Es gibt Kuchen, die probiert man einmal und vergisst sie wieder. Und dann gibt es diese wenigen Rezepte, die sich leise, aber ganz fest ins Leben schleichen. Dieser ultrasaftige Nusskuchen gehört für mich genau in diese zweite Kategorie. Ich backe ihn seit Jahren immer wieder – manchmal jede Woche, manchmal sogar zweimal, wenn Besuch ansteht oder einfach die Lust auf etwas Süßes größer ist als sonst.
Ich erinnere mich noch gut an den ersten Moment, als ich ihn gebacken habe. Es war einer dieser Tage, an denen man eigentlich keine Zeit hat, aber trotzdem etwas Selbstgemachtes auf den Tisch bringen möchte. Kein kompliziertes Rezept, keine lange Vorbereitung, keine besonderen Geräte. Nur eine Schüssel, ein Rührgerät und ein paar Zutaten, die man meistens ohnehin zu Hause hat. Fünf Minuten rühren, ab in den Ofen – und der Rest erledigt sich von selbst.
Was diesen Kuchen für mich so besonders macht, ist nicht nur die Schnelligkeit, sondern vor allem seine unglaubliche Saftigkeit. Trotz der einfachen Zubereitung wird er nie trocken, nie bröselig, sondern bleibt tagelang weich und aromatisch. Die gemahlenen Haselnüsse sorgen für diesen tiefen, nussigen Geschmack, den man sofort erkennt, und der Schokoladenguss macht ihn am Ende einfach perfekt.
Dieser Nusskuchen ist kein „Showkuchen“, sondern ein ehrlicher Alltagskuchen. Einer, der immer gelingt, immer gut ankommt und den man ohne Stress backen kann. Genau solche Rezepte liebe ich – und genau deshalb möchte ich dieses hier teilen.
Zutaten – alles übersichtlich und ohne Schnickschnack
Für den Teig
230 g Butter, weich
180 g Zucker
4 Eier, getrennt
120 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
350 g Haselnüsse, gemahlen
1 Tasse Milch
Für den Schokoladenguss
1 Tafel dunkle Kuvertüre
Für die Form
etwas Butter zum Einfetten
Paniermehl oder gemahlene Nüsse zum Ausstreuen
Zubereitung – so einfach, dass man es kaum glaubt
Als Erstes bereite ich die Kuchenform vor. Ich nehme eine Gugelhupf- oder Rodonform mit etwa 28 cm Durchmesser, fette sie gründlich mit Butter ein und streue sie sorgfältig mit Paniermehl aus. Das ist wirklich wichtig, denn durch die vielen Nüsse kann der Kuchen sonst leicht an der Form haften bleiben.
Dann trenne ich die Eier. Die Eigelbe kommen in eine große Schüssel, die Eiweiße stelle ich beiseite.
Zu den Eigelben gebe ich die weiche Butter und den Zucker und rühre alles schaumig. Das dauert nur ein paar Minuten, aber dieser Schritt ist wichtig, damit der Kuchen später schön locker wird. Die Masse sollte hell und cremig aussehen.
In einer separaten Schüssel mische ich das Mehl mit dem Backpulver. Diese Mischung rühre ich nun unter die Butter-Ei-Masse. Anschließend gieße ich die Milch dazu und verrühre alles zu einem glatten Teig. Jetzt kommt schon der wichtigste Teil: die gemahlenen Haselnüsse. Ich gebe sie nach und nach dazu und rühre sie gleichmäßig unter.
Nun schlage ich die Eiweiße zu einem festen Schnee. Sie sorgen später für die luftige, saftige Konsistenz. Den Eischnee hebe ich vorsichtig unter die Nussmasse – nicht wild rühren, sondern langsam und mit Gefühl, damit die Luft im Teig bleibt.
Der fertige Teig wird in die vorbereitete Form gefüllt und glatt gestrichen. Danach kommt der Kuchen in den vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze. Die Backzeit beträgt etwa 45–50 Minuten. Jeder Ofen ist etwas anders, deshalb mache ich gegen Ende eine Stäbchenprobe. Bleibt kein Teig mehr kleben, ist der Kuchen fertig.
Nach dem Backen lasse ich den Nusskuchen etwa 10 Minuten in der Form ruhen, bevor ich ihn vorsichtig stürze und vollständig auskühlen lasse.
Für den Guss schmelze ich die dunkle Kuvertüre langsam im Wasserbad und verteile sie gleichmäßig über dem Kuchen. Sobald die Schokolade fest geworden ist, kann der Kuchen angeschnitten werden – und genau dann zeigt sich, wie saftig er wirklich ist.
Tipps aus meiner Küche – damit der Kuchen perfekt wird
Dieser Nusskuchen ist sehr unkompliziert, aber ein paar kleine Dinge machen ihn noch besser:
Butter wirklich weich verwenden, nicht geschmolzen
Fein gemahlene Haselnüsse sorgen für die beste Textur
Eiweiß immer separat steif schlagen, das macht den Kuchen locker
Form gut ausstreuen, sonst bleibt er leicht hängen
Nicht zu lange backen, damit er saftig bleibt
Varianten und kleine Abwandlungen
Dieses Grundrezept lässt sich wunderbar anpassen:
Haselnüsse durch gemahlene Mandeln ersetzen
Einen Teil der Milch durch Sahne austauschen für noch mehr Saftigkeit
Etwas Zimt oder Vanille in den Teig geben
Statt Schokoladenguss einfach mit Puderzucker bestäuben
Ein paar Schokostückchen direkt in den Teig mischen
Aufbewahrung und Genuss
Der Kuchen hält sich gut 3–4 Tage saftig, wenn er luftdicht verpackt wird. Bei uns ist er allerdings meist schneller weg. Er schmeckt pur genauso gut wie mit einer Tasse Kaffee oder Tee und ist auch ideal als Mitbringsel geeignet.
