Es gibt Rezepte, die begleiten einen durch das ganze Leben. Sie verändern sich ein bisschen, werden angepasst, leichter, bewusster – aber ihr Herz bleibt gleich. Der Marmorkuchen gehört für mich genau in diese Kategorie. Ich habe ihn schon als Kind geliebt, damals noch sehr süß, sehr üppig, mit dicker Glasur und großen Stücken auf dem Teller. Mit den Jahren hat sich mein Blick auf Essen verändert. Ich wollte Kuchen, der immer noch nach Zuhause schmeckt, aber nicht schwer im Magen liegt. Kuchen, den man mit gutem Gefühl auch an einem normalen Nachmittag essen kann, ohne das Gefühl zu haben, sich „etwas gegönnt“ zu haben, das man später bereut.
Dieser Marmorkuchen ist genau daraus entstanden. Ein schneller Rührkuchen, der in wenigen Minuten zusammengerührt ist, saftig bleibt, locker aufgeht und trotzdem leichter daherkommt als viele klassische Varianten. Er ist kein Diätkuchen im strengen Sinn, sondern ein ausgewogener Kuchen. Einer, der zeigt, dass Genuss und Bewusstsein sich nicht ausschließen müssen. Ich backe ihn für meine Familie, für Besuch, für mich selbst. Und jedes Mal verschwindet er schneller, als ich schauen kann.
Zutaten
400 g Mehl
375 g Zucker (wer es leichter mag, kann problemlos auf 280–300 g reduzieren)
1 Päckchen Vanillinzucker
1 Päckchen Backpulver
5 Eier
250 g weiche Butter oder Margarine (alternativ: 200 g Butter + 50 g Joghurt)
1 Tasse lauwarmes Wasser
2–3 EL Kakaopulver (ungesüßt)
etwas Fett und Mehl für die Form
Optional für die leichtere Variante:
ein Teil des Wassers durch Milch oder Haferdrink ersetzen
1–2 EL Joghurt oder Skyr für extra Saftigkeit
Zubereitung
Ich beginne immer damit, den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorzuheizen. Die Form – meist eine klassische Kastenform – fette ich sorgfältig ein und bestäube sie leicht mit Mehl. Überschüssiges Mehl klopfe ich ab, damit der Ku
