13.10.2026

Rotes Band an der Straßenlaterne: Dieses unscheinbare Zeichen sollten Autofahrer kennen

Viele Autos besitzen zusätzlich ein sogenanntes Parklicht.

Dabei wird nur die dem fließenden Verkehr zugewandte Fahrzeugseite beleuchtet.

Das hat einen praktischen Vorteil: Es benötigt weniger Energie als eine umfangreichere Beleuchtung des Fahrzeugs.

Bei vielen Fahrzeugen wird das Parklicht über den Blinkerhebel aktiviert.

Motor und Zündung werden ausgeschaltet und der Hebel wird – je nach Fahrzeug – auf die entsprechende Seite gestellt.

Danach leuchten beispielsweise vorne und hinten die Positionsleuchten auf dieser Fahrzeugseite.

Allerdings unterscheiden sich Bedienung und Ausstattung je nach Modell.

Wer nicht sicher ist, ob das eigene Fahrzeug eine solche Funktion besitzt, sollte deshalb in der Bedienungsanleitung nachsehen.

Und noch etwas ist wichtig:

Warnblinker sind kein Ersatz für Parklicht.

Die Warnblinkanlage hat eine andere Aufgabe und sollte nicht einfach verwendet werden, weil ein abgestelltes Auto nachts sichtbar gemacht werden soll.

Auch das Abblendlicht dauerhaft eingeschaltet zu lassen, ist normalerweise nicht die naheliegende Lösung.

Dafür gibt es die vorgesehenen Stand- beziehungsweise Parklichtfunktionen.

Besonders vorsichtig sollte man außerdem außerhalb geschlossener Ortschaften sein.

Dort gelten strengere Anforderungen an die Beleuchtung abgestellter Fahrzeuge, weil unbeleuchtete Fahrzeuge bei Dunkelheit eine erhebliche Gefahr darstellen können.

Man stelle sich nur eine dunkle Landstraße vor.

Ein Fahrzeug steht am Fahrbahnrand und ist erst sehr spät zu erkennen.

Für einen herannahenden Autofahrer können wenige Sekunden einen großen Unterschied machen.

Die Vorschriften zur Fahrzeugbeleuchtung sind deshalb keine reine Bürokratie.

Sie sollen verhindern, dass ein stehendes Fahrzeug selbst zum Hindernis wird, das andere Verkehrsteilnehmer zu spät wahrnehmen.

Und genau aus diesem Grund kann auch das kleine Laternenzeichen relevant sein.

Es erinnert daran, dass vorhandene Beleuchtung nicht zwangsläufig bedeutet, dass sie auch später noch vorhanden sein wird.

Warum sieht man diese Markierungen heute so selten?

Wer jetzt aus dem Fenster schaut und die nächste Straßenlaterne absucht, wird wahrscheinlich keinen rot-weißen Ring finden.

Das ist nicht ungewöhnlich.

Die Art und Weise, wie Städte ihre Straßenbeleuchtung betreiben, hat sich stark verändert.

Moderne LED-Leuchten verbrauchen wesentlich weniger Energie als ältere Systeme. Gleichzeitig können Beleuchtungsanlagen heute gezielt gedimmt und gesteuert werden.

Dadurch ist es vielerorts weniger notwendig, einzelne Straßenlaternen mitten in der Nacht vollständig auszuschalten.

Hinzu kommt, dass Gemeinden unterschiedliche Beleuchtungskonzepte verwenden.

Deshalb kann man jahrelang Auto fahren, ohne bewusst eine solche Markierung zu sehen.

In anderen Orten existiert sie dagegen weiterhin.

Gerade deshalb ist das Zeichen so leicht zu vergessen.

Ein Stoppschild sieht jeder regelmäßig.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung ebenfalls.

Ein kleines rot-weißes Band an einem grauen Laternenmast kann dagegen problemlos übersehen werden.

Und wenn man seine Bedeutung nicht kennt, würde man wahrscheinlich niemals vermuten, dass es für einen parkenden Autofahrer relevant sein könnte.

Kann das Missachten tatsächlich teuer werden?

Hier würde ich mit dramatischen Behauptungen vorsichtig sein.

Nicht das bloße Ignorieren eines farbigen Bandes führt automatisch zu einer riesigen Rechnung.

Entscheidend ist, ob die geltenden Vorschriften zur Beleuchtung des abgestellten Fahrzeugs eingehalten wurden.

Wird ein Fahrzeug bei Dunkelheit dort unzureichend sichtbar abgestellt, wo eine Beleuchtung erforderlich gewesen wäre, kann daraus ein Verkehrsverstoß entstehen.

Noch unangenehmer kann es werden, wenn es tatsächlich zu einem Unfall kommt.

Dann kann die Frage relevant werden, ob das abgestellte Fahrzeug ausreichend erkennbar war und ob eine fehlende Beleuchtung zum Unfall beigetragen hat.

Deshalb sollte man die Markierung weder dramatisieren noch ignorieren.

Sie liefert schlicht eine wichtige Information über die Laterne.

Was daraus für das eigene Fahrzeug folgt, hängt von der konkreten Parksituation ab.

Ein Detail, das man nach Jahren schnell vergisst

Genau solche kleinen Verkehrsdetails finde ich besonders interessant.

Nicht, weil dahinter irgendein „geheimes Wissen“ steckt.

Sondern weil sie zeigen, wie viele Informationen wir im Straßenverkehr automatisch ausblenden.

Wir sehen eine Laterne und denken: Licht.

Wir sehen einen Mast und beachten ihn nicht weiter.

Erst wenn man weiß, wonach man suchen muss, fällt plötzlich der kleine rot-weiße Streifen auf.

Beim nächsten nächtlichen Parken lohnt sich deshalb ein kurzer Blick auf die Umgebung.

Ist die Straße ausreichend beleuchtet?

Bleibt diese Beleuchtung bestehen?

Steht an der Laterne möglicherweise ein Hinweis auf Abschaltzeiten?

Und ist mein Fahrzeug auch später noch gut erkennbar?

Diese wenigen Sekunden können sinnvoller sein, als einfach davon auszugehen, dass die Situation um Mitternacht genauso aussieht wie um 20 Uhr.

Wer häufig in derselben Straße parkt, kennt die örtliche Beleuchtung wahrscheinlich ohnehin.

Interessanter wird das Zeichen vor allem auf Reisen oder wenn man sein Fahrzeug in einer unbekannten Ortschaft abstellt.

Dann sieht man eine beleuchtete Straße und denkt normalerweise nicht darüber nach, ob die Lampen einige Stunden später ausgeschaltet werden.

Das rot-weiße Kennzeichen gibt genau darauf einen Hinweis.

Es ist also weder ein neues Verkehrszeichen noch irgendeine geheime Markierung, die plötzlich eingeführt wurde.

Im Gegenteil: Es ist ein eher unscheinbares Relikt aus einer Zeit, in der das nächtliche Abschalten von Straßenbeleuchtung wesentlich verbreiteter war.

Seine Aussage ist trotzdem leicht zu merken:

Das rot-weiße Zeichen an einer Laterne weist darauf hin, dass diese nicht die ganze Nacht leuchtet.

Wer dort bei Dunkelheit parkt, sollte deshalb prüfen, ob sein Fahrzeug nach dem Abschalten der Straßenbeleuchtung weiterhin ausreichend sichtbar beziehungsweise entsprechend den Verkehrsregeln beleuchtet ist.

Mehr Geheimnis steckt eigentlich nicht dahinter.

Aber wahrscheinlich werde ich jetzt trotzdem bei jeder alten Straßenlaterne automatisch nach dem roten Band suchen.