Diesen Kuchen liebe ich besonders, weil er mit ganz einfachen Zutaten auskommt und trotzdem etwas Besonderes ist. Kein Mehl, keine komplizierte Creme und auch keine Zutaten, für die man erst durch drei Geschäfte laufen muss. Joghurt, Eier, etwas Zucker und Speisestärke – mehr braucht es im Grunde nicht.
Das Rezept erinnert mich an diese alten Kuchen, bei denen niemand groß abgewogen und dekoriert hat. Hauptsache, der Kuchen war weich, duftete gut und zum Kaffee blieb am Ende kein Stück übrig. Genau so ist dieser Wolkenkuchen.
Seinen Namen hat er wirklich verdient. Innen wird er wunderbar weich, leicht feucht und fast ein bisschen cremig. Gleichzeitig sorgt der Eischnee dafür, dass er nicht schwer wird. Wenn man ihn anschneidet, sieht man sofort diese feine, luftige Struktur.
Und bevor jemand fragt: Ja, der Kuchen kommt tatsächlich ohne Mehl aus. Stattdessen nehme ich Maisstärke. Das funktioniert wunderbar und macht die Konsistenz besonders zart.
Zutaten
Für eine Springform von etwa 22–24 cm:
4 Eier
450 g Naturjoghurt
120 g Zucker
100 g Maisstärke
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
etwas Puderzucker zum Bestäuben
Mehr braucht ihr tatsächlich nicht.
Beim Joghurt nehme ich ganz normalen Naturjoghurt. Ich würde keinen extrem flüssigen verwenden, weil die Masse ohnehin schon sehr weich ist. Mit einem schön cremigen Joghurt gelingt mir der Kuchen am besten.
Zubereitung
Als Erstes heize ich den Backofen auf 160–170 °C Ober-/Unterhitze vor. Mein Ofen ist eher kräftig, deshalb reichen bei mir meistens 160 °C. Kennt ihr euren Ofen und wisst, dass er etwas gemütlicher backt, könnt ihr auf 170 °C gehen.
Eine Springform lege ich am Boden mit Backpapier aus. Auch am Rand gebe ich gerne einen Streifen Backpapier hinein und lasse ihn etwas höher stehen. Der Kuchen geht beim Backen schön auf und ist direkt aus dem Ofen noch sehr empfindlich.
Jetzt trenne ich die vier Eier.
Dabei wirklich ein bisschen aufpassen, dass kein Eigelb zum Eiweiß kommt. Die Schüssel für das Eiweiß sollte außerdem sauber und fettfrei sein, sonst lässt es sich manchmal nicht richtig steif schlagen.
Die Eigelbe kommen in eine große Schüssel. Den Zucker dazugeben und beides mit dem Handmixer einige Minuten schön hell und cremig schlagen.
Ich mache diesen Schritt nicht zu schnell. Wenn die Eigelb-Zucker-Masse richtig schön hell und luftig geworden ist, merkt man später tatsächlich einen Unterschied.
Danach vermische ich die Maisstärke mit dem Backpulver und siebe beides zur Eigelbmasse.
Jetzt kommt der Joghurt dazu.
Alles nur so lange verrühren, bis eine schöne glatte Creme entstanden ist. Keine Sorge, wenn euch die Masse jetzt ziemlich weich vorkommt. Das soll so sein.
Und jetzt kommt der Schritt, der aus unserem einfachen Joghurtkuchen wirklich einen Wolkenkuchen macht.
Zum Eiweiß gebe ich eine kleine Prise Salz und schlage es steif. Es sollte schön stabil sein, aber noch glatt und glänzend aussehen.
Ich gebe zuerst ungefähr ein Drittel des Eischnees zur Joghurtmasse und hebe ihn vorsichtig unter. Dadurch wird die relativ schwere Joghurtmasse etwas lockerer.
Anschließend kommt der restliche Eischnee portionsweise dazu.
Hier bitte nicht mehr wild mit dem Mixer hinein! 😊
Ich nehme einen Teigschaber und hebe den Eischnee langsam von unten nach oben unter. Es muss nicht jede kleine weiße Spur verschwinden. Lieber ein paar kleine Eischnee-Schlieren im Teig lassen, als so lange zu rühren, bis die ganze schöne Luft wieder draußen ist.
Genau diese Luft brauchen wir später für die wunderbar lockere Konsistenz.
Ab in den Ofen
Den fertigen Teig fülle ich vorsichtig in die vorbereitete Springform und streiche die Oberfläche nur ganz leicht glatt.
