Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe immer diese Phasen, in denen ich plötzlich wieder Lust habe, selbst Brot zu machen. Nicht dieses komplizierte, stundenlange Backen mit Sauerteig und allem Drum und Dran, sondern etwas Einfaches. Etwas, das schnell geht, warm auf den Tisch kommt und sofort dieses Gefühl von „Zuhause“ gibt.
Genau so bin ich irgendwann bei diesem Milchbrot gelandet.
Eigentlich war es ein ganz normaler Tag. Ich hatte nichts Großes geplant, nur ein bisschen aufräumen, vielleicht später etwas kochen. Aber dann hatte ich plötzlich diese Idee: „Warum nicht mal wieder etwas Selbstgemachtes?“ Kein Kuchen, nichts Süßes – eher etwas Herzhaftes, aber trotzdem weich und angenehm.
Und dann fiel mir dieses einfache Pfannenbrot ein, das ich mal irgendwo gesehen hatte. Ohne Ofen, ohne viel Aufwand. Nur Teig, Pfanne und ein bisschen Geduld.
Ich dachte ehrlich gesagt nicht, dass es so gut wird.
Aber als ich das erste Brot aus der Pfanne genommen habe, leicht goldbraun, außen ganz leicht knusprig und innen so weich, dass es fast auseinandergefallen ist – da wusste ich: Das mache ich wieder.
Und seitdem mache ich es wirklich oft.
Was ich daran so liebe, ist diese Mischung aus Einfachheit und Geschmack. Man braucht keine besonderen Zutaten, nichts Exotisches. Alles, was man sowieso meistens zuhause hat. Und trotzdem entsteht etwas, das sich fast ein bisschen besonders anfühlt.
Der Teig ist dabei eigentlich das Herzstück.
Ich beginne immer damit, Milch und Wasser leicht zu erwärmen. Nicht zu heiß, das ist wichtig. Ich habe am Anfang einmal den Fehler gemacht, die Flüssigkeit zu heiß zu machen, und die Hefe hat einfach nicht richtig gearbeitet. Seitdem teste ich immer kurz mit dem Finger – es sollte warm sein, aber nicht unangenehm.
Dann kommt die Hefe dazu, ein bisschen Zucker, und ich lasse das Ganze kurz stehen. Es ist ein schöner Moment, wenn man sieht, wie sich langsam kleine Bläschen bilden. Das ist irgendwie beruhigend, fast wie ein kleines Ritual.
Währenddessen bereite ich schon das Mehl vor, gebe Salz dazu und mische alles in einer großen Schüssel.
Dann gieße ich die warme Milch-Wasser-Mischung hinein und beginne zu rühren. Am Anfang wirkt der Teig oft ein bisschen chaotisch, fast klebrig und unförmig. Aber genau so soll es sein.
Ich arbeite dann mit den Händen weiter, knete ihn ruhig und ohne Eile. Es gibt da keinen Stress. Man merkt richtig, wie sich der Teig verändert, wie er glatter wird, elastischer, angenehmer.
Ein kleiner Trick, den ich mir angewöhnt habe: Ich gebe am Ende etwas Olivenöl dazu. Das macht den Teig noch geschmeidiger und sorgt später dafür, dass das Brot diese leicht weiche, fast „saftige“ Struktur bekommt.
Dann kommt die Wartezeit.
Und ich weiß, viele mögen das nicht – dieses Warten. Aber ehrlich gesagt gehört genau das für mich dazu. Ich stelle die Schüssel einfach irgendwo hin, decke sie ab und lasse den Teig in Ruhe.
In dieser Zeit mache ich meist etwas anderes, räume auf oder trinke einen Kaffee. Und jedes Mal, wenn ich zurückkomme und sehe, wie der Teig aufgegangen ist, finde ich das irgendwie faszinierend.
Er wird größer, luftiger, lebendiger.
Nach etwa einer Stunde ist er meistens perfekt.
Dann teile ich ihn in kleinere Stücke. Nicht zu genau, ich mache das einfach nach Gefühl. Jedes Stück forme ich zu einer kleinen Kugel. Es muss nicht perfekt aussehen – das ist ja gerade das Schöne daran.
Ich lasse die Kugeln noch ein paar Minuten ruhen, während ich die Pfanne vorbereite.
