Es gibt Rezepte, die man irgendwo liest, kurz ausprobiert und wieder vergisst. Und dann gibt es die, die einen begleiten, weil sie mit Erinnerungen verbunden sind, weil man sie immer wieder abwandelt und sie doch jedes Mal schmecken. Genau so ein Rezept ist dieses Kartoffelomelett, das ich schon so oft gekocht habe, dass ich gar nicht mehr zählen kann. Und doch hat es jedes Mal etwas Besonderes.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Ich weiß noch genau, wie ich das erste Mal etwas Ähnliches bei einer Nachbarin gegessen habe. Sie kam ursprünglich aus Osteuropa, und in ihrer Küche duftete es immer nach gebratenen Kartoffeln, Zwiebeln und Gewürzen. Eines Abends brachte sie mir ein Stück von ihrem Kartoffelauflauf vorbei, und ich dachte: So etwas muss ich auch für meine Familie machen. Aber natürlich habe ich es mit der Zeit auf meine eigene Art verändert. Heute ist daraus ein Omelett geworden, das sowohl sättigt als auch überrascht, weil es mehr ist als nur Kartoffeln mit Eiern. Es ist eine kleine Mahlzeit, die sich wunderbar für ein Abendessen eignet, wenn alle am Tisch zusammenkommen und jeder nach einem langen Tag etwas Herzhaftes braucht.
Zutaten:
1 kg Kartoffeln
Pflanzenöl zum Anbraten
Salz und schwarzer Pfeffer nach Geschmack
6 Eier
½ Teelöffel getrockneter Knoblauch
⅓ Teelöffel Kurkuma
250 g Schinken
250 g eingelegte Pilze
150 g Hartkäse
150 g Dosenmais
2 Esslöffel Mayonnaise
100 g Käse (zum Überbacken)
Frühlingszwiebeln und Dill zum Dekorieren
Ich beginne immer mit den Kartoffeln, denn sie sind das Herz dieses Rezepts. Ich nehme festkochende Kartoffeln, weil sie beim Braten ihre Form behalten und nicht zerfallen. Schon beim Schälen denke ich daran, wie meine Mutter früher die Kartoffeln in einem großen Eimer schälte, während ich daneben saß und zusah. Heute mache ich das mit einem kleinen Schäler, und die Arbeit geht viel schneller, aber der Gedanke daran ist geblieben. Ich schneide die Kartoffeln in mittelgroße Würfel, nicht zu klein, damit sie beim Braten noch ein wenig Biss haben, aber auch nicht zu groß, damit sie gleichmäßig garen.
In einer großen Pfanne erhitze ich etwas Öl. Wenn es heiß genug ist, gebe ich die Kartoffelwürfel hinein. Sie brutzeln sofort und fangen an, diese goldgelbe Farbe zu bekommen, die den typischen Duft von gebratenen Kartoffeln verströmt. Ich würze sie schon jetzt leicht mit Salz und Pfeffer, damit sie Geschmack annehmen, lasse sie aber nur halb gar werden, denn den Rest erledigt später das Omelett im Ofen oder in der Pfanne.
Während die Kartoffeln anbraten, nehme ich eine Schüssel und schlage die Eier hinein. Sechs Stück, frisch vom Bauernhof, das Eigelb leuchtet kräftig gelb. Ich würze sie mit Salz, Pfeffer, etwas getrocknetem Knoblauch und einem Hauch Kurkuma. Dieses Gewürz habe ich vor einigen Jahren entdeckt, und seitdem benutze ich es gerne. Es gibt nicht nur Farbe, sondern auch einen leicht erdigen Geschmack, der perfekt zu Kartoffeln passt. Ich verquirle die Eier kräftig mit einer Gabel, bis eine gleichmäßige Masse entsteht.
Jetzt gieße ich die halbgegarten Kartoffeln in die Schüssel mit den Eiern und rühre alles gut um. Schon jetzt sieht man, wie die Kartoffeln von der gelben Eimasse umhüllt werden. Aber das ist erst der Anfang. Denn das Besondere an diesem Rezept sind die weiteren Zutaten, die das Ganze einzigartig machen.
Ich nehme Schinken, in kleine Würfel geschnitten, und gebe ihn dazu. Dann kommen die eingelegten Pilze – sie bringen eine leichte Säure und einen würzigen Geschmack, der sich wunderbar mit den Kartoffeln verbindet. Der Mais sorgt für eine süße Note und für etwas Farbe, und schließlich die Mayonnaise, die die Masse cremig macht. Es klingt vielleicht ungewöhnlich, aber die Mayonnaise bindet alles zusammen und verleiht dem Omelett eine überraschend weiche Konsistenz.
