13.10.2026

Rezept für Elisenlebkuchen vom Bäckermeister | Auch als Download

Rezept für Elisenlebkuchen vom Bäckermeister | Auch als Download

Vorgeschichte:
Es gibt diese besonderen Momente, wenn man eigentlich nur schnell etwas Leckeres für die Familie zubereiten möchte, und dann entdeckt man etwas ganz Besonderes – so ist es mir mit diesem Rezept für Elisenlebkuchen ergangen. Eigentlich wollte ich nur ein neues Weihnachtsplätzchen ausprobieren, denn jedes Jahr suche ich nach einer kleinen, feinen Alternative zu den klassischen Plätzchen. Wenn die Adventszeit beginnt, steigt bei uns zuhause immer das Verlangen nach einem ganz bestimmten Duft – nach Zimt, Nelken, Mandeln und der warmen Stimmung, die Weihnachtsgebäck verbreitet.
Eines Nachmittags, als ich mal wieder durch eine alte Rezeptmappe blätterte, die mir meine Schwiegermutter vor vielen Jahren vermacht hatte, stieß ich auf ein zerknittertes Blatt mit diesem Rezept: Elisenlebkuchen vom Bäckermeister. Der Titel klang schon nach Tradition und Qualität, und die Zutatenliste versprach echtes Handwerk mit vielen Nüssen und natürlichen Gewürzen. Neugierig begann ich, das Rezept zu lesen und stellte mir vor, wie es wohl riechen und schmecken würde, frisch aus dem Ofen.
Ich erinnere mich noch genau, wie die Küche anfing, nach gerösteten Mandeln, Orangenschalen und einer dezenten Spur Nelken zu duften, als ich den Teig anrührte. Es war ein warmer, behaglicher Duft, der sofort auch meinem Mann ins Zimmer folgte. Die Kinder setzten sich schon erwartungsvoll an den Küchentisch, während ich die Teigmasse auf die Oblaten setzte. Beim Backen stieg ein süßer Gewürz-Duft in die Luft, der die ganze Wohnung erfüllte und eine wohlige Stimmung verbreitete.
Als die Elisenlebkuchen fertig waren und ich sie mit einer dünnen Schicht Aprikosenmarmelade bestrich, um dann eine glänzende Zuckerglasur darauf zu geben, konnte ich den Gekrümel kaum abwarten. Die Familie war sofort begeistert – die Lebkuchen waren weich, aromatisch und nicht zu süß, genau richtig für alle, die eben nicht nur Plätzchen, sondern ein richtiges, traditionelles Weihnachtsgebäck lieben. Seit diesem Tag wurde das Rezept zu einem festen Bestandteil unserer Weihnachtsbäckerei. Es ist ein Stück Heimat und Gemütlichkeit, das immer wieder für leuchtende Augen sorgt und zu kleinen Festen mit Freunden und Nachbarn führ. Es ist eben mehr als nur ein Rezept – es ist ein kleines Stück Familiengeschichte.

Zutaten:
200 Gramm gemahlene Mandeln
150 Gramm gemahlene Haselnüsse
100 Gramm Orangeat, fein gehackt
50 Gramm Zitronat, fein gehackt
150 Gramm Honig
150 Gramm Zucker
4 Eier (Größe M)
1 Teelöffel Zimt
1 Teelöffel Nelkenpulver
1/2 Teelöffel Muskatnuss, frisch gerieben
1 Prise Salz
150 Gramm Mehl (Weizenmehl, Type 405)
100 Gramm Mandeln, grob gehackt
etwa 30 Oblaten (ca. 7 cm Durchmesser)
Aprikosenmarmelade zum Bestreichen
200 Gramm Puderzucker
2 Esslöffel Zitronensaft

