Zubereitung:
Zuerst bereitet man das Fleisch vor. Ich schneide das Schweinefleisch in etwa zwei bis drei Zentimeter große Würfel. So garen sie schön gleichmäßig und bleiben saftig. Man kann das Fleisch auch vorher leicht mit Salz, Pfeffer und einem Teil des Paprikapulvers würzen, damit es später mehr Geschmack annimmt.
Die Zwiebeln werden geschält und in feine Halbmonde geschnitten. Bei den Paprikaschoten entferne ich die Kerne und die weißen Häute, danach schneide ich sie in gleich große Streifen oder grobe Würfel – so wie es eben gefällt und was gerade da passt. Die Tomaten wasche ich gründlich und schneide sie in kleine Stücke, damit sie beim Schmoren schnell zerfallen und die Sauce schön sämig wird.
Den Knoblauch presse ich oder hacke ihn sehr fein, um eine milde, aromatische Würze zu erzielen.
Dann geht es ans Anbraten: In einem großen, schweren Topf erhitze ich das Pflanzenöl auf mittlerer Stufe. Wenn das Öl heiß genug ist, gebe ich die Fleischstücke hinein. Es ist wichtig, sie nicht alle auf einmal in den Topf zu werfen, sondern in zwei Portionen, damit sie schön rundherum braun werden und nicht anfangen zu „kochen“. Dieses Anbraten verleiht dem Schaschliktopf sein unverwechselbares Aroma und sorgt für den herrlichen Geschmack.
Sobald das Fleisch Farbe angenommen hat, nehme ich es kurz aus dem Topf und stelle es beiseite. Im verbliebenen Fett werden die Zwiebeln glasig gedünstet. Dabei lasse ich sie nicht zu dunkel werden, nur so lange, bis sie weich und durchsichtig sind. Jetzt kommt der fein gehackte Knoblauch dazu – dazu gebe ich ihm nur etwa 1 Minute Zeit, um nicht bitter zu werden.
Das Tomatenmark wird nun untergerührt und ein paar Minuten mit angeröstet. Das ist ein ganz wichtiger Schritt, denn so verlieren Tomatenmark und Zwiebeln ihre Rohheit und die Süße entfaltet sich ganz wunderbar.
Danach kommen die Paprikastücke hinzu, die ich einige Minuten mitbrate, bis sie etwas Weichheit zeigen. Danach füge ich die kleingeschnittenen Tomaten hinzu. Nun alles gut vermischen und mit der Gemüsebrühe ablöschen. Mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß und rosenscharf würze ich die Sauce nach Geschmack und gebe den Majoran sowie Thymian dazu.
Das Fleisch gebe ich als nächstes zurück in den Topf, rühre alles behutsam um und lasse den Schaschliktopf bei geschlossenem Deckel auf niedriger bis mittlerer Hitze etwa 60 bis 75 Minuten langsam schmoren. Dabei sollte das Ganze nur leicht köcheln, damit das Fleisch zart wird und die Sauce schön einreduziert, ohne dabei einzubrennen. Manchmal rühre ich zwischendurch vorsichtig um und kontrolliere, ob noch genug Flüssigkeit im Topf ist. Falls nötig, kann man noch etwas Wasser oder Brühe hinzufügen.
Während das Gericht vor sich hin köchelt, steigt dieser unverwechselbare Duft auf, der einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt: der Geruch von süßer Paprika, mit würzigen Kräutern und dem dezenten Aroma von Schmorgemüse. Dieses Rühren, die Farben, die sich vermischen – das hat für mich immer etwas ganz Beruhigendes und Vertrautes.
Wenn das Fleisch beim Probieren so weich ist, dass es fast auf der Zunge zergeht, und die Sauce eine sämige Konsistenz erreicht hat, ist der Schaschliktopf fertig. Kurz vor dem Servieren schmecke ich nochmal ab: Ein bisschen Salz und Pfeffer, vielleicht noch eine kleine Prise Zucker zur Geschmacksabrundung. Ganz zum Schluss streue ich frische, fein gehackte Petersilie darüber. Das bringt Farbe und Frische.
Traditionell serviere ich den Schaschliktopf gern mit frisch gekochten Kartoffeln, sei es Salzkartoffeln oder mehlige Kartoffeln für eine sämige Verbindung. Aber auch Reis oder ein frisches Bauernbrot passen wunderbar dazu.
