Manchmal sind es gerade die einfachen Gerichte, die am Ende am besten ankommen.
Bei uns gehören diese Thunfisch-Spaghetti definitiv dazu.
Ich mache sie besonders gerne an Tagen, an denen ich eigentlich keine große Lust habe, lange in der Küche zu stehen. Ein Topf für die Nudeln, eine Pfanne oder ein zweiter Topf für die Sauce – und nach kurzer Zeit steht ein richtig schönes, cremiges Essen auf dem Tisch.
Das Praktische daran: Die meisten Zutaten habe ich fast immer im Haus.
Spaghetti, eine Dose Thunfisch, etwas Zwiebel, Knoblauch, Tomatenmark und ein kleiner Becher Sahne reichen eigentlich schon aus. Dazu kommen noch ein paar Gewürze und etwas Dill.
Mehr braucht es nicht.
Und trotzdem schmeckt das Ganze deutlich interessanter, als die kurze Zutatenliste vermuten lässt.
Das Geheimnis liegt meiner Meinung nach vor allem darin, dass der Thunfisch nicht einfach nur unter die fertigen Nudeln gemischt wird.
Ich dünste zuerst Zwiebel und Knoblauch langsam in etwas Olivenöl an. Dadurch entsteht schon die Grundlage für die Sauce.
Dann kommt der Thunfisch dazu.
Er nimmt sofort den Geschmack von Zwiebel, Knoblauch und Olivenöl auf und wird dadurch viel aromatischer.
Erst danach rühre ich Tomatenmark und Sahne unter.
So entsteht eine cremige Sauce, die weder schwer noch zu flüssig sein sollte.
Das Tomatenmark spielt dabei eine größere Rolle, als man vielleicht denkt.
Es bringt eine leichte Säure und etwas Tiefe in die Sauce, ohne dass daraus gleich eine richtige Tomatensauce wird.
Ich nehme deshalb auch nur ungefähr einen Esslöffel.
Mehr würde den Thunfisch meiner Meinung nach zu sehr überdecken.
Eine kleine Prise Zucker gehört ebenfalls hinein.
Nicht, damit die Sauce süß wird, sondern um die leichte Säure des Tomatenmarks etwas auszugleichen.
Gerade bei einfachen Saucen machen solche Kleinigkeiten erstaunlich viel aus.
Was ich ebenfalls wichtig finde: Knoblauch nicht zu dunkel werden lassen.
Wenn fein gehackter Knoblauch zu lange in heißem Öl liegt, wird er schnell bitter.
Deshalb gebe ich Zwiebel und Knoblauch bei mittlerer Hitze in den Topf und lasse sie nur so lange dünsten, bis die Zwiebel glasig geworden ist.
Dann kommt schon der abgetropfte Thunfisch hinein.
Beim Thunfisch verwende ich meistens ganz normalen Dosenthunfisch.
Ob im eigenen Saft oder in Öl, ist Geschmackssache.
Wenn ich Thunfisch in Öl verwende, lasse ich ihn trotzdem etwas abtropfen, damit die Sauce später nicht unnötig fettig wird.
Bei Thunfisch im eigenen Saft gebe ich lieber einen guten Esslöffel Olivenöl in die Pfanne.
Die Pasta selbst koche ich bissfest.
Das klingt selbstverständlich, ist aber gerade bei diesem Rezept wichtig.
Die Spaghetti kommen am Ende nämlich noch einmal direkt in die warme Sauce. Wenn sie vorher schon sehr weich gekocht wurden, können sie beim Vermischen schnell zu weich werden.
Ich nehme sie deshalb lieber eine Minute früher aus dem Wasser als zu spät.
Und noch etwas mache ich inzwischen fast immer:
Ich stelle vor dem Abgießen eine kleine Tasse Nudelwasser zur Seite.
Man braucht es nicht zwingend, aber es kann die Sauce retten, wenn sie am Ende etwas zu dick geworden ist.
Ein kleiner Schuss vom heißen Nudelwasser reicht meistens schon, um alles wieder schön cremig zu machen.
Das ist mir lieber, als noch mehr Sahne hineinzuschütten.
Besonders gut gefällt mir bei diesem Gericht die Kombination mit Dill.
Dill und Thunfisch passen für mich hervorragend zusammen.
Man braucht keine riesige Menge, aber ein paar Esslöffel bringen eine frische Note hinein, die die cremige Sauce etwas leichter wirken lässt.
