13.10.2026

Wenn Sie Zecken in Ihrem Haus finden, sollten Sie Folgendes wissen

Ich kann mich noch gut erinnern an den Tag, an dem ich zum ersten Mal eine Zecke in unserer Wohnung gesehen habe. Ich dachte erst, es sei ein Krümel oder vielleicht ein dunkler Fussel, den unser Hund von draußen hereingeschleppt hat. Doch als ich genauer hinsah, bewegte sich das Ding – und mir wurde sofort ganz anders. Es war kein Krümel. Es war eine Zecke. Klein, dunkel, zäh und irgendwie fast wie aus einer anderen Welt. Und ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber für mich war das sofort ein Alarmsignal.

Zecken draußen im Wald oder auf der Wiese – das kennt man. Damit rechnet man, wenn man mit dem Hund spazieren geht oder wenn die Kinder im Garten herumtollen. Aber drinnen? In den eigenen vier Wänden? Das hat eine ganz andere Qualität. Man fühlt sich plötzlich nicht mehr sicher. So, als hätte die Natur eine Grenze überschritten, die man eigentlich für heilig hielt. Das Zuhause soll doch ein geschützter Ort sein, oder?

Ich habe dann recherchiert, wie das überhaupt passieren kann, und bin auf erschreckend viele Möglichkeiten gestoßen. Zecken können tatsächlich durch Tiere ins Haus getragen werden, keine große Überraschung. Aber auch durch Kleidung, Rucksäcke, Schuhe. Oder sie klammern sich an einem selbst fest, ohne dass man es merkt, und lassen sich dann später einfach irgendwo auf dem Teppich oder im Bett fallen. Allein bei dem Gedanken bekomme ich schon wieder Gänsehaut.

Was ich dann gelernt habe: Zecken im Haus sind kein seltenes Phänomen. Vor allem nicht im Sommer und Herbst, wenn sie besonders aktiv sind. Und wenn man Haustiere hat, steigt das Risiko deutlich. Unser Hund, ein alter Labrador namens Max, ist ein echtes Kuscheltier und darf auf dem Sofa und sogar manchmal mit ins Bett. Das war früher nie ein Problem – bis eben zu jenem Tag, als ich diese Zecke entdeckte. Und plötzlich machte alles Sinn: Die Spaziergänge im hohen Gras, das Herumtollen im Wald, und dann direkt danach aufs Sofa – das war eine Einladung für Zecken.

Ich habe mich dann gefragt: Was jetzt? Wie geht man damit um, wenn man eine Zecke in der Wohnung findet? Muss man gleich die ganze Wohnung desinfizieren? Ist das ein Notfall? Und wie erkennt man überhaupt, ob noch mehr da sind?

Zuerst habe ich die Zecke eingefangen – mit einem Taschentuch und Zittern in den Händen. Ich wollte sie nicht zerdrücken, denn ich hatte gelesen, dass das Krankheiten übertragen kann, wenn Blut austritt. Also habe ich sie in ein Schraubglas gesteckt und später draußen weit entfernt entsorgt. Manche Leute frieren sie auch ein oder übergießen sie mit Alkohol – alles besser als zerquetschen.

Dann kam der große Putz. Ich habe jede Ecke abgesaugt, alle Teppiche gereinigt, das Sofa abgespannt, die Bettwäsche gewaschen. Es war fast schon wie ein Frühjahrsputz im Hochsommer. Und ja, ich habe auch Max komplett durchgekämmt, mit einem Flohkamm – obwohl es um Zecken ging. Aber sicher ist sicher.

Ich habe mir dann auch ein paar Fragen gestellt, die ich bis dahin nie so richtig ernst genommen hatte. Zum Beispiel: Können Zecken in der Wohnung überleben? Und wenn ja, wie lange? Können sie sich vermehren? Gibt es vielleicht sogar ein Nest?

Die Antworten waren teilweise beruhigend, teilweise nicht. Zecken können durchaus einige Tage ohne Wirt überleben, manche Arten sogar Wochen. Das hängt von der Luftfeuchtigkeit ab und von der Temperatur. Und ja, in ganz seltenen Fällen – etwa bei der Braunen Hundezecke – kann es tatsächlich passieren, dass sich Zecken in Innenräumen vermehren. Das ist aber zum Glück eher die Ausnahme.

Trotzdem war mir klar: Ich musste vorsorgen. Also habe ich angefangen, unsere Routinen zu ändern. Max wird jetzt nach jedem Spaziergang gründlich untersucht. Wir haben ein spezielles Zeckenhalsband für ihn besorgt, und auch einen Spot-on vom Tierarzt. Ich weiß, dass viele das nicht mögen, aber in unserem Fall war es einfach nötig. Ich selbst habe auch gelernt, meine Kleidung zu überprüfen, wenn ich aus dem Garten komme, besonders wenn ich kniehoch im Gras stand, um Unkraut zu jäten oder die Kinder aus dem Gebüsch zu ziehen.