Wenn es draußen warm ist, habe ich oft überhaupt keine Lust auf schwere Beilagen oder Gerichte mit dicken Soßen. Dann darf es bei mir gerne etwas Frisches sein, das trotzdem ordentlich Geschmack hat. Genau dafür ist dieser grüne Bohnensalat perfekt.
Grüne Bohnen sind für so einen Sommersalat wirklich ideal. Sie haben einen schönen Biss, nehmen das Dressing wunderbar auf und passen zu fast allem, was im Sommer auf den Tisch kommt. Egal ob gegrilltes Fleisch, Würstchen, Frikadellen oder einfach nur frisches Brot – eine Schüssel Bohnensalat daneben funktioniert eigentlich immer.
Was ich an diesem Rezept besonders mag: Es ist überhaupt nicht kompliziert. Die Bohnen werden gekocht, dazu kommen Zwiebeln, ein einfaches Essig-Öl-Dressing und frisches Bohnenkraut. Danach braucht der Salat eigentlich nur noch etwas Zeit, damit alles gut durchziehen kann.
Und genau diese Ruhezeit macht einen großen Unterschied. Direkt nach dem Vermischen schmeckt der Salat schon gut, aber nach ein paar Stunden ist er deutlich aromatischer. Die Bohnen haben dann Essig, Öl und Gewürze aufgenommen und die Zwiebeln sind nicht mehr ganz so scharf.
Für Gartenfeste oder Grillabende finde ich das besonders praktisch. Man kann den Bohnensalat morgens oder sogar schon am Abend vorher vorbereiten und muss sich später um nichts mehr kümmern.
Zutaten
Für etwa 4 Portionen:
1 kg grüne Bohnen
2 kleine Zweige Bohnenkraut
2 mittelgroße Zwiebeln
6 EL Essig
4 EL neutrales Öl oder mildes Olivenöl
4–6 TL Zucker
2 TL Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Optional:
1 kleine rote Zwiebel zusätzlich
1–2 EL gehackte Petersilie
1 TL mittelscharfer Senf
etwas vom Bohnenkochwasser
Zubereitung
Zuerst die grünen Bohnen gründlich waschen.
Anschließend die beiden Enden der Bohnen abschneiden. Sehr lange Bohnen kann man zwei- oder dreimal durchschneiden. Ich finde Stücke von ungefähr vier bis fünf Zentimetern für einen Salat am angenehmsten.
Einen ausreichend großen Topf mit Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen.
Das Wasser ordentlich salzen und das Bohnenkraut hineingeben.
Nun die vorbereiteten Bohnen in das kochende Wasser geben.
Je nach Dicke benötigen sie ungefähr 8 bis 12 Minuten. Sehr feine junge Bohnen sind natürlich schneller fertig, während kräftigere Bohnen etwas länger brauchen.
Hier ist es wichtig, zwischendurch einfach eine Bohne zu probieren. Sie sollte gar sein, aber noch etwas Biss haben.
Zu weich gekochte Bohnen zerfallen später beim Vermischen und verlieren genau diese angenehme Konsistenz, die einen guten Bohnensalat ausmacht.
Sobald die Bohnen fertig sind, abgießen.
Dabei ungefähr 100 ml vom Kochwasser auffangen. Das benötigen wir nicht unbedingt, aber ein kleiner Schluck davon kann später sehr hilfreich sein, wenn das Dressing etwas zu kräftig oder der Salat zu trocken geworden ist.
Die Bohnen etwas abkühlen lassen.
Währenddessen die Zwiebeln schälen.
Ich schneide sie für diesen Salat gerne in kleine Würfel. Wer lieber etwas mehr Struktur im Salat hat, kann sie auch in sehr feine Halbringe schneiden.
Bei normalen gelben Zwiebeln bekommt man den klassischen Geschmack. Eine rote Zwiebel sieht dagegen besonders schön aus und ist oft etwas milder.
Die geschnittenen Zwiebeln in eine große Schüssel geben.
Nun kommt das Dressing.
Essig, Öl, Zucker, Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer miteinander verrühren.
Beim Zucker würde ich zunächst mit vier Teelöffeln anfangen und später abschmecken. Wie viel man tatsächlich braucht, hängt stark vom verwendeten Essig ab.