Dann kommt der Kuchen für ungefähr 50 Minuten auf die mittlere Schiene.
Schaut nach etwa 40 Minuten einmal hinein. Die Oberfläche sollte langsam goldgelb bis leicht goldbraun werden.
Falls sie euch schon zu dunkel erscheint, während der Kuchen innen noch Zeit braucht, könnt ihr einfach ein Stück Backpapier locker darüberlegen.
Und noch etwas Wichtiges: Nicht nervös werden, wenn der Kuchen im Ofen ordentlich aufgeht.
Das gehört dazu.
Er kann beim Abkühlen später wieder etwas zusammensinken. Das ist bei dieser Art Kuchen völlig normal und bedeutet nicht, dass etwas schiefgegangen ist.
Nach ungefähr 50 Minuten schalte ich den Ofen aus und lasse den Kuchen zunächst noch ein wenig bei leicht geöffneter Ofentür darin stehen.
Ich hole ihn nicht sofort aus dem heißen Ofen in die kalte Küche. Der starke Temperaturunterschied kann dazu führen, dass er sehr schnell zusammenfällt.
Nach etwa 10–15 Minuten nehme ich ihn heraus und lasse ihn vollständig in der Form auskühlen.
Und hier braucht man leider ein bisschen Geduld.
Warm duftet er nämlich so gut, dass man am liebsten sofort ein großes Stück abschneiden möchte. 😄 Aber die Konsistenz wird beim Abkühlen deutlich besser.
Erst wenn er abgekühlt ist, löse ich vorsichtig die Springform und entferne das Backpapier.
Zum Schluss kommt noch etwas Puderzucker darüber.
Mehr Dekoration braucht dieser Kuchen meiner Meinung nach überhaupt nicht.
Warum wird der Kuchen so besonders?
Das Geheimnis liegt eigentlich in der Kombination aus Joghurt und Eischnee.
Der Joghurt sorgt dafür, dass der Kuchen innen nicht trocken wird. Gleichzeitig bringt der steif geschlagene Eischnee sehr viel Luft in die Masse.
Deshalb bekommt man keinen klassischen trockenen Rührkuchen, sondern einen wunderbar weichen Kuchen, der irgendwo zwischen fluffigem Kuchen und sehr zartem Käsekuchen liegt.
Gerade frisch aus dem Kühlschrank finde ich ihn richtig lecker.
Im Sommer gebe ich manchmal noch ein paar frische Erdbeeren oder Himbeeren dazu. Im Winter reicht mir dagegen meistens einfach eine Tasse Kaffee und ordentlich Puderzucker oben drauf.
Ein paar kleine Dinge, die ich beachten würde
Der wichtigste Punkt ist wirklich der Eischnee.
Wenn ihr ihn kräftig unterrührt, verliert der Kuchen einen großen Teil seiner Luftigkeit. Also lieber langsam arbeiten und nicht versuchen, den Teig vollkommen glatt zu bekommen.
Auch die Backtemperatur würde ich nicht unnötig erhöhen.
Bei 190 oder 200 °C würde die Oberfläche viel zu schnell dunkel werden, während der Kuchen innen noch sehr weich ist. Die etwas niedrigere Temperatur von 160–170 °C gibt ihm Zeit, langsam aufzugehen und durchzubacken.
Und bitte erschreckt nicht, wenn der Kuchen nach dem Backen etwas niedriger wird.
Ich weiß, wie das ist: Im Ofen steht er plötzlich wunderschön hoch und man denkt sich schon: Meine Güte, der ist perfekt geworden! Dann schaut man zehn Minuten später wieder hin und er ist etwas zusammengesunken. 😄
Das ist hier völlig normal.
Er soll innen schließlich weich und zart bleiben und nicht wie ein trockener Biskuit werden.
Kann man ihn schon am Vortag backen?
Ja, sogar sehr gut.
Ich finde ihn nach einigen Stunden Ruhe fast noch besser. Er wird dann etwas kompakter, bleibt aber wunderbar weich und cremig.
Wenn Besuch kommt, backe ich ihn deshalb gerne am Abend vorher. Nach dem vollständigen Auskühlen stelle ich ihn abgedeckt in den Kühlschrank.
Am nächsten Tag nehme ich ihn ungefähr 20–30 Minuten vor dem Servieren heraus und bestäube ihn erst dann mit frischem Puderzucker.
Fertig.
Kein Stress kurz bevor die Gäste kommen und keine Creme, die noch schnell geschlagen werden muss.
