07.11.2026

So findest du eine süße Wassermelone – diese Zeichen solltest du beim Einkauf kennen

4. Die Form sollte möglichst gleichmäßig sein

Auch die Form schaue ich mir an.

Eine gute Wassermelone muss keineswegs perfekt rund sein. Je nach Sorte können Wassermelonen rund, oval oder länglich wachsen.

Wichtiger ist eine relativ gleichmäßige Form.

Sehr auffällige Beulen oder ungewöhnlich eingesunkene Stellen können darauf hinweisen, dass die Frucht während des Wachstums nicht gleichmäßig entwickelt wurde.

Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass sie schlecht schmeckt. Wenn mehrere Melonen zur Auswahl stehen, greife ich aber lieber zu einem gleichmäßig gewachsenen Exemplar.

5. Und was ist mit dem berühmten Klopftest?

Auf dem Markt sieht man es ständig:

Jemand nimmt eine Wassermelone, klopft zweimal darauf, hört konzentriert hin und legt sie entweder zurück oder mit zufriedenem Gesicht in den Einkaufswagen.

Aber funktioniert das wirklich?

Ein gewisser Hinweis kann der Klang tatsächlich sein – allerdings braucht man etwas Erfahrung.

Eine reife, saftige Wassermelone kann beim Klopfen voll und eher hohl beziehungsweise resonant klingen.

Ein sehr dumpfer Klang kann dagegen auf eine andere innere Beschaffenheit hindeuten.

Das Problem: Wenn man nur einmal im Jahr eine Wassermelone kauft, ist der Unterschied gar nicht so leicht zu erkennen.

Deshalb verlasse ich mich niemals ausschließlich auf den Klopftest.

Ich kombiniere ihn lieber mit Auflagefleck, Gewicht und Zustand der Schale.

6. Der kleine Punkt am Ende – stimmt der Internet-Trick wirklich?

Genau hier wird es interessant.

Auf Bildern im Internet werden häufig zwei Wassermelonen nebeneinander gezeigt. Eine besitzt einen größeren, trockenen Bereich am Ende, die andere einen sehr kleinen.

Dann heißt es beispielsweise:

„Nimm immer die mit dem kleinen Punkt – sie ist garantiert süßer und hat eine dünnere Schale.“

Diese Regel würde ich nicht als zuverlässige Methode verwenden.

Die Form und Größe dieses Bereichs kann unter anderem von Sorte und Entwicklung der Frucht abhängen. Daraus lässt sich nicht sicher ableiten, wie süß das Fruchtfleisch im Inneren sein wird.

Noch skeptischer sollte man bei Behauptungen sein, ein großer Punkt bedeute automatisch, dass die Wassermelone „chemisch behandelt“ worden sei.

Dafür ist dieses äußere Merkmal allein kein Beweis.

Das Foto kann also durchaus neugierig machen – beim Einkauf sind andere Merkmale hilfreicher.

7. Sind viele Streifen ein Zeichen für besonders viel Zucker?

Auch darüber liest man erstaunlich unterschiedliche Tipps.

Mal sollen breite Streifen besser sein, mal schmale. Manche behaupten sogar, bestimmte Muster würden unmittelbar zeigen, wie viel Zucker eine Wassermelone enthält.

So eindeutig funktioniert das nicht.

Das Streifenmuster wird stark von der jeweiligen Sorte bestimmt.

Deshalb würde ich eine Wassermelone nicht allein deshalb zurücklegen, weil ihre Streifen anders aussehen als bei einer anderen.

Viel wichtiger ist, dass die gesamte Frucht gesund und gleichmäßig entwickelt wirkt.

8. Was bedeuten braune, netzartige Stellen?

Manchmal sieht man Wassermelonen mit rauen, bräunlichen oder netzartigen Narben auf der Oberfläche.

Optisch sind diese Früchte vielleicht nicht die schönsten.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie innen schlecht sind.

Solche oberflächlichen Narben können während des Wachstums entstehen. Solange die Stelle trocken und fest ist und die Frucht keine Anzeichen von Fäulnis zeigt, muss eine solche Wassermelone nicht aussortiert werden.

Ich würde eine kleine trockene Narbe jedenfalls deutlich weniger kritisch sehen als eine weiche, feuchte oder eingesunkene Stelle.

