Reibekuchen | schnell & günstig kochen
Vorgeschichte:
Manchmal sind es die einfachsten Gerichte, die uns unverhofft verzaubern und zum neuen Lieblingsessen in der Familie werden. So ging es mir vor ein paar Monaten, als ich nach einem schnellen, preiswerten Rezept suchte, das meiner Familie nach einem langen Arbeitstag und einer umtriebigen Schulzeit meiner Kinder ein wohliges Gefühl von Geborgenheit und Zufriedenheit schenken konnte. Ich hatte mir an diesem Tag vorgenommen, mit möglichst wenig Aufwand ein Gericht zu zaubern, das nicht nur sättigt, sondern auch jedem schmeckt – mit Zutaten, die ich fast immer im Haus habe, und ohne stundenlanges Vorbereiten oder komplizierte Arbeitsschritte.
Beim Surfen stieß ich auf das Rezept für Reibekuchen. Anfangs dachte ich, naja, das kenne ich ja schon von den Jahrmärkten oder als Imbiss zwischendurch – knusprige, goldgelbe Kartoffelpuffer, die man eigentlich nur mit Apfelmuß oder Sauerrahm isst. Aber so ganz genau hatte ich diese klassische Speise noch nie selbst gemacht. Und genau das weckte meine Neugierde. Ich wollte ein Rezept, das schnell und preiswert ist, bei dem die Familie gerne zugreift und das sich gut vorbereiten lässt. Das hörte sich perfekt an!
Beim ersten Ausprobieren merkte ich sofort, wie einfach die Zubereitung ist. Die rohen, frisch geriebenen Kartoffeln dufteten angenehm erdig und frisch, während ich sie mit ein paar weiteren Zutaten vermischte. Ich konnte spüren, wie das Braten der kleinen Teigfladen in Butter oder Öl langsam die Küche durchflutete mit einem verlockenden, warmen Duft, der gleich alle Familienmitglieder in die Küche lockte. Meine Kinder saßen schnell am Tisch und konnten gar nicht genug davon bekommen – die knusprige Kruste und das zarte Innere der Reibekuchen waren genau nach ihrem Geschmack. Auch mein Mann war begeistert und lobte das Gericht gleich beim Probieren, obwohl er sonst eher ein „aufwändigeres“ Essen erwartet hatte.
Seit diesem Tag sind die Reibekuchen bei uns fast ein fester Bestandteil geworden, vor allem an Tagen, an denen es schnell gehen muss oder das Haushaltsbudget nicht zu sehr belastet werden soll. Es ist dieses Wohlfühlessen, das einfach glücklich macht und dabei ganz unkompliziert bleibt. Und das Beste: Man kann es wunderbar abwandeln, mit Apfelmus, Kräuterquark oder sogar herzhaften Beilagen kombinieren. Ich mag es, wenn so ein einfaches Gericht die ganze Familie zusammenbringt und an den Tisch lockt – das ist für mich das schönste an der Küche.
Zutaten:
– 1 kg Kartoffeln (vorzugsweise festkochend oder vorwiegend festkochend)
– 1 mittelgroße Zwiebel
– 2 Eier
– 3 Esslöffel Mehl (Weizen oder Dinkel)
– 1 Teelöffel Salz
– Frisch gemahlener Pfeffer nach Geschmack
– 1 Prise Muskatnuss
– Öl oder Butterschmalz zum Braten
Zubereitung:
Zunächst schäle ich die Kartoffeln gründlich und wasche sie anschließend unter kaltem Wasser ab. Für die beste Konsistenz empfehle ich, die Kartoffeln unmittelbar vor der Verarbeitung zu reiben, damit sie nicht zu viel Flüssigkeit verlieren. Die Kartoffeln reibe ich mit einer groben Reibe in eine große Schüssel – das dauert zwar ein bisschen, aber es lohnt sich, denn die Stückchen sind dann noch schön bissfest und schaffen die charakteristische Struktur der Reibekuchen.
Beim Reiben der Zwiebel sollte man sich nicht scheuen – sie sorgt nämlich nicht nur für Geschmack, sondern hält auch die Masse später zusammen. Auch die Zwiebel wird fein gerieben und direkt zu den Kartoffeln gegeben. Jetzt mische ich die Eier unter. Sie sind das Bindemittel, das dafür sorgt, dass die goldgelben Fladen beim Braten nicht auseinanderfallen oder zu weich werden.
Damit der Teig nicht zu flüssig wird, gebe ich anschließend das Mehl dazu. Wenn man den Teig jetzt einmal gut durchrührt, kann man schon sehen, wie sich die Zutaten verbinden. Statt Mehl kann man auch ein bisschen Kartoffelstärke nehmen, falls gerade vorhanden, das gibt einen besonders festen Teig. Ich würze alles mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und einer Prise Muskatnuss. Diese Gewürze verleihen dem Gericht das gewisse Etwas – nicht zu dominant, aber aromatisch genug, um selbst einfache Zutaten interessant zu machen.
