Wohnzimmer stand.
Viele würden sagen, das sei übertrieben. Vielleicht sogar grausam. Aber ich bereue nichts. Kein bisschen. Ich habe mich sofort scheiden lassen – trotz seiner flehentlichen Entschuldigungen, der Tränen, der Versprechungen. Für mich war an diesem Tag etwas gestorben. Respekt. Vertrauen. Liebe.
Heute bin ich frei. Und ich bin froh, dass ich damals nicht einfach nur gegangen bin – sondern ein klares, unvergessliches Zeichen gesetzt habe.