Zubereitung:
Zuerst solltest du alle Zutaten bereitstellen und am besten die Nüsse und das Orangeat bzw. Zitronat schon fein gehackt haben – das erleichtert das Arbeiten sehr.
Beginne damit, den Honig zusammen mit dem Zucker in einen kleinen Topf zu geben und langsam zu erwärmen, bis der Zucker sich vollständig gelöst hat – dabei solltest du darauf achten, den Honig nicht zu stark zu erhitzen, nur so viel, dass sich der Zucker schön in der Flüssigkeit auflöst. Danach lässt du die Honig-Zucker-Mischung etwas abkühlen, damit sie lauwarm ist.
In einer großen Rührschüssel schlägst du nun die Eier schaumig. Sie sollten richtig schön cremig und leicht hellgelb werden. Schaue, dass sie Luftig bleiben, das verleiht später den Lebkuchen eine angenehme Leichtigkeit. Nun gibst du die lauwarme Honig-Zucker-Mischung zu den Eiern und rührst alles behutsam unter, bis eine gleichmäßige Masse entstanden ist.
Jetzt kommen die Gewürze hinzu: Zimt, Nelkenpulver, frisch geriebene Muskatnuss und eine Prise Salz. Diese geben den Elisenlebkuchen ihr unverwechselbares Aroma, also spar nicht daran, aber übertreibe es auch nicht. Rühre die Gewürze sorgfältig ein.
Anschließend mischst du das Mehl, die gemahlenen Mandeln und Haselnüsse, das fein gehackte Orangeat und Zitronat mit der Eier-Honig-Mischung. Mit einem großen Löffel oder einem Holzspatel hebst du alles vorsichtig unter, bis ein homogener Teig entsteht. Der Teig ist jetzt relativ zäh und etwas klebrig, genau richtig für die spätere Verarbeitung.
Als letztes mische die grob gehackten Mandeln unter den Teig. Sie sorgen für einen kleinen Biss und mehr Struktur in deinen Lebkuchen. Etwa fünf Minuten solltest du die Masse so stehen lassen, dann quillt der Teig noch ein wenig, was das spätere Backen verbessert.
Heize währenddessen den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze (oder 160 Grad Umluft) vor und lege ein Backblech mit Backpapier aus. Auf dieses Backpapier kannst du dann die Oblaten legen. Die Oblaten dienen als Boden für die Lebkuchen und sorgen dafür, dass sie ihre Form gut halten.
Mit einem Esslöffel oder einem kleinen Eisportionierer entnimmst du nun Portionen des Teigs und gibst diese mittig auf je eine Oblate. Du solltest genügend Abstand zwischen den Lebkuchen lassen, da sie beim Backen leicht aufgehen. Forme die Teigkleckse vorsichtig mit dem Löffel zu runden „Häufchen“.
Backe die Elisenlebkuchen im vorgeheizten Ofen für etwa 15 bis 18 Minuten. Sie sollten eine leicht goldbraune Farbe bekommen, aber nicht zu dunkel werden, sonst verlieren sie den zarten Geschmack. Während des Backens verbreitet sich dieser wunderbare Duft aus Nüssen und Gewürzen in der Küche, der die Vorfreude auf das Ergebnis noch steigert.
Sobald die Lebkuchen aus dem Ofen sind, nimmst du sie vorsichtig vom Backblech und lässt sie auf einem Kuchengitter kurz abkühlen. Währenddessen kannst du schon einmal die Aprikosenmarmelade leicht erwärmen, sodass sie streichfähig ist. Nun bestreichst du jeden Lebkuchen dünn mit der Marmelade.
Für die Glasur rührst du den Puderzucker mit dem Zitronensaft an, bis eine glatte, dickflüssige Masse entsteht. Die Glasur sollte nicht zu dünn sein, damit sie nach dem Trocknen schön glänzt und die Lebkuchen nicht durchweicht. Bestreiche die Elisenlebkuchen nun damit. Lasse die Glasur komplett trocknen – das dauert etwa eine halbe Stunde.
Nach dem Trocknen lagert ihr die Elisenlebkuchen am besten in einer Blechdose mit einem Deckel oder in einer gut verschlossenen Keksdose. Sie halten so einige Tage und schmecken mit jedem Tag besser, da sie saftig und aromatisch bleiben.

