Es gibt im Haushalt kaum eine Aufgabe, die man so lange vor sich herschiebt wie das Reinigen des Backofens. Jeder kennt es: Nach ein paar Mal Pizza backen, Braten schmoren oder Kuchen überlaufen sieht der Ofen plötzlich gar nicht mehr so neu aus, sondern ist voller eingebrannter Flecken, Fettspritzer und brauner Krusten. Man denkt sich jedes Mal beim Aufmachen der Tür, dass man sich eigentlich sofort darum kümmern müsste, aber meistens hat man weder Lust noch Zeit. Und genau da beginnt das Problem, denn je länger man wartet, desto härter setzen sich die Ablagerungen fest. Früher habe ich mir oft eingeredet, dass es gar nicht so schlimm sei, aber spätestens, wenn beim Vorheizen ein unangenehmer Geruch aus dem Ofen kam, wusste ich: jetzt ist es höchste Zeit. Doch die gute Nachricht ist, dass es tatsächlich Methoden gibt, mit denen man den Ofen fast ohne Mühe wieder sauber bekommt, ohne stundenlang zu schrubben.
Meine Großmutter schwor schon immer auf einfache Hausmittel. Sie hatte nie teure Spezialreiniger im Schrank, sondern griff zu Natron, Essig und manchmal Zitrone. Ich erinnere mich noch, wie sie nach einem Sonntagsbraten den Ofen nur kurz auswischte und dann eine kleine Schüssel mit Wasser und Zitronensaft hineinstellte. Den Ofen schaltete sie auf mittlere Hitze, und nach einer halben Stunde duftete die Küche nicht nur frisch, sondern die eingebrannten Reste ließen sich fast wie von selbst abwischen. Damals verstand ich nicht, warum das funktionierte, heute weiß ich: die Feuchtigkeit und die Säure lösen die Krusten, und statt mühsam zu kratzen, reicht ein feuchtes Tuch.
Viele moderne Geräte haben mittlerweile sogar eingebaute Hilfen, von der Hydrolyse, bei der man einfach Wasser auf den Boden gießt und den Ofen erwärmen lässt, bis hin zur Pyrolyse, wo sich der Ofen selbst auf sehr hohe Temperaturen aufheizt und alle Rückstände zu Asche verbrennt. Doch nicht jeder hat so ein Gerät, und außerdem ist die Pyrolyse zwar effektiv, aber energieintensiv. Ich habe irgendwann gemerkt, dass man auch mit ganz einfachen Tricks erstaunlich gute Ergebnisse erzielen kann.
Eine Methode, die ich regelmäßig anwende, ist die sogenannte Natronpaste. Dazu mische ich Backpulver oder reines Natron mit etwas Wasser, bis eine dicke Paste entsteht. Diese streiche ich auf die stark verschmutzten Stellen, lasse sie über Nacht einwirken und wische am nächsten Tag alles mit einem feuchten Schwamm ab. Die Verkrustungen sind dann deutlich weicher und lösen sich fast von allein. Wenn es besonders hartnäckig ist, gebe ich beim Abwischen noch ein paar Spritzer Essig hinzu, dann schäumt es leicht und verstärkt die Wirkung.
Auch Essig alleine hat sich bewährt. Ich erhitze den Ofen leicht, stelle eine ofenfeste Schale mit Wasser und Essig hinein und lasse das Ganze etwa 30 Minuten wirken. Danach reicht es, die Tür zu öffnen, kurz zu lüften und den Innenraum mit einem Mikrofasertuch auszuwischen. Der Essiggeruch verfliegt schnell, und zurück bleibt ein sauberer Ofen ohne lästige Rückstände. Für die Glasscheibe der Tür nehme ich gerne Zitronensaft, der nicht nur reinigt, sondern auch einen schönen Glanz hinterlässt.
Natürlich gibt es im Handel auch viele fertige Produkte, die schnell wirken. Doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese oft sehr aggressiv sind, die Hände reizen und einen beißenden Geruch hinterlassen. Außerdem braucht man sie gar nicht, wenn man die Hausmittel konsequent anwendet. Ich erinnere mich an eine Nachbarin, die einmal völlig entnervt zu mir kam, weil ihr Ofen voller eingebrannter Reste war. Sie wollte schon einen teuren Reiniger kaufen, aber ich zeigte ihr die einfache Mischung aus Natron und Essig. Einen Tag später rief sie begeistert an und sagte, ihr Ofen sehe aus wie neu.
Wichtig ist, dass man gar nicht erst so weit kommt, dass sich dicke Schichten aufbauen. Nach jedem größeren Kochvorgang reicht oft schon ein feuchtes Tuch, um Spritzer zu entfernen. Wenn man sich angewöhnt, den Ofen regelmäßig oberflächlich zu reinigen, spart man sich die ganz große Mühe. Ein kleiner Tipp: Ich habe immer ein Mikrofasertuch in der Küche parat, das nur für den Ofen gedacht ist. Sobald etwas überläuft, wische ich kurz drüber, und die Arbeit ist erledigt.
