16.01.2026

Jede Waschmaschine kann Wäsche trocknen – und die meisten wissen nichts über diese Funktion

Die Waschmaschine ist längst eines der Geräte, ohne die wir uns das moderne Leben kaum noch vorstellen können. Sie steht in fast jedem Haushalt, ob groß oder klein, ob in einer Studentenwohnung, in einer Familienküche oder im Waschkeller eines Mehrfamilienhauses. Wir alle sind daran gewöhnt, dass wir unsere Wäsche hineingeben, ein Programm wählen und nach einiger Zeit saubere, frisch duftende Kleidung herausholen. Für viele ist die Waschmaschine ein stiller Helfer, den man fast gar nicht mehr bewusst wahrnimmt, so selbstverständlich ist er geworden. Doch so vertraut das Gerät ist, so wenig wissen viele Menschen über all die Funktionen, die in modernen Maschinen stecken.

Eine der am meisten unterschätzten Eigenschaften ist die Möglichkeit, mit vielen Waschmaschinen nicht nur zu waschen, sondern auch zu trocknen. Ja, richtig gelesen: Die Maschine, die bei dir im Bad oder in der Küche steht, kann oft mehr, als du glaubst. Während die meisten Menschen ihre Wäsche nach dem Waschen noch mühsam aufhängen, auf den Balkon tragen oder über Heizungen verteilen, könnten sie in vielen Fällen einfach ein Knöpfchen drücken und die Maschine die Arbeit zu Ende machen lassen.

Diese Trocknungsfunktion wird erstaunlich selten genutzt. Manche wissen gar nicht, dass ihre Maschine sie besitzt, andere haben vielleicht davon gehört, trauen sich aber nicht, sie einzuschalten, weil sie denken, dass die Wäsche eingeht oder die Maschine Schaden nimmt. Wieder andere haben vielleicht schlechte Erfahrungen mit alten Modellen gemacht, bei denen die Wäsche nach dem Trocknen hart oder stark zerknittert war. Doch die Technik hat sich weiterentwickelt, und moderne Maschinen können heute erstaunlich viel.

Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt, das Bedienfeld seiner Waschmaschine genauer anzuschauen, entdeckt man häufig kleine Symbole oder Programme mit Namen wie „Dry“, „Waschen & Trocknen“, „MixDry“ oder „Ready to wear“. Diese Programme sind nicht nur eine Spielerei, sondern vollwertige Zyklen, die es ermöglichen, die Kleidung nach dem Waschen sofort zu trocknen – ohne dass man sie zwischendurch herausnehmen muss. Das ist besonders praktisch in kleinen Wohnungen, in denen kein Platz für einen separaten Trockner ist, oder für Menschen, die es einfach unkompliziert mögen.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich selbst lange Zeit dachte, dass man unbedingt ein zweites Gerät braucht, wenn man Wäsche trocknen möchte. Ein Trockner schien mir immer ein Luxus zu sein, den ich mir in meiner kleinen Wohnung gar nicht leisten konnte – weder vom Platz noch vom Geld. Also hing überall Wäsche: auf dem Balkon, im Schlafzimmer, manchmal sogar im Wohnzimmer über Stühlen. Es sah nie schön aus, es brauchte Tage zum Trocknen, und im Winter hatte ich oft das Gefühl, dass die Wohnung nach feuchter Wäsche roch. Erst als ich irgendwann durch Zufall in der Bedienungsanleitung meiner Maschine blätterte (was man ja selten tut), entdeckte ich, dass sie tatsächlich eine Trockenfunktion hatte. Ich konnte es kaum glauben. Ich probierte es aus – und war erstaunt, wie gut es funktionierte.

Das Prinzip ist einfach: Nach dem Waschgang schaltet die Maschine in einen Trocknungsmodus. Hierbei wird die Trommel weiter bewegt, während gleichzeitig warme Luft durch die Wäsche geblasen wird. Die Feuchtigkeit verdunstet und wird nach draußen geleitet oder in einem Kondensbehälter gesammelt – je nach Modell. Der große Vorteil: Die Wäsche bleibt in derselben Trommel, man muss nichts umladen oder neu einstellen. Man kann sogar ein Kombiprogramm wählen, das die Kleidung direkt „ready to wear“ macht.

Natürlich gibt es Unterschiede. Nicht jede Maschine hat die gleiche Leistung, nicht jedes Modell trocknet gleich schnell oder gleich gründlich. Manche sind eher für kleinere Mengen gedacht, sodass man keine riesige Ladung Handtücher erwarten darf, die innerhalb einer Stunde schranktrocken ist. Aber für Alltagskleidung, für Hemden, T-Shirts, Unterwäsche oder leichte Stoffe ist die Funktion absolut praktisch.

Der größte Vorteil ist ganz klar der Platzgewinn. Gerade in kleinen Wohnungen oder in Stadtwohnungen ohne Balkon ist es eine echte Erleichterung, wenn man keinen Wäscheständer herumstehen haben muss, der dann tagelang Platz wegnimmt. Man spart sich das ständige Auf- und Abbauen, das Wenden der Wäsche und die Sorge, ob sie rechtzeitig trocken wird. Besonders in der kalten Jahreszeit ist das Gold wert.

