13.10.2026

Der Besitzer des Blumenladens hat mir dieses Hausmittel empfohlen

Wer ohnehin regelmäßig einen vollständigen Flüssigdünger verwendet, braucht dieses Hausmittel eigentlich nicht zusätzlich. Zu viele verschiedene Dünger und Zusätze gleichzeitig können dazu führen, dass sich Salze im Substrat anreichern.

Bei Pflanzen ist mehr eben nicht automatisch besser.

Auch der Zustand der Pflanze ist entscheidend.

Eine Pflanze mit verfaulten Wurzeln, Staunässe oder Schädlingsbefall wird nicht plötzlich gesund, nur weil man ihr Bananenwasser gibt. In solchen Fällen muss zuerst die eigentliche Ursache behoben werden.

Das klingt selbstverständlich, wird bei sogenannten Hausmitteln aber gerne vergessen.

Die zweite Möglichkeit: getrocknete Bananenschale

Manchmal wird empfohlen, Bananenschalen zunächst vollständig zu trocknen und anschließend sehr fein zu zerkleinern.

Das funktioniert grundsätzlich ebenfalls als Möglichkeit, organisches Material weiterzuverwenden.

Die Schale sollte dafür wirklich komplett trocken sein.

Danach kann man sie klein schneiden oder zermahlen und eine sehr kleine Menge unter Erde mischen oder auf dem Kompost verwenden.

Direkt größere Stücke frischer Bananenschale in einen kleinen Zimmerpflanzentopf zu stecken, würde ich dagegen nicht empfehlen.

Im Topf zersetzt sich die Schale nur langsam. Dabei können unangenehme Gerüche entstehen und kleine Fliegen angelockt werden.

Im Garten oder Kompost ist die Situation anders, weil dort wesentlich mehr Bodenleben vorhanden ist und organisches Material leichter verarbeitet werden kann.

Für meine Zimmerpflanzen ist mir deshalb die Variante mit dem kurz angesetzten Wasser lieber.

Warum beim Weihnachtskaktus besondere Vorsicht sinnvoll ist

Auf dem Bild sieht man einen Weihnachtskaktus beziehungsweise Schlumbergera. Diese Pflanzen sind interessant, weil sie ganz andere Ansprüche haben als typische Wüstenkakteen.

Sie stammen ursprünglich aus feuchteren Waldregionen und wachsen dort teilweise auf Bäumen oder Felsen.

Deshalb mögen sie ein lockeres Substrat und regelmäßiges, aber nicht übermäßiges Gießen.

Was sie überhaupt nicht mögen, ist ständig nasse Erde.

Wenn man also zusätzlich mit irgendeinem Hausmittel gießt, sollte man immer zuerst prüfen, ob das Substrat überhaupt Wasser benötigt.

Ich stecke dafür einfach einen Finger ein bis zwei Zentimeter tief in die Erde.

Ist sie dort noch deutlich feucht, wird nicht gegossen.

Ist die obere Schicht trocken und der Topf deutlich leichter geworden, kann wieder Wasser gegeben werden.

Genau diese einfache Kontrolle hat bei meinen Pflanzen oft mehr gebracht als jeder vermeintliche Geheimtrick.

Und was ist mit Orchideen?

Hier wäre ich noch zurückhaltender.

Orchideen wie die verbreitete Phalaenopsis wachsen normalerweise nicht in gewöhnlicher Blumenerde, sondern in grobem Orchideensubstrat aus Rinde.

Ihre Wurzeln benötigen sehr viel Luft.

Organische Reste oder ständig feuchtes Substrat können deshalb schnell problematisch werden.

Wenn eine Orchidee gesund aussieht, grüne oder silbrige feste Wurzeln besitzt und regelmäßig wächst, würde ich nicht plötzlich anfangen, ständig verschiedene Küchenabfälle als Dünger auszuprobieren.

Bei Orchideen ist ein passender, sehr schwach dosierter Orchideendünger wesentlich leichter zu kontrollieren.

Ein Hausmittel kann interessant sein, aber es sollte eine funktionierende Pflege nicht ersetzen.

Was Pflanzen wirklich zum Blühen bringt

Man liest häufig Sätze wie: „Einmal damit gießen und die Pflanze blüht sofort.“

Ganz so einfach funktioniert es leider nicht.

Ob eine Pflanze Blüten bildet, hängt von mehreren Dingen gleichzeitig ab.

Licht spielt eine große Rolle.

Auch Temperatur, Jahreszeit, Pflanzenalter, Wasserversorgung und Nährstoffe sind wichtig.