9. Der Stiel kann einen zusätzlichen Hinweis geben

Falls an der Wassermelone noch ein Stück Stiel vorhanden ist, schaue ich auch darauf.

Ein trockener, bräunlicher Stiel kann dazu passen, dass die Frucht weiter ausgereift war.

Ein sehr frischer grüner Stiel bedeutet dagegen nicht automatisch, dass die Wassermelone schlecht ist. Herkunft, Ernte und Transport beeinflussen sein Aussehen ebenfalls.

Auch hier gilt deshalb:

Nicht nach einem einzigen Merkmal entscheiden.

Die Kombination macht den Unterschied.

Meine einfache Regel im Supermarkt

Ich möchte beim Einkaufen keine zehn Minuten vor der Obstabteilung verbringen.

Deshalb gehe ich inzwischen ziemlich unkompliziert vor:

Die Wassermelone sollte fest und unbeschädigt sein.
Ich suche nach einem deutlichen cremefarbenen oder gelben Auflagefleck.
Bei ähnlich großen Früchten bevorzuge ich die schwerere.
Die Form sollte gleichmäßig wirken.
Sehr weiche, feuchte oder stark beschädigte Stellen sind ein Ausschlusskriterium.
Den Klopftest verwende ich höchstens als zusätzliches Indiz.

Damit lässt sich natürlich nicht jede Wassermelone perfekt vorhersagen.

Aber meine Trefferquote ist damit wesentlich besser geworden als früher, als ich ausschließlich nach Farbe und Größe ausgewählt habe.

Warum kann selbst eine perfekt aussehende Wassermelone enttäuschen?

Das ist der Punkt, den viele dieser angeblich „todsicheren“ Internet-Tricks verschweigen.

Von außen kann niemand den Geschmack einer geschlossenen Wassermelone mit absoluter Sicherheit bestimmen.

Wie süß sie wird, hängt von zahlreichen Faktoren ab:

Sorte, Sonneneinstrahlung, Wasserversorgung, Zeitpunkt der Ernte und Wachstumsbedingungen beeinflussen das Ergebnis.

Deshalb können sogar zwei äußerlich sehr ähnliche Wassermelonen unterschiedlich schmecken.

Die äußeren Merkmale helfen uns lediglich dabei, die Chancen auf eine gute Frucht zu verbessern.

Eine Garantie sind sie nicht.

Wassermelonen reifen nach der Ernte kaum weiter

Das ist ebenfalls wichtig.

Bei manchen Früchten kann man einfach ein paar Tage warten, bis sie zu Hause nachreifen.

Bei Wassermelonen funktioniert das nicht in derselben Weise.

Nach der Ernte wird eine unreif geerntete Wassermelone nicht plötzlich wunderbar süß, nur weil sie eine Woche in der Küche liegt.

Deshalb ist die Auswahl beim Einkauf besonders wichtig.

Was tun, wenn die Wassermelone trotzdem kaum süß ist?

Wegwerfen würde ich sie deshalb noch lange nicht.

Eine weniger süße Wassermelone kann wunderbar für andere Dinge verwendet werden.

Ich schneide sie beispielsweise in Würfel und stelle sie sehr kalt. Zusammen mit etwas Limetten- oder Zitronensaft schmeckt sie häufig schon wesentlich frischer.

Auch für einen Sommersalat ist sie perfekt.

Wassermelone, Feta, Gurke und Minze ergeben eine Kombination, bei der die Melone überhaupt nicht extrem süß sein muss.

Oder man püriert das Fruchtfleisch und friert es portionsweise ein. Daraus lassen sich später sommerliche Getränke oder Eisvarianten zubereiten.

So bewahre ich angeschnittene Wassermelone auf

Eine ganze, unbeschädigte Wassermelone ist relativ unkompliziert.

Sobald sie jedoch angeschnitten wurde, gehört sie in den Kühlschrank.

Die Schnittfläche sollte gut abgedeckt beziehungsweise das Fruchtfleisch in einem geschlossenen Behälter aufbewahrt werden.

Ich schneide häufig direkt einen Teil in mundgerechte Stücke und stelle diese in einer verschlossenen Dose kalt.

So steht im Sommer immer ein schneller Snack bereit.

Und kalt schmeckt eine gute Wassermelone für mich ohnehin am besten.