Also ich weiß ja nicht, wie’s euch geht, aber bei uns zu Hause ist das echt so’n Klassiker: Schweinshaxe mit Sauerkraut und richtig schöne, weiche Klöße. Mein Mann flippt jedes Mal aus, wenn er nur riecht, was da im Ofen steckt – und meine Kinder sagen auch immer: “Mama, das riecht wie bei Oma!” Und ehrlich gesagt: genau das will ich. Dieses bodenständige, rustikale, deftige Essen, das nach Heimat schmeckt und einem so’n warmes Gefühl im Bauch gibt.
Und ja, es ist kein „Schnellgericht“ für mal eben zwischendurch – aber es lohnt sich total. Und ich schwör’s euch: So schwer ist es gar nicht, wie’s aussieht. Ich erklär’s dir ganz genau, Schritt für Schritt, wie ich es immer mache – mit kleinen Tricks, damit’s auch wirklich klappt.
📝 Zutaten (für 4 Personen – oder 2 mit großem Hunger 😅):
Für die Haxe:
- 2 Schweinshaxen, am besten die hinteren (die haben mehr Fleisch)
- 1 Zwiebel
- 3–4 Knoblauchzehen
- 1 Karotte
- ½ Knollensellerie (wenn du hast – gibt Aroma)
- 1 EL Tomatenmark
- Salz & Pfeffer
- Kümmel (nach Geschmack)
- 1 TL Paprikapulver (edelsüß)
- 500 ml Fleischbrühe
- 300 ml dunkles Bier (ich nehm meist Schwarzbier)
Für das Sauerkraut:
- 800 g Sauerkraut (ausm Glas oder Fass, egal)
- 1 kleine Zwiebel
- 1 Apfel (ja, wirklich!)
- 1 Lorbeerblatt
- 3 Wacholderbeeren (wenn du hast)
- Salz, Pfeffer
- 1 TL Zucker
- bisschen Schmalz oder Öl
Für die Klöße:
- 1 kg mehligkochende Kartoffeln
- 1 Ei
- ca. 100 g Kartoffelmehl oder Speisestärke
- Muskat, Salz
- evtl. altbackenes Brötchen oder Croutons für die Mitte (optional)
Und jetzt geht’s los – ich schreib’s so, wie ich’s auch meiner Schwester erklärt hab:
Erster Schritt: Haxen vorbereiten und anbraten
Also, die Haxen wasch ich erstmal ordentlich ab und tupf sie trocken. Danach reib ich sie rundum gut mit Salz, Pfeffer und Paprika ein. Wer mag, kann noch etwas Kümmel dazugeben – das hilft gegen Blähungen später und passt super zum Sauerkraut.
Dann kommt eine große Bratform (oder ein Bräter, falls du sowas hast) auf den Herd, da kommt bisschen Öl oder Schmalz rein. Die Haxen brate ich rundum scharf an – wirklich schön braun, das gibt später die Farbe für die Soße. Nicht zu früh wenden, lieber bisschen warten, damit’s schön knusprig wird.
Zweiter Schritt: Gemüse rein und ab in den Ofen
Wenn die Haxen schön braun sind, nimmst du sie kurz raus. Jetzt kommt das Gemüse ins Spiel: Zwiebel, Karotte, Sellerie – alles grob würfeln, rein in den Bräter und anrösten. Dann kommt das Tomatenmark dazu und wird kurz mit angeröstet (nicht zu heiß, sonst wird’s bitter). Danach die Haxen wieder drauflegen, Brühe und Bier angießen, Deckel drauf (oder mit Alufolie abdecken), und ab in den Ofen bei 160 °C (Umluft, 180 °C Ober-/Unterhitze).Jetzt hast du erstmal gut 2 Stunden Ruhe. Ich schau nach ca. 90 Minuten einmal rein und begieß die Haxen mit dem Bratensaft, damit sie nicht austrocknen.
Dritter Schritt: Soße verfeinern
Nach den 2 Stunden nehm ich den Deckel runter (oder die Alufolie) und lass das Ganze nochmal 30–40 Minuten offen weiterbraten, damit die Haut schön knusprig wird. Wenn du eine besonders krosse Haut willst, stell am Ende den Grill für 5–8 Minuten an. Aber aufpassen, das geht schnell!
Wenn die Haxen fertig sind, leg ich sie warm (z. B. bei 50–60 Grad im Ofen) und passiere die Soße durch ein Sieb. Die wird nochmal aufgekocht, evtl. etwas eingekocht oder mit Stärke leicht gebunden. Muss aber nicht – oft reicht’s so wie es ist. Mega aromatisch durch das Bier!
Vierter Schritt: Sauerkraut machen – einfach, aber genial
Während die Haxe im Ofen ist, mach ich das Sauerkraut. In einem Topf wird die fein gewürfelte Zwiebel mit etwas Schmalz glasig gedünstet. Dann kommt der geschälte, geriebene Apfel dazu. Kurz mitbraten, dann das Sauerkraut rein. Lorbeerblatt und Wacholderbeeren rein (wenn du hast), bisschen Wasser oder Brühe dazu, Deckel drauf, leise köcheln lassen – mindestens 30 Minuten, gerne 1 Stunde. Mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.
Manche geben auch bisschen Weißwein oder Apfelsaft rein – kannst du machen, musst du aber nicht. Ich bleib meist beim Klassiker.
Fünfter Schritt: Klöße!
Also… die machen bisschen Arbeit, aber es lohnt sich!Kartoffeln schälen, kochen, ausdampfen lassen. Dann durch die Presse drücken oder stampfen. Etwas abkühlen lassen, dann mit Ei, Stärke, Salz und Muskat zu einem Teig verkneten.Wenn der Teig noch klebt, einfach bisschen mehr Stärke dazu. Dann form ich Klöße – meistens so 6–8 Stück. Wer will, kann in die Mitte paar geröstete Croutons geben (mein Opa bestand immer drauf!).Wasser aufsetzen, gut salzen, Klöße reingeben, aber nicht kochen lassen! Nur ziehen lassen (ca. 15–20 Minuten), bis sie oben schwimmen. Dann sind sie fertig.
Anrichten – und genießen
Also ich nehm gerne einen großen Teller – und dann gibt’s bei mir pro Person:
- 1 Schweinshaxe (oder halbe, je nach Größe)
- 2 Klöße
- Einen dicken Löffel Sauerkraut
- Und natürlich: ordentlich Soße drüber!
Dazu passt ein kühles Bier – oder ein Glas Wasser mit Zitrone, wer’s lieber leicht mag.