Manchmal gibt es beim Reiben viel Flüssigkeit, die sich am Boden der Schüssel sammelt. Ich lasse diese Flüssigkeit kurz abstehen und gieße sie vorsichtig ab. Die Kartoffelstärke, die sich am Boden absetzt, kann man ganz einfach nochmal unter den Teig rühren, das gibt mehr Bindung. Das Abgießen verhindert, dass der Teig zu feucht wird, was die spätere Bräunung beeinträchtigen kann.
Zum Braten verwende ich eine große Pfanne und erhitze 3 bis 4 Esslöffel Öl oder Butterschmalz. Beim ersten Pfannenbett empfehle ich, die Temperatur nicht zu hoch zu wählen. Ideal ist mittlere Hitze, damit die Reibekuchen innen gar werden und außen schön knusprig. Mit einem großen Esslöffel forme ich kleine Häufchen aus dem Teig und setze sie ins heiße Fett. Dann flachdrücken, sodass kleine, flache Küchlein entstehen.
Die Reibekuchen brauchen jeweils etwa 4 bis 5 Minuten pro Seite. Während des Bratens entfaltet sich der typische Duft von frischen Kartoffeln und gebratener Zwiebel in der Küche. Man sollte die Küchlein nur vorsichtig wenden, damit sie nicht zerfallen. Ein kleiner Pfannenwender ist dafür ideal.
Wenn die Reibekuchen goldbraun und knusprig sind, nehme ich sie mit einem Schaumlöffel heraus und lasse sie kurz auf Küchenpapier abtropfen, um überschüssiges Fett zu entfernen. Dann landen sie am besten heiß auf einem Teller und können sofort serviert werden.
Tipps und Varianten:
Reibekuchen sind wirklich echte Allrounder in der Küche. Sie passen zu vielen Beilagen oder auch ganz pur. Besonders beliebt ist bei uns Apfelmus dazu – die Kombination aus süß und salzig ist einfach wunderbar. Wenn man es lieber herzhaft mag, schmeckt frischer Kräuterquark oder Sour Cream dazu ganz fantastisch. Je nach Jahreszeit kann man auch ein paar frische Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie unter den Teig mischen und so für einen frischen Geschmack sorgen.
Wer möchte, kann die klassischen Reibekuchen auch ein wenig abwandeln, indem er zusätzlich klein gewürfelten Speck oder geriebenen Käse in den Teig gibt – das wird besonders würzig und macht das Gericht noch sättigender. Für eine vegane Variante lässt sich das Ei durch kleingeschnittenes Apfelmus oder zerdrückte Banane ersetzen. Das funktioniert zwar geschmacklich anders, aber bietet eine schöne Alternative.
Wichtig ist, die Kartoffeln frisch zu reiben und nicht zu lange vorher vorzubereiten, damit der Teig nicht zu wässrig wird. Sollte die Masse doch zu feucht sein, einfach noch etwas mehr Mehl zufügen. Ein häufiger Fehler ist, zu heiß zu braten. Das führt zwar dazu, dass die Reibekuchen außen schnell braun werden, aber innen leider roh bleiben und beim Essen matschig sind. Lieber etwas Zeit nehmen und in mehreren Portionen braten.
Übrig gebliebene Reibekuchen schmecken am nächsten Tag aufgewärmt fast genauso gut. Man kann sie entweder kurz in der Pfanne mit wenig Öl von beiden Seiten aufbacken oder im Ofen bei 160 Grad (Umluft) ein paar Minuten erwärmen. Das ist perfekt für den schnellen Snack zwischendurch oder wenn man Besuch erwartet und noch vor dem Eintreffen schnell etwas Leckeres zaubern möchte.
Reibekuchen eignen sich hervorragend für Familienessen, aber auch als Fingerfood bei gemütlichen Treffen oder sogar als warmes Frühstück für alle, die deftige Gerichte mögen. Am Wochenende machen sie eine besonders gute Figur, wenn man morgens Zeit hat, in Ruhe zu kochen und den Tag entspannt zu beginnen. Auch zum Kindergeburtstag oder als Teil eines Buffets kommen Reibekuchen immer gut an, weil sie unkompliziert zuzubereiten und bei Groß und Klein beliebt sind.
Man kann die Reibekuchen natürlich auch portionsweise einfrieren. Dazu am besten nach dem Auskühlen die Küchlein auf einem Backblech einzeln einfrieren und dann in Gefrierbeutel umfüllen – so kann man immer genau so viele auftauen, wie man braucht. Zum Auftauen einfach kurz in der Pfanne erwärmen und schon sind sie wieder knusprig und lecker.
Insgesamt sind Reibekuchen eine wunderbare, flexible Mahlzeit, die mit wenig Aufwand viel Freude auf den Tisch bringt. Das Rezept ist schnell erklärt, günstig in der Zubereitung und wunderbar vielseitig einsetzbar. Wer das erste Mal selbst Reibekuchen macht, wird mit der Zeit ein Gefühl dafür bekommen, wann die Masse genau die richtige Konsistenz hat, wie die Temperatur am besten eingestellt wird und wie man sie nach eigenem Geschmack verfeinert. Für mich sind Reibekuchen ein kleines Stück Heimatgefühl, das uns ganzjährig leckere und unkomplizierte Momente beschert – und ich bin sicher, dass sie auch bei dir bald fest zum Kochrepertoire gehören werden. Guten Appetit!