Ein milder Apfelessig braucht oft weniger Zucker als ein kräftiger Tafelessig.
Das Dressing soll deutlich säuerlich schmecken, aber eben nicht unangenehm scharf.
Wer möchte, kann zusätzlich einen Teelöffel mittelscharfen Senf unterrühren. Das ist kein Muss, passt aber hervorragend zu grünen Bohnen und sorgt dafür, dass sich Essig und Öl etwas besser miteinander verbinden.
Die noch leicht warmen Bohnen zu den Zwiebeln geben.
Jetzt das Dressing darüber verteilen und alles gründlich, aber vorsichtig miteinander vermengen.
Warme Bohnen nehmen die Marinade besonders gut auf. Deshalb lasse ich sie nicht komplett kalt werden, bevor sie ins Dressing kommen.
Nun den Salat ungefähr zehn Minuten stehen lassen und danach zum ersten Mal abschmecken.
Falls er sehr trocken erscheint, ein bis zwei Esslöffel vom aufgefangenen Bohnenwasser dazugeben.
Dann nochmals vorsichtig durchmischen.
Den Bohnensalat abdecken und mindestens zwei bis drei Stunden in den Kühlschrank stellen.
Noch besser schmeckt er, wenn er über Nacht durchziehen darf.
Dabei lohnt es sich, ihn zwischendurch ein- oder zweimal umzurühren. Die Marinade sammelt sich nämlich am Boden der Schüssel und soll natürlich möglichst gleichmäßig an alle Bohnen gelangen.
Vor dem Servieren den Salat ungefähr 15 Minuten aus dem Kühlschrank nehmen.
Sehr kalt direkt aus dem Kühlschrank schmeckt man die einzelnen Aromen nicht ganz so gut.
Noch einmal abschmecken.
Nach der Ruhezeit verändert sich der Geschmack deutlich. Oft braucht der Salat jetzt noch einen kleinen Spritzer Essig, etwas Pfeffer oder eine winzige Prise Zucker.
Zum Schluss nach Wunsch frisch gehackte Petersilie darübergeben.
Und dann kann er eigentlich direkt auf den Tisch.
So schmeckt der Bohnensalat besonders gut
Für mich steht und fällt dieser Salat tatsächlich mit den Bohnen. Gerade im Sommer, wenn frische grüne Bohnen Saison haben, lohnt es sich, schöne knackige Exemplare zu verwenden.
Sie sollten fest aussehen und beim Biegen relativ leicht brechen. Sehr weiche oder schrumpelige Bohnen würde ich für einen Salat eher nicht nehmen.
Man kann das Rezept aber problemlos mit tiefgekühlten grünen Bohnen machen. Dann werden sie direkt aus dem Gefrierschrank ins kochende Wasser gegeben und entsprechend der Packungsangabe gegart.
Bei Bohnen aus dem Glas oder der Dose sieht es etwas anders aus. Sie sind bereits vollständig gegart und meistens deutlich weicher. Für einen schnellen Salat funktionieren sie zwar, aber die Konsistenz frischer oder tiefgekühlter Bohnen gefällt mir deutlich besser.
Beim Dressing mag ich die klassische Mischung aus Essig und Öl am liebsten. Genau so kennt man Bohnensalat häufig auch von früher.
Man muss daraus keine komplizierte Vinaigrette machen.
Ein guter Essig, ein neutrales Öl, Zwiebeln, etwas Zucker, Salz und Pfeffer reichen vollkommen.
Gerade beim Öl würde ich kein extrem kräftiges Olivenöl verwenden. Das kann den Geschmack der Bohnen schnell überdecken.
Sonnenblumenöl, Rapsöl oder ein mildes Olivenöl passen hervorragend.
Bohnenkraut gehört für mich unbedingt dazu. Der Name kommt schließlich nicht von ungefähr. Sein kräftiges, leicht pfeffriges Aroma passt wunderbar zu grünen Bohnen.
Wer kein frisches Bohnenkraut bekommt, kann auch getrocknetes verwenden. Davon braucht man allerdings deutlich weniger.
Etwa einen halben bis einen Teelöffel reicht normalerweise aus.
Auch bei den Zwiebeln kann man ein bisschen variieren.
