Pommes selber machen in der Heißluftfritteuse I Pommes aus der Airfryer
Vorgeschichte:
Wenn ich an meine Kindheit denke, kommen mir sofort die knusprigen Pommes in den Sinn, die meine Mutter früher für uns auf ihrem alten Herd gezaubert hat. Pommes waren schon immer das Highlight jeder Familienfeier und jedes Kindergeburtstags, bei uns beinahe ein kleines Ritual. Allerdings erinnere ich mich auch gut daran, wie das ganze Haus nach heißem Fett roch und wie meine Mutter nach dem Essen erst einmal die Küche lüften musste. Das Fett spritzte, die Finger waren ölig und das Putzen danach war oder ist ein echter Kraftakt gewesen. Ich hätte nie gedacht, dass ich als Erwachsene mal zu einer ganz neuen Methode finde, die knusprige Pommes zaubert, aber viel pflegeleichter in der Zubereitung ist.
Vor ein paar Jahren habe ich dann von der Heißluftfritteuse – oder moderner gesagt: dem Airfryer – erfahren. Erst war ich skeptisch, ob so ein großes Gerät wirklich notwendig ist und ob die damit gemachten Pommes tatsächlich mit dem Geschmack aus der klassischen Fritteuse mithalten können. Dennoch habe ich mich irgendwann überreden lassen, als ich bei einer guten Freundin zu Besuch war. Sie hatte eine große Schale goldgelber, knuspriger Pommes aufgetischt – frisch aus der Heißluftfritteuse. Das hat sofort meine Neugier geweckt! Ich war erstaunt, wie toll die Pommes aussahen, dabei kaum nach Fett rochen und sich auch so leicht und angenehm essen ließen – ganz ohne fettige Finger.
Nach diesem Erlebnis konnte ich es kaum erwarten, das Rezept selbst auszuprobieren. Ich suchte aus einfachen Gründen etwas, das schnell geht, immer gelingt, aber der ganzen Familie schmeckt. Noch dazu möchten meine Kinder fast täglich Pommes – sie sind einfach ihr Lieblingssnack! Natürlich möchte ich nicht ständig zu Fertigprodukten greifen und so war der Entschluss schnell gefallen: Pommes aus frischen Kartoffeln, aber eben modern – mit der Heißluftfritteuse. Meine erste Portion war zwar nicht perfekt, aber es war kein Vergleich zu backofenwarmen Tiefkühlpommes. Die ganze Küche duftete herrlich nach Kartoffeln, nach einer Ahnung von Röstaromen, aber eben nicht nach altem Frittierfett. Und das Beste war der Blick meines Mannes, als er den ersten Bissen nahm: „Die sind ja wie vom Imbiss – nur besser!“
Es macht mir bis heute Freude, die Pommes frisch zuzubereiten. Die Kinder helfen gern beim Schneiden der Kartoffeln (natürlich immer vorsichtig!) und können es kaum erwarten, wenn der Airfryer leise brummt und man dann am Ende das herrliche Knistern hört, wenn die Pommes in die Schüssel fallen. Seitdem sind selbstgemachte Pommes in der Heißluftfritteuse bei uns fester Bestandteil – ob als Beilage zum Burger am Wochenende, als kleiner Leckerbissen nach einem langen Schultag oder zusammen mit Freunden am Spieleabend. Sie gelingen immer, brauchen kaum Öl und die Küche bleibt sauber. Das Rezept hat nicht nur meine Art, Pommes zu genießen, verändert, sondern auch unsere Familienküche ein Stückchen unkomplizierter gemacht. Ich finde, manchmal sind die einfachsten Dinge die schönsten, gerade beim gemeinsamen Essen!