Beim Weihnachtskaktus kommt noch die Tageslänge hinzu. Für die Knospenbildung sind kühlere Bedingungen und längere Dunkelphasen häufig wesentlich wichtiger als irgendein spezielles Gießwasser.

Wenn eine Pflanze also seit Jahren nicht blüht, würde ich zunächst ihren Standort überprüfen.

Steht sie vielleicht zu dunkel?

Ist der Topf dauerhaft nass?

Wird sie ständig umgestellt?

Ist das Substrat völlig ausgelaugt?

Erst danach würde ich über zusätzlichen Dünger nachdenken.

Was ich an diesem Hausmittel trotzdem mag

Ich finde die Idee vor allem deshalb schön, weil etwas verwendet wird, das normalerweise sofort weggeworfen wird.

Statt die Schale direkt zu entsorgen, kann man sie noch einmal nutzen.

Außerdem kostet die Herstellung praktisch nichts.

Man braucht keine besonderen Geräte und kann einfach mit einer einzelnen Pflanze ausprobieren, wie sie darauf reagiert.

Und genau so würde ich bei Hausmitteln generell vorgehen.

Nicht sofort zehn Pflanzen behandeln.

Erst eine robuste Pflanze auswählen, sparsam anwenden und beobachten.

Sieht die Pflanze nach einigen Wochen weiterhin gesund aus, kann man die Methode gelegentlich wiederholen.

Zeigen sich dagegen plötzlich gelbe Blätter, unangenehmer Geruch aus der Erde oder kleine Fliegen, würde ich das Hausmittel sofort weglassen.

Pflanzen geben uns meistens ziemlich schnell Hinweise darauf, wenn ihnen etwas nicht gefällt.

Noch wichtiger als jeder Dünger

Der beste Dünger bringt wenig, wenn Standort und Bewässerung nicht stimmen.

Das ist wahrscheinlich die wichtigste Erfahrung, die ich mit Zimmerpflanzen gemacht habe.

Eine Pflanze am falschen Standort kann man nicht „gesund düngen“.

Steht beispielsweise eine lichtliebende Pflanze dauerhaft in einer dunklen Ecke, wird zusätzlicher Dünger das fehlende Licht nicht ersetzen.

Dasselbe gilt für Staunässe.

Viele Zimmerpflanzen sterben nicht, weil sie zu wenig Wasser bekommen, sondern weil ihre Wurzeln dauerhaft nass stehen.

Dann fehlt Sauerstoff im Wurzelbereich und die Wurzeln beginnen irgendwann zu faulen.

Deshalb besitzen meine Pflanzentöpfe möglichst immer ein Abflussloch.

Überschüssiges Wasser darf nach dem Gießen ablaufen und bleibt nicht stundenlang im Übertopf stehen.

Allein diese Kleinigkeit verhindert bereits viele Probleme.

Auch abgestorbene Blätter entferne ich regelmäßig.

Staub auf großen Blättern kann man gelegentlich mit einem leicht feuchten Tuch abwischen.

Und ungefähr einmal im Jahr schaue ich mir bei schnell wachsenden Pflanzen die Wurzeln an.

Ist der gesamte Topf bereits durchwurzelt, bekommt die Pflanze einen etwas größeren Topf und frisches Substrat.

Das sind eigentlich ziemlich einfache Dinge – aber genau sie machen langfristig den Unterschied.

Mein Fazit zu Bananenschalen als Pflanzentipp

Ich würde daraus kein „Wundermittel“ machen.

Eine Bananenschale kann einen normalen Dünger nicht vollständig ersetzen, und keine Pflanze beginnt garantiert plötzlich zu blühen, nur weil man sie einmal damit gießt.

Als gelegentliches Hausmittel kann Bananenschalen-Wasser aber ausprobiert werden.

Wichtig ist nur, es frisch zuzubereiten, sparsam zu verwenden und die Pflanzen anschließend zu beobachten.

Ich verwende dafür eine Bananenschale auf ungefähr einen Liter Wasser und lasse sie höchstens einen Tag ziehen.

Danach wird die Schale entfernt und das Wasser nur bei Pflanzen verwendet, die ohnehin gegossen werden müssen.

Nicht öfter als gelegentlich – und niemals zusätzlich zu ständigem kräftigem Düngen.

So bleibt aus einem einfachen Hausmittel tatsächlich ein kleiner, unkomplizierter Pflanzentipp und wird nicht zu einer Belastung für die Wurzeln.

Und manchmal ist genau das die beste Pflanzenpflege: nicht möglichst viel machen, sondern ein wenig ausprobieren, beobachten und der Pflanze anschließend Zeit geben.