Tipps und Varianten:
Das Tolle an diesem Rezept ist seine Vielseitigkeit und Einfachheit. Man kann den Schaschliktopf ganz nach Lust und Laune leicht abwandeln. Für alle, die es noch ein bisschen würziger mögen, empfehle ich einen kleinen Schuss Paprikapulver rosenscharf mehr oder, für die Experimentierfreudigen, eine Prise Cayennepfeffer. Auch eine kleine Prise Kümmel oder Lorbeerblatt beim Schmoren geben eine warme Würze, die hervorragend zur Hausmannskost passt.
Wer kein Schweinefleisch mag oder verträgt, kann das Rezept problemlos mit Rindfleisch oder Hähnchen umsetzen. Wichtig ist nur, dass die Fleischstücke ähnlich groß geschnitten werden, damit sie gleichmäßig garen. Rind braucht eventuell ein bisschen länger zum Schmoren, bei Hähnchen ist die Garzeit etwas kürzer. Beim Geflügel darauf achten, dass es wirklich durchgegart ist.
Vegetarische Varianten sind ebenfalls möglich. Man kann Pilze, zum Beispiel Champignons oder portobello, als „Fleischersatz“ nutzen, oder auch Seitanwürfel/Mozzarella als spannende Abwechslung. Dann würde ich jedoch die Kochzeiten etwas anpassen, weil Pilze viel schneller garen.
Wer gerne mit der Sauce spielt, kann ergänzend etwas Paprikapüree oder geräuchertes Paprikapulver für eine kräftigere Rauchigkeit verwenden. Manchmal mag ich auch einen Schuss Rotwein zum Ablöschen, das gibt Tiefe und Rundheit.
Aufbewahrung:
Den Schaschliktopf kann man gut vorbereiten und hält sich im Kühlschrank abgedeckt 2 bis 3 Tage. Am besten schmeckt er fast noch besser aufgewärmt, weil dann die Aromen sich richtig gut verbunden haben. Zum Aufwärmen einfach langsam in einem Topf auf mittlerer Hitze erhitzen, gelegentlich umrühren und falls nötig einen Schluck Wasser oder Brühe dazugeben, damit die Sauce nicht zu dick wird.
Wer größere Mengen kocht, kann problemlos Reste einfrieren. Dazu den Schaschliktopf gut abkühlen lassen, portionsweise in geeignete Behälter geben und einfrieren. Aufgetaute Portionen wie gewohnt langsam in einem Topf oder in der Mikrowelle erwärmen.
Serviervorschläge:
Zum Schaschliktopf passt ein frischer Salat mit einem einfachen Dressing aus Essig, Öl, Senf und Kräutern. Der knackige Kontrast gibt dem ganzen Essen eine schöne Leichtigkeit. Selbstgemachtes, knuspriges Bauernbrot ist ein Muss, um die leckere Sauce aufzunehmen. Auch Kartoffelpüree ist eine großartige Begleitung, dann schmeckt das Gericht richtig deftig und gemütlich. Für festlichere Anlässe kann man den Schaschliktopf auch mit etwas Reis mit Kräutern servieren – das macht ihn besonders edel.
Das Gericht eignet sich perfekt für Familienessen, an denen man gemütlich zusammensitzt und keiner in der Küche Stress hat. Auch für Gäste ist dieser Schaschliktopf ideal, weil er sich großartig vorbereiten lässt. Einfach am Vortag kochen und am nächsten Tag sanft erwärmen – so kann man mehr Zeit am Tisch verbringen statt am Herd zu stehen.
Fehler vermeiden:
Einer der häufigsten Fehler, die ich anfangs gemacht habe, war das Fleisch zu kurz anzubraten oder zu viele Stücke gleichzeitig in den Topf zu geben. Das führt dazu, dass das Fleisch eher gekocht als gebraten wird und zäh bleiben kann. Also lieber in Portionen arbeiten und dem Fleisch Zeit geben, Farbe zu bekommen.
Ein weiterer Punkt ist die Flüssigkeitsmenge. Lieber erst zurückhaltend mit der Brühe sein und erst später bei Bedarf ergänzen, damit die Sauce schön sämig wird und nicht zu wässrig.
Zum Schluss: Bei den Gewürzen ruhig mutig sein – probieren und nachwürzen, denn jede Zubereitung ist ein bisschen anders. Und ein bisschen Liebe beim Kochen macht sowieso den größten Unterschied. Denn genau darum geht es bei Oma-Schaschliktopf: einfache Zutaten, zubereitet mit Herz, die am Ende alle glücklich machen.
So wünsche ich viel Freude beim Kochen und Genießen – auf dass sich eure Küche mit diesem herrlichen Duft erfüllt und der Tisch zu einem Ort wird, an dem man das „einfach Glück“ miteinander teilt.