Zutaten:
1 kg festkochende Kartoffeln
2–3 Esslöffel Speiseöl (zum Beispiel Sonnenblumenöl oder Rapsöl)
1–2 Teelöffel Salz (nach Geschmack)
Optional: Paprikapulver, Pfeffer oder Knoblauchpulver zum Würzen
Etwas frische Petersilie oder Schnittlauch (zum Bestreuen)
(eventuell Backpapier, wenn der Korb der Heißluftfritteuse empfindlich ist)
Zubereitung:
Pommes selber machen klingt oft komplizierter, als es ist. In der Heißluftfritteuse gelingt dieses Lieblingsgericht aber besonders einfach und ist dabei noch so variabel, dass ihr es immer wieder nach eurem Geschmack abwandeln könnt. Hier eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung, damit garantiert nichts schief geht:
1. Kartoffeln auswählen und schälen
Zuerst kümmere ich mich immer um die Auswahl der richtigen Kartoffeln. Festkochende Sorten eignen sich besonders gut, weil sie beim Backen nicht allzu weich oder mehlig werden, sondern schön in Form bleiben. Dazu gehören zum Beispiel die Sorten Sieglinde, Nicola oder Annabelle. Nachdem ich die Kartoffeln abgewogen habe (meistens nehme ich für unsere Familie etwa ein Kilo), schäle ich sie mit einem Sparschäler. Man kann die Schale auch dran lassen, wenn sie sehr dünn ist und man es etwas rustikaler mag – gründliches Waschen reicht dann meist vollkommen aus. Das ergibt später Pommes mit einem herrlich herzhaften Biss.
2. Kartoffeln schneiden
Jetzt wird geschnitten! Das kann man klassisch mit einem Messer machen oder – wenn vorhanden – mit einem Pommes-Schneider. Ich mag sie am liebsten etwas dicker, denn dann werden sie in der Mitte besonders kartoffelig und außen schön knusprig. Für klassische Stäbchen schneide ich etwa 1 cm dicke Scheiben, dann diese in Streifen und daraus die Pommes. Natürlich könnt ihr auch dünnere oder dickere Stifte schneiden – je nachdem, wie ihr sie am liebsten mögt. Wichtig ist nur, dass die Pommes möglichst gleichmäßig groß sind, damit sie später alle gleichzeitig gar werden.
3. Kartoffelstifte wässern
Diesem Schritt schenken viele wenig Beachtung, dabei ist er wirklich entscheidend für perfekte Pommes: Die geschnittenen Kartoffelstifte in eine große Schüssel mit kaltem Wasser geben und mindestens 30 Minuten darin einweichen lassen. Wer mehr Zeit hat, kann sie sogar eine Stunde oder noch länger darin liegen lassen. Durch das Wässern ziehen die Kartoffeln einen Teil ihrer Stärke heraus – das verhindert, dass sie später zusammenkleben und sorgt für besonders knusprige Pommes. Das Wasser trübt sich dabei, das ist ganz normal.
4. Trocknen – sehr wichtig!
Nach dem Wässern gieße ich die Kartoffelstifte durch ein Sieb ab und breite sie auf einem sauberen Küchenhandtuch aus. Dann tupfe ich sie von allen Seiten richtig trocken. Je weniger Feuchtigkeit übrig bleibt, desto knuspriger werden die Pommes! Das ist ein kleiner Geheimtipp, den ich gern weitergebe.
5. Würzen und Öl hinzufügen
Die getrockneten Kartoffelstifte gebe ich nun zurück in eine große Schüssel. Jetzt kommt das Öl dazu: Etwa 2–3 Esslöffel genügen völlig, um ein Kilo Kartoffeln rundum leicht einzuhüllen. Ich nehme meistens neutrales Pflanzenöl, aber manchmal auch einen Schluck Olivenöl für eine mediterrane Note. Gebt das Öl dazu und schwenkt die Pommes vorsichtig oder mischt sie mit den Händen, bis alle Stifte leicht benetzt sind. Das Öl sorgt dafür, dass die Pommes im Airfryer später richtig schön bräunen und knusprig werden.
Jetzt kommt das Salz: Ich gebe einen guten Teelöffel, manchmal auch zwei, je nach Vorliebe, hinzu. Ihr könnt in diesem Schritt auch schon Paprikapulver, Knoblauchpulver oder eine andere Wunschwürzung unterheben. Besonders Paprika edelsüß gibt eine schöne Farbe und einen runden Geschmack.
6. Die Airfryer vorbereiten
Meistens heize ich die Heißluftfritteuse nicht extra vor, das ist Geschmackssache. Wer aber die maximale Knusperkraft herausholen möchte, kann den Airfryer rund 3 Minuten auf 180 Grad anheitzen lassen. Je nach Modell gibt es einen Korb oder eine Schublade – falls dieser empfindlich ist, könnt ihr ein Stück Backpapier hineingeben, damit nichts anklebt.