Klassisch sind normale Haushaltszwiebeln. Wenn Kinder mitessen oder man rohe Zwiebeln nicht so gut verträgt, kann man stattdessen rote Zwiebeln oder Schalotten verwenden.
Ein kleiner Trick hilft ebenfalls: Die geschnittenen Zwiebeln kurz mit heißem Wasser übergießen, danach abtropfen lassen und erst dann zum Salat geben.
Dadurch verlieren sie einen Teil ihrer Schärfe.
Ich mache das allerdings nur, wenn die Zwiebeln wirklich sehr kräftig sind. Ein bisschen Zwiebelschärfe gehört für mich zu einem guten Bohnensalat einfach dazu.
Wer aus dem Salat eine etwas gehaltvollere Mahlzeit machen möchte, kann zusätzlich gekochte Kartoffeln hineingeben.
Dann wird daraus fast schon ein Kartoffel-Bohnen-Salat.
Auch halbierte Kirschtomaten passen im Sommer gut dazu. Diese würde ich allerdings erst kurz vor dem Servieren hinzufügen, damit sie nicht über Nacht zu viel Flüssigkeit abgeben.
Sehr lecker ist außerdem etwas zerbröselter Feta.
Das geht dann geschmacklich zwar schon etwas weg vom klassischen deutschen Bohnensalat, funktioniert aber hervorragend.
Für ein Grillbuffet würde ich die klassische Variante aber tatsächlich genauso lassen, wie sie ist. Gerade neben kräftig gewürztem Grillfleisch braucht man nicht noch zehn weitere Zutaten im Salat.
Einfach ist hier oft besser.
Der Bohnensalat passt wunderbar zu Bratwurst, Nackensteaks, Frikadellen oder Hähnchen vom Grill.
Auch zu einem ganz normalen Schnitzel schmeckt er richtig gut.
Wenn es besonders heiß ist, reicht mir manchmal sogar eine große Portion Bohnensalat zusammen mit etwas frischem Bauernbrot.
Was die Vorbereitung angeht, gehört dieser Salat zu den Gerichten, die am nächsten Tag eher besser als schlechter schmecken.
Deshalb mache ich häufig gleich etwas mehr.
Gut abgedeckt hält er sich im Kühlschrank ungefähr zwei bis drei Tage.
Dabei sollte man aber jedes Mal einen sauberen Löffel verwenden und ihn nach dem Servieren wieder möglichst schnell kalt stellen.
Wenn nach einem Tag kaum noch Dressing in der Schüssel vorhanden ist, einfach einen kleinen Schuss Essig und Öl dazugeben und erneut abschmecken.
Eine weitere Sache, die ich bei Bohnensalat wichtig finde: Nicht zu wenig Dressing machen.
Direkt nach dem Vermengen sieht es oft so aus, als wäre sehr viel Flüssigkeit in der Schüssel. Nach einigen Stunden haben die Bohnen davon aber erstaunlich viel aufgenommen.
Deshalb lieber zunächst ordentlich marinieren und später bei Bedarf etwas abgießen, als am Ende einen trockenen Salat auf dem Tisch zu haben.
Und auch wenn der Salat „leicht“ heißt, darf das Dressing Geschmack haben.
Ein Bohnensalat, der nur nach gekochten Bohnen schmeckt, ist langweilig.
Säure, eine leichte Süße, die Würze der Zwiebeln und Bohnenkraut gehören zusammen.
Gerade diese einfache Mischung macht das Rezept so typisch und so gut.
Wenn ich weiß, dass Gäste kommen, bereite ich ihn meistens am Vorabend zu. Dann muss ich am nächsten Tag nur noch einmal umrühren, abschmecken und vielleicht etwas frische Petersilie darübergeben.
Mehr Arbeit hat man damit nicht.
Und genau solche Rezepte mag ich im Sommer besonders.
Keine halbe Stunde am Herd stehen, während es draußen schon heiß genug ist. Keine komplizierten Zutaten und nichts, was kurz vor dem Servieren noch hektisch vorbereitet werden muss.
Ein großer Topf Bohnen, ein einfaches Dressing und etwas Zeit zum Durchziehen – fertig ist eine Beilage, die praktisch zu jedem Sommeressen passt.
