Zutaten für das Blanchieren der Zucchini
3 mittelgroße Zucchini (ca. 600 g)
2 Liter kochendes Wasser
1 EL Salz
1 TL Knoblauchpulver
2–3 EL Apfelessig
2 Lorbeerblätter
6–8 schwarze Pfefferkörner
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Für die Panade
4 große Eier
100 g geriebener Parmesan (ca. 1 Tasse)
1 EL getrocknete Petersilie
1 TL Fleischgewürzmischung oder Kräutermix
200 g Semmelbrösel (ca. 2 Tassen)
60 g Weizenmehl (½ Tasse)
1 TL edelsüßes Paprikapulver
Pflanzenöl zum Frittieren (ca. 500 ml)
Zum Servieren
Süß-Chili-Soße oder Soße nach Wahl
Es gibt Gerichte, die einen still und heimlich überraschen, weil sie viel mehr können, als man ihnen auf den ersten Blick zutraut. So erging es mir mit Zucchini. Wenn man das Wort „Zucchini“ hört, denken viele sofort an langweilige Beilage, fade Gemüsepfanne oder irgendein Diätgericht, das man aus Pflichtgefühl isst. Doch eines Tages wurde meine Meinung – und die meiner ganzen Familie – komplett auf den Kopf gestellt. Und zwar durch ein Rezept, das ich zuerst fast übersehen hätte, weil ich dachte: „Ach, Zucchini… das essen die Kinder bestimmt nicht gern.“ Aber wie so oft im Leben steckt das Besondere gerade in den Dingen, die man fast übersieht.
Es war an einem heißen Sommernachmittag. Ich stand in der Küche, die Fenster weit geöffnet, draußen zirpten die Grillen. Mein Mann hatte sich schon wieder ein Steak gewünscht, aber mir war danach, etwas Neues auszuprobieren – leichter, frischer, aber trotzdem mit diesem knusprigen Biss, der einen sofort glücklich macht. Ich griff also zu drei Zucchini, die im Korb auf der Fensterbank lagen. Sie waren vom Markt, noch leicht staubig von der Erde, und ich wusste, sie mussten heute verarbeitet werden. Statt sie wie üblich in der Pfanne zu braten, erinnerte ich mich an eine Freundin aus Italien, die mir einmal lachend gesagt hatte: „Bei uns in Apulien isst man Zucchini fast wie Fleisch. Knusprig paniert, mit einem Glas Weißwein – besser geht’s nicht.“ Dieser Satz hallte in meinem Kopf nach. Und plötzlich stand der Plan: Heute würde ich Zucchini so zubereiten, dass niemand das Fleisch vermisst.
Ich stellte einen großen Topf Wasser auf den Herd und würzte es kräftig mit Salz, Knoblauchpulver, Apfelessig, Lorbeer und Pfefferkörnern. Der Duft allein ließ mich schon glauben, in einer kleinen Trattoria am Mittelmeer zu stehen. Die Zucchinischeiben blanchierte ich nur kurz, damit sie nicht matschig wurden. Währenddessen schlug ich die Eier auf, mischte Parmesan, Petersilie, Paprikapulver und die Semmelbrösel. Ich tauchte die Zucchini zuerst ins Mehl, dann ins Ei, dann in die Panade – dieser Moment, wenn man merkt, wie sich die Brösel perfekt an die Oberfläche schmiegen, hat etwas fast Meditatives. Und dann das Zischen im heißen Öl! Meine Kinder kamen neugierig in die Küche gelaufen, angelockt vom Duft. „Mama, was gibt’s da?“ – „Etwas, das besser schmeckt als Fleisch“, antwortete ich geheimnisvoll.
Als die erste Portion fertig war, legte ich die goldbraunen Scheiben auf Küchenpapier. Außen knusprig, innen weich – ich konnte nicht widerstehen und probierte sofort eine. Und was soll ich sagen: Ich war selbst überrascht. Dieser herzhafte Crunch, kombiniert mit dem zarten Gemüse, dazu die Würze vom Parmesan und Paprikapulver – es war tatsächlich besser als Fleisch. Mein Mann, sonst überzeugter Fleischliebhaber, griff gleich zweimal zu und sagte schmunzelnd: „Wenn Zucchini so schmeckt, brauche ich heute kein Steak.“