7. Pommes einschichten
Nun die gewürzten Kartoffelstifte möglichst gleichmäßig in den Frittierkorb geben. Achtet darauf, dass sie nicht zu dicht aufeinanderliegen, sonst werden sie eher weich als knusprig. Lieber in zwei Durchgängen arbeiten, wenn der Korb zu klein ist – die Geduld lohnt sich! Ich schüttele die Pommes einmal vorsichtig flach, damit sie schön nebeneinander liegen. Das sorgt für gleichmäßiges Garen.
8. Garen
Jetzt geht es los! Stellt die Heißluftfritteuse auf 180 Grad und lasst die Pommes zunächst 15 Minuten garen. Nach knapp der Hälfte der Zeit öffne ich den Korb vorsichtig (Achtung, heiß!) und schüttele die Pommes einmal gut durch oder vermische sie mit einem Pfannenwender. So werden sie von allen Seiten wunderbar knusprig. Je nach Dicke eurer Pommes und der Kartoffelsorte braucht ihr nun insgesamt etwa 20-25 Minuten. Probiert ruhig nach 20 Minuten mal eine Pommes – sie sollte goldgelb, außen knusprig und innen noch weich sein.
Wer sie ganz besonders cross mag, kann die letzten 5 Minuten die Temperatur auf 200 Grad erhöhen. Die Pommes bekommen dann eine dunkelgoldene Farbe und einen extra rösch-knusprigen Crunch.
9. Servieren
Wenn die Pommes fertig sind, lasse ich sie ganz kurz im offenen Korb abkühlen. Danach gebe ich sie in eine große Schüssel und bestreue sie manchmal noch mit frischer, gehackter Petersilie oder Schnittlauch – das gibt einen schönen Farbtupfer. Auf Wunsch könnt ihr direkt am Tisch noch etwas Salz, Paprika oder eure Lieblingsgewürze nachstreuen.
Zu selbstgemachten Pommes passt wunderbar klassisches Ketchup, Mayonnaise, eine frische Aioli oder auch einfach ein Klecks Quark-Dip mit Kräutern.
So sieht bei uns der Ablauf aus – und ich verspreche: Das Schnippeln der Kartoffeln wirkt viel aufwendiger, als es ist. Dazu gesellt sich der wunderbare Geruch von frischen, heißen Pommes, der langsam durch die Küche zieht, sobald sie im Airfryer knusprig werden. Allein das ist es schon wert, das Rezept einmal auszuprobieren!
Tipps und Varianten:
Selbstgemachte Pommes sind nicht nur ein toller Snack, sondern lassen sich ganz wunderbar an verschiedene Vorlieben und Anlässe anpassen. Mit ein paar Tipps und kleinen Kniffen werden sie immer wieder zu etwas Besonderem:
1. Die richtige Kartoffelsorte
Das Geheimnis richtig guter Pommes ist meistens die Sorte. Festkochende Kartoffeln oder vorwiegend festkochende Sorten gelingen besonders gut, weil sie die Pommes außen knusprig und innen schön sämig werden lassen. Wer mag, kann auch mehligkochende Kartoffeln nehmen – das ergibt meist Pommes, die ein bisschen weicher sind, aber innen samtig auf der Zunge zergehen. Probiert einfach aus, was euch besser schmeckt!
2. Dicke und Form variieren
Ihr könnt die Pommes unterschiedlich dick schneiden: Dünne Stifte garen schneller und werden besonders cross, sind aber auch etwas empfindlicher. Dickere Stäbchen behalten mehr von der Kartoffelstruktur und eignen sich toll als „Steakhouse-Pommes“. Wer gerne experimentiert, kann auch Pommes-Wedges machen – dafür die Kartoffeln einfach ungeschält in Spalten schneiden und wie gewohnt würzen und ölen. Die Garzeit verlängert sich bei dickeren Stücken leicht, also nach Bedarf anpassen.
3. Verschiedene Würzungen
Neben klassischem Salz kann man die Pommes wunderbar nach Lust und Laune würzen. Beliebt ist Paprika edelsüß, manchmal gebe ich auch eine Prise Cayennepfeffer oder geräuchertes Paprikapulver dazu. Auch eine Mischung aus getrocknetem Thymian, Rosmarin oder italienischen Kräutern passt hervorragend. Wer es orientalisch mag, kann eine Prise Baharat, Ras el Hanout oder Curry unterheben. Dadurch werden die Pommes jedes Mal wieder ein neuer Genuss.