Ein weiterer Vorteil ist die Zeitersparnis. Man kann abends eine Maschine einschalten, die Wäsche waschen und trocknen lassen, und am nächsten Morgen ist alles fertig. Kein Umhängen, kein Nachdenken. Gerade Berufstätige oder Familien mit Kindern profitieren enorm davon. Ich kenne Mütter, die sagen, dass sie damit jede Woche mehrere Stunden sparen.

Auch der Energieverbrauch ist nicht so hoch, wie viele denken. Moderne Maschinen sind energieeffizienter als früher, und oft verbrauchen sie sogar weniger als ein separater Trockner, weil sie den Wasch- und Trockenvorgang kombinieren. Natürlich hängt das vom Modell ab, und es lohnt sich, in der Bedienungsanleitung oder auf dem Energielabel nachzusehen. Aber die Angst, dass die Stromrechnung explodiert, ist meistens unbegründet.

Damit die Trockenfunktion optimal funktioniert, gibt es ein paar kleine Tipps. Wichtig ist, die Maschine nicht zu überladen. Wenn die Trommel zu voll ist, kann die Luft nicht richtig zirkulieren, und die Wäsche trocknet ungleichmäßig. Am besten ist es, die Ladung etwas kleiner zu halten, als man es beim normalen Waschen tun würde. Auch die Wahl der richtigen Einstellung ist entscheidend. Viele Maschinen bieten verschiedene Trocknungsstufen an, von „bügelfeucht“ bis „schranktrocken“. Wer Hemden oder Blusen danach sowieso bügelt, kann sie bewusst etwas feuchter lassen. Wer Handtücher sofort in den Schrank legen möchte, wählt „extra trocken“.

Ein weiterer Punkt ist die Pflege der Maschine selbst. Damit sie lange hält, sollte man regelmäßig das Flusensieb reinigen, die Dichtungen abwischen und die Maschine ab und zu entkalken. Gerade beim Trocknen entsteht mehr Wärme, und es können sich kleine Fussel ablagern. Wenn man die Maschine sauber hält, funktioniert sie besser und die Wäsche riecht immer frisch.

Was viele auch nicht wissen: Manche Maschinen haben sogar eine „Refresh“-Funktion. Damit kann man Kleidung, die nicht wirklich schmutzig ist, aber ein bisschen muffig riecht, auffrischen. Das ist ideal für Jacken, Pullover oder Kleidung, die man nur kurz getragen hat. Statt sie sofort zu waschen, gibt man sie in die Maschine, lässt einen kurzen Trockenzyklus laufen, und schon riecht sie wieder frisch. Das spart Wasser, Energie und schont die Kleidung.

Für Allergiker ist die Trockenfunktion ein echter Vorteil. Denn beim Trocknen in der Maschine werden Pollen, Staubmilben und andere Allergene besser entfernt als beim Lufttrocknen. Gerade Bettwäsche oder Handtücher fühlen sich danach nicht nur weicher an, sondern sind auch hygienischer. Viele Maschinen haben sogar spezielle Allergie-Programme, die noch heißer trocknen, um alles gründlich zu beseitigen.

Ich habe inzwischen festgestellt, dass die Trocknungsfunktion meiner Waschmaschine mein Leben deutlich erleichtert hat. Früher habe ich das Wäscheaufhängen fast gehasst – diese ewige Arbeit, die Leinen voller Kleidung, das ständige Kontrollieren, ob alles schon trocken ist. Heute lasse ich die Maschine arbeiten, während ich etwas anderes tue. Das fühlt sich an wie ein Stück Freiheit.

Natürlich, es gibt Grenzen. Eine Waschmaschine mit Trockenfunktion wird wahrscheinlich nie die gleiche Leistung bringen wie ein großer, separater Trockner. Wer eine große Familie hat und ständig Wäscheberge bewältigen muss, wird mit einem zusätzlichen Trockner vielleicht besser fahren. Aber für Single-Haushalte, Paare oder kleine Familien reicht die Kombifunktion oft völlig aus.

Es ist interessant zu sehen, dass so viele Menschen ihre Waschmaschine schon jahrelang benutzen, ohne jemals diese Möglichkeit auszuprobieren. Manche haben Angst, dass die Kleidung eingeht. Aber wenn man die richtigen Programme wählt, ist das Risiko gering. Moderne Maschinen sind darauf ausgelegt, unterschiedliche Stoffe schonend zu behandeln. Baumwolle, Mischgewebe, sogar Wolle und Seide können oft im richtigen Programm getrocknet werden.

Ich erinnere mich an eine Nachbarin, die mich fragte, warum meine Wohnung nie nach feuchter Wäsche riecht. Als ich ihr erklärte, dass ich meine Maschine auch zum Trocknen nutze, fiel ihr fast die Kinnlade herunter. „Wie, das geht?“ fragte sie, völlig erstaunt. Sie hatte die Funktion nie bemerkt, obwohl sie dasselbe Modell hatte wie ich. Noch am selben Abend probierte sie es aus – und war begeistert.

Es lohnt sich also, einmal bewusst auf die Knöpfe und Symbole der eigenen Maschine zu schauen. Vielleicht entdeckst du eine Funktion, die dein Leben einfacher macht, und du hast sie bisher einfach übersehen.