Es gibt Rezepte, die probiert man einmal – und danach verschwinden sie irgendwo zwischen alten Kochbüchern oder handgeschriebenen Notizen in der Küchenschublade. Und dann gibt es diese besonderen Kuchen, die man immer wieder backt, weil einfach alles daran stimmt. Genau so ein Rezept ist dieser Kirsch-Blechkuchen für mich geworden. Er ist wunderbar saftig, herrlich locker, nicht zu süß und verbindet einen hellen Vanilleteig mit einer feinen Schokoladenschicht und fruchtigen Kirschen. Jedes Mal, wenn ich ihn backe, dauert es keine zehn Minuten, bis das ganze Haus nach Butter, Kakao und frisch gebackenem Kuchen duftet. Schon dieser Duft allein erinnert mich an gemütliche Nachmittage mit meiner Familie, an Geburtstage im Garten und an die Sonntage meiner Kindheit.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Zum ersten Mal begegnete mir dieses Rezept vor einigen Jahren bei einer älteren Nachbarin. Sie war dafür bekannt, immer etwas Selbstgebackenes auf dem Tisch zu haben, wenn Besuch vorbeikam. Egal ob spontan oder geplant – bei ihr gab es fast immer Kaffee und Kuchen. An einem regnerischen Nachmittag klingelte ich nur kurz bei ihr, um etwas auszuleihen. Kaum hatte sie die Tür geöffnet, strömte mir ein Duft entgegen, dem ich einfach nicht widerstehen konnte. Auf dem Küchentisch stand ein großes Backblech mit einem noch leicht warmen Kirschkuchen, der mit einer feinen Schicht Puderzucker bestäubt war. Schon der erste Blick genügte, um zu wissen, dass ich nach dem Rezept fragen würde.
Sie schnitt ein großes Stück ab, stellte eine Tasse Kaffee dazu und sagte lächelnd: „Probier erst einmal, danach bekommst du das Rezept.“ Genau so kam es auch. Bereits nach dem ersten Bissen wusste ich, warum dieser Kuchen in ihrer Familie seit Jahrzehnten gebacken wurde. Der helle Teig war unglaublich locker, die dunkle Kakaoschicht sorgte für einen angenehmen Kontrast und die saftigen Kirschen machten jeden Bissen herrlich fruchtig. Nichts schmeckte trocken, nichts war zu schwer. Alles wirkte wunderbar ausgewogen.
Noch am selben Abend schrieb ich das Rezept sauber in mein Notizbuch. Bereits am Wochenende wollte ich den Kuchen selbst ausprobieren. Ehrlich gesagt war ich ein wenig nervös. Manche Familienrezepte gelingen schließlich nur der Person, die sie seit Jahren backt. Doch schon beim Verrühren des Teiges merkte ich, wie unkompliziert dieses Rezept eigentlich war. Es gab keine schwierigen Arbeitsschritte, keine besonderen Techniken und keine außergewöhnlichen Zutaten. Alles, was man brauchte, fand sich ohnehin fast immer im Vorratsschrank.
Seit diesem Tag gehört dieser Kirsch-Blechkuchen zu meinen absoluten Lieblingsrezepten. Besonders schön finde ich, dass er sowohl im Sommer mit frischen Kirschen als auch im Winter mit gut abgetropften Sauerkirschen aus dem Glas hervorragend gelingt. Dadurch kann man ihn praktisch das ganze Jahr über backen. Außerdem lässt sich das Rezept wunderbar vorbereiten. Gerade wenn Besuch kommt oder ein Familienfest bevorsteht, backe ich den Kuchen oft schon am Vortag. Über Nacht wird er sogar noch etwas saftiger und lässt sich am nächsten Tag besonders gut schneiden.
Was diesen Kuchen für mich so besonders macht, ist seine Vielseitigkeit. Er passt genauso gut zu einer gemütlichen Kaffeerunde wie zu einem Kindergeburtstag oder einem Sommerfest im Garten. Oft nehme ich ihn auch mit zu gemeinsamen Grillabenden. Während viele Desserts gekühlt werden müssen oder erst kurz vor dem Servieren fertiggestellt werden können, lässt sich dieser Kuchen problemlos transportieren. Er bleibt lange saftig und schmeckt selbst am nächsten Tag noch hervorragend.
Meine Kinder lieben ihn ebenfalls. Früher sammelten sie immer zuerst die Kirschen vom Rand des Blechs, heute streiten sie sich eher um die besonders saftigen Stücke aus der Mitte. Mein Mann behauptet sogar regelmäßig, dieser Kuchen schmecke am zweiten Tag noch besser als frisch aus dem Ofen. Ehrlich gesagt glaube ich, dass er damit gar nicht so unrecht hat. Über Nacht verbinden sich die Aromen noch intensiver miteinander, sodass der Kuchen fast noch aromatischer wirkt.
Ein weiterer Vorteil ist die unkomplizierte Zubereitung. Während manche Kuchen mehrere Cremeschichten, aufwendige Dekorationen oder komplizierte Füllungen benötigen, überzeugt dieses Rezept gerade durch seine Einfachheit. Ein klassischer Rührteig, einige Kirschen und etwas Kakao reichen völlig aus, um einen Kuchen zu backen, der immer wieder begeistert. Man braucht weder viel Erfahrung noch besonderes Backzubehör. Selbst Backanfänger erzielen damit meist auf Anhieb ein schönes Ergebnis.
Zutaten
Für ein Backblech (ca. 40 × 30 cm) benötigen Sie:
200 g weiche Butter
250 g Zucker
4 Eier
250 ml Milch
420 g Weizenmehl
16 g Backpulver
15 g Kakaopulver
350 g entsteinte Kirschen
Puderzucker zum Bestäuben