4. Pommes ohne Öl
Wer komplett auf Öl verzichten möchte, kann die Kartoffelstifte auch einfach so in den Airfryer geben. Sie werden dann etwas weniger goldgelb und knusprig, schmecken aber trotzdem lecker. Ich persönlich finde, ein Hauch Öl macht die Pommes besonders aromatisch, aber manchmal reicht tatsächlich auch nur wirklich sehr wenig.
5. Dip- und Beilagenideen
Pommes sind der absolute Klassiker zu Hamburgern, Bratwürstchen oder einem Steak. Aber auch solo als Snack beim Fernsehabend oder zu einem Salat passen sie hervorragend. Besonders lecker schmeckt dazu ein selbst gemachter Curry-Dip, Kräuterquark, Guacamole oder auch ein leichter Joghurtdip mit Zitronensaft und frischen Kräutern. Meine Kinder lieben Pommes einfach mit Ketchup, mein Mann isst sie gern mit Senf und ich mag die Kombination mit Remoulade und Röstzwiebeln.
6. Aufbewahren und Aufwärmen
Falls wirklich einmal etwas übrig bleibt – was bei uns nur sehr selten der Fall ist – kann man die Pommes gut abgedeckt im Kühlschrank zwei Tage aufbewahren. Zum Aufwärmen gebe ich sie am liebsten nochmal zurück in die Heißluftfritteuse. Einfach bei etwa 160 Grad für 5–8 Minuten knusprig aufbacken, so werden sie wieder wunderbar köstlich und schmecken fast wie frisch. Die Mikrowelle ist nicht zu empfehlen, da die Pommes dann weich werden.
7. Fehler vermeiden
Ein häufiger Fehler: Die Kartoffeln zu wenig trocken zu tupfen. Wer nach dem Wässern wirklich gründlich die Stifte abtrocknet, wird mit extra knusprigen Pommes belohnt. Außerdem sollte der Airfryer nicht zu voll beladen werden – lieber mehrere kleine Durchgänge machen als zu viele Pommes auf einmal, sonst werden sie im Korb schnell matschig. Auch ausreichend Platz zwischen den Stiften sorgt für schnelle, gleichmäßige Bräunung.
8. Ersatz-Zutaten und Varianten
Statt klassischem Speiseöl kann man wunderbar auch Erdnussöl, Trüffelöl (für eine feine Note) oder sogar Gänseschmalz nutzen – das gibt einen ganz eigenen, edlen Geschmack. Für vegane Varianten bleibt man einfach beim pflanzlichen Öl. Kinder mögen Pommes gern auch mal ganz schlicht nur mit Salz, Erwachsene freuen sich oft über raffinierte Gewürze.
9. Für welche Anlässe geeignet?
Selbstgemachte Pommes sind ein Hit für jede Gelegenheit! Ob schneller Snack unter der Woche, lockere Mahlzeit nach dem Sport, als herzhaftes Abendessen zum Filmeabend oder als Beilage beim Grillen mit Freunden – Pommes gehen eigentlich immer. Besonders an Geburtstagen oder Kinderfeiern (dann vielleicht gleich zwei Fuhren machen!) sind sie der Renner, weil alle mitfiebern, wann die nächste Runde knusprig-warme Pommes fertig ist. Ich mache sie auch gerne zum Wochenendessen, zusammen mit frischem Salat, selbstgemachten Burgern oder Gemüsesticks und Dips – alle greifen begeistert zu.
10. Resteverwertung
Falls tatsächlich etwas übrig bleibt, könnt ihr die Pommes am nächsten Tag klein schneiden und zusammen mit Zwiebeln und Eiern als herzhaften Bauernomelett-Einsatz verwenden. Oder ihr gebt sie in Alufolie gewickelt nochmal auf den Grill – für eine besonders aromatische Resteverwertung.
Fazit:
Seitdem ich Pommes in der Heißluftfritteuse für meine Familie selbst zubereite, habe ich nie wieder die klassische Fritteuse vermisst. Es ist so einfach, schmeckt herrlich und macht – das kann ich mit Überzeugung sagen – einfach gute Laune. Das Rezept ist unkompliziert, gelingt immer und lässt sich je nach Lust, Laune und Anlass abwandeln. Probiert es ruhig aus – vielleicht wird es auch bei euch ein fester Bestandteil des Familienlebens. Nichts bringt Kinderaugen mehr zum Leuchten, als die Aussicht auf frisch gemachte, goldgelbe Pommes direkt aus der Airfryer! Viel Spaß beim Nachmachen und guten Appetit!