Tipps und Varianten:
Elisenlebkuchen sind ein wunderbares Gebäck, das sehr vielseitig ist und mit ein paar kleinen Veränderungen immer wieder neu wirkt. Ein Tipp wäre, anstelle von Haselnüssen auch Walnüsse oder Pekannüsse zu verwenden, je nachdem, was dir am besten schmeckt oder was gerade im Haus ist. Das Aroma verändert sich dadurch ganz subtil und macht die Lebkuchen besonders spannend.
Wer Orangen- und Zitronat lieber durch etwas Frisches ersetzen möchte, kann auch getrocknete Aprikosen oder Cranberries fein hacken. Das bringt eine fruchtige Note hinein und macht die Lebkuchen noch etwas saftiger.
Für die Glasur kannst du auch eine dunkle Schokoladenglasur machen, dann werden die Lebkuchen noch etwas gehaltvoller und erhalten einen herrlichen Kontrast. Die Schokolade einfach schmelzen und auftragen, dann trocknen lassen.
Sollten deine Elisenlebkuchen beim Backen zu trocken werden, kann es helfen, die Backzeit um ein paar Minuten zu reduzieren. Jedes Backrohr ist unterschiedlich, daher zwischendurch lieber einmal kurz schauen. Ein guter Test ist, die Lebkuchen sollten oben fest, aber nicht trocken sein und innen noch weich.
Elisenlebkuchen passen perfekt zur Advents- und Weihnachtszeit, aber auch als kleine Aufmerksamkeit zu Kaffee und Tee im Winter oder als Geschenk aus der Küche. Sie eignen sich wunderbar, wenn sich Familie und Freunde zum gemütlichen Beisammensein versammeln, oder wenn du selbst eine kleine Auszeit mit einem warmen Getränk suchst. Mit Kinder können sie auch prima gemeinsam gebacken werden, denn das Formen der „Teighäufchen“ macht besonders den Kleinen viel Spaß.
Zum Aufbewahren eigenen sich gut luftdichte Dosen oder die klassische Blechdose, die für Weihnachtsgebäck meistens ohnehin bereitsteht. So bleiben die Lebkuchen schön saftig und verlieren nicht ihr duftiges Aroma. Wenn du die Lebkuchen über einen längeren Zeitraum aufbewahren möchtest, kannst du sie auch einfrieren und vor dem Verzehr einfach langsam auftauen.
Für die, die es noch etwas süßer mögen, empfiehlt es sich, beim Bestreichen mit der Aprikosenmarmelade ein wenig mehr Marmelade zu nehmen oder eine dünne Schicht Puderzucker darüber zu streuen.
Bei Fehlern wie zu viel Mehl wird der Teig trocken und die Lebkuchen bröslig. Achte also darauf, die jeweilige Mehlmenge genau einzuhalten und lieber etwas vorsichtig zu sein. Auch das richtige Temperieren des Honigs und der Eier ist wichtig, damit der Teig geschmeidig bleibt und später locker aufgeht.
Ein kleiner Kniff zum Schluss: Wenn du vor dem Backen die Oblaten leicht anfeuchtest (einfach kurz mit dem Finger befeuchten), kleben die Lebkuchen besser und lassen sich nach dem Backen leichter abheben.
Der Duft, der beim Backen dieser Lebkuchen in der Luft liegt, macht die Küche zu einem kleinen Festsaal und lädt förmlich dazu ein, eine kleine Pause einzulegen und den Moment zu genießen. Auch wenn dieses Rezept auf den ersten Blick ein wenig Arbeit zu machen scheint – es lohnt sich so sehr! Es verbindet Tradition mit dem Geschmack echter, handgemachter Weihnachtsfreude.
Wenn du nach einem echten Klassiker suchst, der bei deiner Familie und deinen Gästen immer wieder gut ankommt, dann sind diese Elisenlebkuchen genau das Richtige. Ich backe sie inzwischen jedes Jahr wieder, und es wird bestimmt auch bei dir so sein, dass der Duft und Geschmack dafür sorgt, dass sie zum unverzichtbaren Teil der Weihnachtszeit werden. Guten Appetit und viel Freude beim Backen!