Frischer Dill ist natürlich wunderbar, aber tiefgekühlter funktioniert genauso gut und ist viel praktischer, wenn man dieses Gericht spontan kochen möchte.
Basilikum kann man am Ende ebenfalls darübergeben.
Ich sehe es allerdings eher als Garnitur. Der eigentliche Geschmack sollte von Knoblauch, Thunfisch, Dill und der cremigen Sauce kommen.
Was mir an diesem Rezept besonders gefällt: Man kann es wunderbar anpassen.
Wer es etwas würziger mag, gibt eine kleine Prise Chiliflocken dazu.
Wer mehr Knoblauch liebt, nimmt zwei Zehen statt einer.
Und wer die Sauce etwas leichter haben möchte, kann einen Teil der Sahne durch etwas mehr Nudelwasser ersetzen.
Das Grundrezept bleibt dabei immer sehr einfach.
Genau solche Rezepte sind mir im Alltag am liebsten.
Keine 20 Zutaten.
Keine komplizierte Vorbereitung.
Und keine Stunde Abwasch danach.
Thunfisch-Spaghetti mit Knoblauch
Zutaten
300 g Spaghetti
1 Dose Thunfisch
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
1 EL Tomatenmark
100 g Sahne
3 EL Dill, frisch oder TK
Salz
schwarzer Pfeffer
1 kleine Prise Zucker
einige Basilikumblätter zum Garnieren
nach Bedarf etwas Nudelwasser
Zubereitung
Zuerst einen großen Topf mit ausreichend Salzwasser zum Kochen bringen.
Die Spaghetti hineingeben und nach Packungsangabe bissfest kochen. Bei mir sind das meistens ungefähr acht bis zehn Minuten.
Bevor die Nudeln abgegossen werden, etwa eine kleine Tasse vom Nudelwasser aufheben.
Die Spaghetti anschließend abgießen, aber nicht kalt abschrecken.
Während die Pasta kocht, die Sauce vorbereiten.
Den Thunfisch in ein Sieb geben und gut abtropfen lassen.
Zwiebel und Knoblauch schälen.
Die Zwiebel fein würfeln und den Knoblauch möglichst klein hacken.
Olivenöl in einer großen Pfanne oder einem breiten Topf erhitzen.
Zwiebel und Knoblauch hineingeben und bei mittlerer Hitze einige Minuten glasig dünsten.
Dabei darauf achten, dass der Knoblauch nicht dunkel wird.
Nun den abgetropften Thunfisch dazugeben und vorsichtig mit einem Kochlöffel etwas auseinanderziehen.
Kurz mit Zwiebel und Knoblauch vermischen.
Danach das Tomatenmark einrühren und ungefähr eine Minute mit anschwitzen.
Jetzt die Sahne dazugeben.
Alles bei niedriger Hitze zu einer cremigen Sauce verrühren.
Mit Salz, schwarzem Pfeffer und einer kleinen Prise Zucker abschmecken.
Falls die Sauce sehr dick wird, etwas vom aufgehobenen Nudelwasser dazugeben.
Zum Schluss den Dill unterrühren.
Die gekochten Spaghetti direkt in die Pfanne geben und gründlich mit der Thunfischsauce vermengen.
Noch einmal kurz erwärmen, aber nicht lange weiterkochen.
Die Pasta sollte schön cremig sein und die Sauce möglichst gleichmäßig an den Spaghetti haften.
Auf tiefen Tellern verteilen und nach Wunsch mit einigen frischen Basilikumblättern oder etwas zusätzlichem Dill garnieren.
Am besten sofort servieren.
Ich mache dazu meistens keinen großen Beilagensalat oder ähnliches.
Ein paar Tomaten mit etwas Salz und Olivenöl reichen mir vollkommen.
Und falls etwas übrig bleibt, schmeckt die Pasta auch am nächsten Tag noch gut. Beim Erwärmen gebe ich einfach einen kleinen Schluck Wasser oder Milch dazu, damit die Sauce wieder cremig wird.
Für mich ist das genau die Art von Rezept, die man einmal ausprobiert und danach immer wieder macht.
Schnell, unkompliziert, günstig und trotzdem richtig schön cremig.
Und wenn Knoblauch und Thunfisch zusammen in der Pfanne liegen, duftet die Küche schon so gut, dass meistens jemand fragt:
„Wann können wir essen?“
Wie macht ihr Thunfisch-Pasta zu Hause – lieber cremig mit Sahne oder klassisch mit Tomatensauce?
